Saisonstart ins Ungewisse: Heimdoppel für Pioneers

Vorschau. Die Pioneers Vorarlberg starten mit einem Heimdoppel in die neue Saison. Die Feldkircher empfangen am Freitag den VSV und am Samstag Meister Graz. Beide Spiele beginnen um 19.30 Uhr.
Ab jetzt gilt es. Diesen Freitag beginnt die neue Saison in der ICE Hockey League. Dass die Feldkircher wieder dabei sein würden in dieser Spielzeit, war bekanntlich nach dem Abgang von Präsident Pit Gleim lange unsicher: Weil Gleim das finanzielle Rückgrat der Pioneers war. Geschäftsführer Christian Gross schaffte es dennoch, immerhin ein Minibudget auf die Beine zu stellen. Dass wiederum die Villacher heute in der Vorarlberghalle antreten können, entschied sich noch viel kurzfristiger, nämlich erst am Dienstagabend: Mit dem Rücktritt von Geschäftsführer Martin Winkler wurden die bis dahin nur kolportierten großen finanziellen Schwierigkeiten der Draustädter publik.
Kader
Sei wie es sei, am Eis entscheidet nicht die doppelte Buchhaltung, sondern das Sportliche. Wobei natürlich die Finanzen sehr große Auswirkungen haben. Klar ist, dass Pioneers-Headcoach Marko Ojanen mit einem Billigteam in die Saison geht. Die möglichen Säulen müssen mit der Lupe gesucht werden: Im Angriff wird Rückkehrer Guus van Nes vorangehen müssen. In der Defensive dürfte sehr viel Verantwortung bei Roni Allén liegen, dem einzigen klassischen Importspieler, der bei den Pioneers verlängert hat. Ansonsten finden sich unter den Imports viele Nonames, vor allem junge, oder auch nicht mehr ganz so junge Nordamerikaner, die sich über divers College-Ligen oder die ECHL empfohlen haben. In der Verteidigung macht wohl Brycen Martin am meisten Hoffnung, der Kanadier hat vergangene Saison in Dänemark bereits Europaerfahrung gesammelt.
Im Angriff könnte Blake Murray ein kleines Versprechen sein. Ganz dünn wird es im Lager der Österreicher: Der Großteil der Österreicher hätte vermutlich sogar Schwierigkeiten gehabt, in der Alps Hockey League unterzukommen. Der Pioneers-Kader umfasst 7 Verteidiger und 13 Stürmer, was aufzeigt: Selbst in Vollbesetzung ist das Line-up auf Kante genäht, wer fit ist, spielt. Sollte der Verletzungsteufel zuschlagen, dürfte es ganz, ganz bitter werden. Auch auf der Goalieposition darf absolut nichts passieren: Die Feldkircher gehen nur mit Alex Caffi und dem 24-jährigen Linzer Leon Sommer in die Saison, noch dazu ohne Goalietrainer: Caffi, der seine italienische Staatsbürgerschaft abgelegt hat und nur mehr Österreicher ist, trainiert sich und seinen Backup selbst. Caffi ist inzwischen 36, seine besten Zeiten liegen hinter ihm. Herausforderer Sommer entstammt aus dem Nachwuchs der Black Wings, wo er als blutjunger Torhüter auf sich aufmerksam machte. Die letzten drei Spielzeiten absolvierte Sommer in der kanadischen Universitätsliga USports.
Testspiele
In der Vorbereitung unterlagen die Feldkircher dem Schweizer Erstligisten Kloten, der allerdings verjüngt antrat und bereits tags zuvor spielte, nur mit 4:5. Gegen DEL2-Klub Ravensburg gelang ein 4:2-Sieg. Negativer Höhepunkt der Vorbereitung war die doch etwas peinliche Heimniederlage gegen die Ex-Wälder und deutschen Drittligisten HC Tigers. Unterm Strich bleibt: Die Saison wird schwierig, die Partie gegen Villach wird ein Gradmesser, am Samstag gegen Graz dürften die Trauben sehr, sehr hoch hängen.