Harte Kunst, zarte Töne: Flatz und seine liebsten Liebeslieder

Der Schmerzensmann der Kunst zeigt seine weiche Seite: Am kommenden Donnerstag, 29. Oktober, ist Performancekünstler Flatz beim Talk- und Musikformat „Scheiben, die bleiben“ in Feldkirch zu Gast.
Bei der monatlichen Veranstaltungsreihe „Scheiben, die bleiben“ bringen die Gäste Musikstücke mit, die sie durch ihr Leben begleitet und geprägt haben. Die Lieder werden gemeinsam mit dem Publikum angehört und bilden den Ausgangspunkt für Gespräche über die jeweilige Biografie und persönliche Erinnerungen der Gäste.

International gefeiert
Für die zehnte Ausgabe konnten Journalist Jörg Stadler und Veranstalter Reinhard Rauch einen echten Tausendsassa der Kunstwelt als Gast gewinnen. Der international gefeierte Aktionskünstler Flatz beschäftigt sich in seinen radikalen Performances seit Jahrzehnten mit Gewalt, Macht und dem Verhältnis zwischen Täter und Opfer. Seine Arbeiten polarisieren, verstören und fordern das Publikum heraus. Umso überraschender seine Entscheidung, für den Abend ausschließlich Liebeslieder mitzubringen.

Eines davon ist das berühmte Blumenduett aus Léo Delibes’ Oper „Lakmé“. Das Stück hat für Flatz eine besondere Bedeutung: 1992 verwendete er es bei seiner spektakulären Documenta-Performance „Demontage XIV“, bei der zarter Operngesang auf das Dröhnen Dutzender Harley-Davidson-Motorräder traf. Zwanzig Jahre später half ihm ausgerechnet dieses Musikstück nach einem schweren Unfall buchstäblich wieder auf die Beine.
Bisher zu Gast waren unter anderem die Intendantin der Bregenzer Festspiele, Lilli Paasikivi; Psychiater Albert Lingg, Komponist Marcus Nigsch, Plattenverkäufer und Muisker Charlie Müllner, Bauunternehmer Hubert Rhomberg, Wirtin und Autorin Heidi Wimmer, Ex-Hotelier Franz Fetz, der frühere Konzertveranstalter Antoine Lemaire und Fotograf Werner Branz.






Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 29. Oktober, um 20 Uhr im Rauch Club in der Zeughausgasse in Feldkirch. Der Eintritt ist frei.