Er begann als jüngster Galerist des Landes

Vor 16 Jahren wagte der damals 19-jährige Maximilian Hutz den Sprung in die Selbstständigkeit und legte damit den Grundstein für die heutige Galerie Hutz.
Gottfried Bechtold staunte nicht schlecht, als er vom damals 19-jährigen Maximilian Hutz angerufen wurde. Der junge Lustenauer erklärte dem renommierten Künstler, er wolle eine Galerie gründen und dessen Werke vermitteln. „Leicht spooky“, erinnert sich Bechtold schmunzelnd zurück. Trotzdem sagte er zu. „Max ist wahnsinnig korrekt, hat gute Manieren und ist überhaupt nicht aufdringlich. Mit ihm zusammenzuarbeiten war immer erfreulich.“

16 Jahre später ist Hutz aus der heimischen Kunstwelt nicht mehr wegzudenken. Dabei begann alles erstaunlich unspektakulär. „Meine Mama Roswitha hat immer ein bisschen Kunst gesammelt“, erzählt der Galerist. Schon als Schüler begleitete er sie auf Ausstellungen und fand nicht nur Geschmack, sondern auch Ehrgeiz. „Irgendwann habe ich mir gedacht: Jetzt probiere ich das einfach.“

Die ersten Ausstellungen fanden im Keller des Lustenauer Sandhof statt. Neben etablierten Größen wie dem Bildhauer Christoph Lissy war auch der mittlerweile als „Candy Ken“ bekannte neo-US-Amerikaner Jakob Kasimir Hellrigel mit einer frühen Fotoserie bei Hutz vertreten.

Statt einer kunsthistorischen oder wirtschaftlichen Ausbildung, lernte der Jungunternehmer sein Handwerk durch konstante, vorsichtige Beharrlichkeit.
Garage für Oldtimersammlung
Zum heutigen Galeriestandort in Hard gelangte er durch einen glücklichen Zufall. Baustatiker Markus Flatz plante das Gebäude ursprünglich als Garage für seine Oldtimersammlung. „Ich habe den Flatz ganz am Anfang kennengelernt. Was ich mache, hat ihm gefallen. Noch bevor der Bau fertig war, fragte er mich: ‚Du brauchst doch eine Galerie?‘ So ist der Ausstellungsraum entstanden.“

Die hohe Halle mit großem Tor und schlichten Kalkputzwänden wurde vor 10 Jahren bezogen und bewährte sich als idealer Ort für zeitgenössische Kunstausstellungen.

Neben Künstlerinnen und Künstlern aus Vorarlberg, wie Stefan Sagmeister, Ina Fasching oder Franz Türtscher, vertritt die Galerie auch internationale Positionen. So sind aktuell Werke des italienischen Künstlers Ivan De Menis ausgestellt.

Wissend, dass in diesen Arbeiten das Verhältnis von Form, Farbe und Materialität entscheidend ist, schildert Hutz den Entstehungsprozess der großformatigen Serien „Compressione“. Sie entstehen, indem Farbe auf Styroporplatten aufgetragen, mit Leinwand bedeckt und über Wochen unter schweren Metallplatten gepresst wird. Während manche „roh“ bleiben, folgen in den anderen Epoxidharz, Schliff und Politur. „Du siehst zuerst diese perfekte Oberfläche. Wenn du aber seitlich hinschaust, erkennst du die Schichten und damit den ganzen Entstehungsprozess.“

Der 35-jährige Lustenauer kann seit fast zehn Jahren auf die Unterstützung seiner Kollegin Ingrid Schneider zählen. Sie koordiniert zahlreiche Abläufe im Hintergrund und sei als Organisationstalent für das Gelingen der Galerie von zentraler Bedeutung. Das Duo pflegt einen engen Austausch mit den vertretenen Künstlern. „Das können wir nur, weil wir bewusst keine riesige Künstlerliste haben. Sonst geht das Persönliche verloren.“ Diese Nähe prägt auch die Ausstellungen. Gemeinsam mit den Künstlern werden Werke ausgepackt, verschoben und immer wieder neu gehängt. Blickachsen entstehen im Raum, nicht auf dem Plan.

Vertrauen aufbauen
Dass dieser Weg wirtschaftlich nicht der einfachste ist, verschweigt er nicht. Bechtold formuliert es treffend: „Alle Galeristen haben zu kämpfen. Semmel braucht man. Bei Kunst handelt es sich aber um Gegenstände, die nicht gebraucht werden. Um erfolgreich zu sein, muss man sich einen Ruf erarbeiten, aber das macht der Max gut.“ Deshalb setzt der Galerist auf langfristiges Vertrauen statt auf schnelle Verkäufe. „Ich gebe eigentlich nur das weiter, was mich selbst anspricht.“

Umso schmerzlicher traf ihn die angekündigte Pause der Kunstmesse Stage Bregenz. „Sie war ein Highlight der Region und hat uns extrem geholfen.“ Besonders schätzt er, dass dort Galerien, Museen und Künstler aus der gesamten Vierländerregion zusammenkamen. Darüber hinaus „hat es Renger van den Heuvel geschafft, Positionen aus ganz Europa hierherzubringen. Ich hätte mir gewünscht, dass es so weitergeht.“

Was er seinem 19-jährigen Ich heute sagen würde? Die Antwort kommt ohne Zögern: „Ich bin froh, dass ich es gemacht habe.“