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“Zu hässlich für Only Fans”: 2000 Euro Strafe für Hassposting gegen Ex-Klimaaktivistin

03.09.2026 • 08:24 Uhr
"Zu hässlich für Only Fans": 2000 Euro Strafe für Hassposting gegen Ex-Klimaaktivistin
Marina Hagen-Canaval hat sich erfolgreich zur Wehr gesetzt. Hartinger/Canva

Marina Hagen-Canaval (30) aus Götzis klagte einen aus Oberösterreich stammenden Online-Wüstling und will betroffene Frauen ermutigen, gegen sexistischen Hass im Netz rigoros vorzugehen.

Ex-Klimaaktivistin Marina Hagen-Canaval hat einen Mann aus Oberösterreich wegen mehrerer Hasskommentare auf Instagram geklagt. Der Mann hatte die frühere Pressesprecherin der Letzten Generation und Aktivistin bei Extinction Rebellion Vorarlberg öffentlich beschimpft und ihr unter anderem mit Gewalt gedroht.

Sexistische Kommentare und Beschimpfungen

Im Juli 2025 hatte der Mann auf Hagen-Canavals Instagram-Profil drei Hasskommentare veröffentlicht. Darin fragte er, ob sie sich nur deshalb an die Straße geklebt habe, weil sie „faul zum Arbeiten“ und “zu schiarch” für Onlyfans sei. Zudem bezeichnete er die Götznerin als “recyclebar” und “Pisser” und drohte ihr eine Körperverletzung an.

"Zu hässlich für Only Fans": 2000 Euro Strafe für Hassposting gegen Ex-Klimaaktivistin
Hier ein Screenshot der Hasspostings. Privat

Nachdem die Kommentare veröffentlicht worden waren, trug sie Informationen über den Mann zusammen, die dieser selbst im Internet hinterlassen hatte. Über eine Auskunft beim Gemeindeamt konnte sie schließlich seine Adresse ausfindig machen. “Und danach habe ich meinem Anwalt ein E-Mail geschickt”, sagt Hagen-Canaval gegenüber der NEUE. Ihr Wiener Anwalt Paul Kessler brachte daraufhin beim Landesgericht Feldkirch Privatanklage ein, die Hauptverhandlung war für 3. September angesetzt. Zum Prozess kam es allerdings nicht mehr.

Vor dem Prozess folgt die späte Erkenntnis

Noch vor dem Gerichtstermin gab der Mann eine umfassende Unterlassungserklärung ab. Zudem bezahlte er die Gerichts- und Anwaltskosten in Höhe von 1087,68 Euro und leistete 1000 Euro Entschädigung an Hagen-Canaval, um den Strafprozess abzuwenden.

"Zu hässlich für Only Fans": 2000 Euro Strafe für Hassposting gegen Ex-Klimaaktivistin
Marina Hagen-Canaval möchte anderen Frauen Mut machen. Hartinger

“Diesen sexistischen Hass nicht bieten lassen”

“Allen anderen Betroffenen rate ich dazu, auch einfach kommentarlos Klage einzureichen. Mein Hassposter meldete sich nochmal bei mir, kroch zu Kreuze und entschuldigte sich unterwürfig. Leider kam diese Erkenntnis erst, nachdem ihm das Landesgericht die Klage zugestellt hatte. Er ist schon der zweite Mann, den wir geklagt haben. Vor einem Jahr hat ein Herr A. meine Freundin Anja Windl online als ‘dumme Tussi’ beschimpft. Er musste rund 2500 Euro bezahlen. Vielleicht spricht es sich bald herum, dass wir jungen Frauen uns diesen sexistischen Hass nicht mehr bieten lassen”, resümiert die ehemalige Klimaaktivistin.

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Die 1000 Euro Entschädigung will Hagen-Canaval unter anderem für einen Friseurbesuch verwenden, vielleicht auch als süffisante Retourkutsche wegen der Kommentare über ihr Erscheinungsbild. “Außerdem spende ich einen Teil des Geldes an Aktivistinnen. Mit dem Rest kaufe ich Jus-Lehrbücher für den letzten Studienabschnitt, damit ich solche Männer schon bald selbst verklagen kann.”

(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)