So lange warten Vorarlberger auf einen Kassenarzttermin

Eine neue österreichweite Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Vorarlberg schneidet dabei wesentlich schlechter ab als der Bundesschnitt und auch in vielen Fachrichtungen wächst die Geduldsprobe.
Wer in Vorarlberg einen Kassenarzttermin bei einem Facharzt braucht, muss im Bundesländervergleich besonders lange warten. Laut der Kassenarzt-Wartezeiten-Studie 2026 liegt die mediane Wartezeit im Land bei 46 Tagen. Damit weist nur das Burgenland mit 53 Tagen einen höheren Wert auf.
Österreichweit beträgt die Wartezeit auf einen Kassenarzt-Facharzttermin im Median 34 Tage. Am schnellsten geht es laut Studie in Wien: Dort warten Patientinnen und Patienten durchschnittlich beziehungsweise im Median 22 Tage auf den erstgenannten bestätigten Termin.
Warten wird länger
Die Untersuchung zeigt, dass sich die Situation in vielen Fachrichtungen verschärft hat. In acht von 14 untersuchten Bereichen stiegen die Wartezeiten im Vergleich zum Vorjahr. Besonders deutlich war der Anstieg in der Kardiologie: Dort verlängerte sich die Wartezeit um zwölf Tage auf 45 Tage. In der Neurologie beträgt der Anstieg acht Tage auf insgesamt 50 Tage.

Am längsten warten Patienten österreichweit in der Inneren Medizin. Der Median liegt dort bei 65 Tagen – dem höchsten bisher gemessenen Wert. Die Psychiatrie folgt mit 61 Tagen. In der Neurologie sind es 50, in der Augenheilkunde 46 und in der Kardiologie 45 Tage.
Kürzere Wartezeiten wurden in der Gynäkologie, Urologie und Augenheilkunde festgestellt. Trotz der Rückgänge liegen auch diese Fachrichtungen weiterhin über der Monatsmarke – in der Augenheilkunde beträgt die mediane Wartezeit 46 Tage.
Kein Geld, aber Zeit
„Der Kassenarzt kostet kein Geld, er hat einen Wartepreis. Bezahlt wird er in Wochen“, sagt Sebastian Arthofer, Studienleiter und Co-Gründer von krankenversichern.at. Wer nicht so lange warten könne, weiche häufig auf einen Wahlarzt aus und bezahle den Termin selbst oder über eine private Krankenversicherung.

Der Kassenarzt kostet kein Geld, er hat einen Wartepreis. Bezahlt wird er in Wochen
Sebastian Arthofer, Studienleiter
1601 Anfragen ausgewertet
Für die Studie wurden zwischen 21. Mai und 10. September 2026 insgesamt 1601 Terminanfragen bei Kassenordinationen in allen neun Bundesländern ausgewertet. Die Anfragen erfolgten verdeckt und standardisiert. Abgefragt wurden Routine- oder Vorsorgeanliegen, ausdrücklich keine Akutfälle.
Untersucht wurden 14 Fachrichtungen. Die Ergebnisse wurden nach dem Bevölkerungsanteil der Bundesländer gewichtet. Als Wartezeit wurde die Zahl der Kalendertage bis zum erstgenannten bestätigten Termin erfasst. Ausgewiesen wird jeweils der Median, damit einzelne besonders lange oder kurze Wartezeiten das Ergebnis nicht verzerren.
Die Studie wurde vom unabhängigen Vergleichsportal krankenversichern.at erstellt. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Vorarlberger Wartezeiten nach einzelnen Fachrichtungen liegt in den vorliegenden Angaben nicht vor.