Vorarlberg

“Sehr fordernder Einsatz”: Neue Details zur Suche nach Skifahrerin (63) im Mellental

26.02.2026 • 11:49 Uhr
"Sehr fordernder Einsatz": Neue Details zur Suche nach Skifahrerin (63) im Mellental
Bergrettungs-Ortsstellenleiter Andreas Rüf informiert über den fordernden Einsatz. bergrettung mellau (4)

Die ortsunkundige Skifahrerin kam von der gesperrten Talabfahrt in Mellau ab und geriet in unwegsames Gelände. Bergretter Andreas Rüf schildert, wie der Einsatz ablief.

Eine 63-jährige Skifahrerin hat am Mittwochabend eine große Suchaktion ausgelöst. Sie versuchte gegen 17.30 Uhr, über die wegen Schneemangel gesperrte Talabfahrt im Skigebiet Mellau ins Tal zu gelangen, landete jedoch in unwegsamem Gelände. Andreas Rüf, Ortsstellenleiter der Bergrettung Mellau, schildert im NEUE-Gespräch, wie der Einsatz abgelaufen ist.

"Sehr fordernder Einsatz": Neue Details zur Suche nach Skifahrerin (63) im Mellental
Dunkelheit, Schnee und unwegsames Gelände forderte die Einsatzkräfte bei der Suchaktion sehr.

“Die erste Alarmierung kam um 18.53 Uhr. In Abklärung mit der RFL (Rettungs- und Feuerwehrleitstelle, Anm.) stellte sich in der Folge heraus, dass die Frau das unwegsame Gebiet nicht mehr selbstständig verlassen kann”, erklärt Rüf. “Sie war allein unterwegs und wollte die zu diesem Zeitpunkt gesperrte Talabfahrt nehmen. Beim ehemaligen Alpengasthaus ist sie aber falsch abgezweigt und in Richtung Mellental gelangt. Als sie nicht mehr weiterkam, hat sie ihre Ski abgeschnallt und ist gelaufen.”

Handyakku leer

Wie unwegsam das Gelände ist, zeigt sich auch daran, dass der Einsatztrupp der Bergrettungen Mellau und Bizau teils mit Seilversicherung unterwegs war. “Es ist ein sehr steiles Gelände, teilweise lag Schnee – ein durchaus fordernder Einsatz”, bilanziert Rüf. Anhaltspunkte für die Einsatzkräfte lieferten lediglich Telefongespräche zwischen der 63-Jährigen und ihren Begleitern, die nicht die Abfahrt über die gesperrte Piste in Angriff nahmen. “Sie hat zuerst mit ihren Begleitern kommuniziert und ihren GPS-Standort übermittelt, dann war aber der Akku ihres Handys leer”, verdeutlicht der Bergretter.

"Sehr fordernder Einsatz": Neue Details zur Suche nach Skifahrerin (63) im Mellental
Ein “sehr fordernder” Einsatz für die Suchtrupps der Bergrettung.

Um die Skifahrerin zu lokalisieren, waren neben den Suchtrupps auch eine Drohne der Bergrettung und ein eigens aus Salzburg angeforderter Spezialhubschrauber mit Wärmebildkamera im Einsatz. Anders als die Polizei zunächst mitteilte, war es jedoch nicht der Hubschrauber, der die Frau lokalisierte. “Die Wärmebildkamera ortete einen Bergretter, der mit Tourenski unterwegs war. Aufgrund seiner Skischuhe ging man zunächst davon aus, dass es sich um die vermisste Skifahrerin handelt”, führt Rüf aus. “Glücklicherweise gelang es, die Frau wenig später neben einem Bachbett auf einem Holzast sitzend zu lokalisieren.”

Frau konnte selbstständig absteigen

Die rund fünfstündige Suchaktion endete kurz vor 23 Uhr also mit Erfolg. Die 63-Jährige – sie ist laut Rüf aus dem Ausland und demzufolge nicht ortskundig – hielt sich 400 Meter unterhalb ihres ersten GPS-Standorts auf. “Die Frau war unterkühlt, aber unverletzt. Sie konnte mithilfe der Bergretter selbstständig ins Tal absteigen”, schildert der Bergretter.

"Sehr fordernder Einsatz": Neue Details zur Suche nach Skifahrerin (63) im Mellental
Andreas Rüf ist Ortsstellenleiter der Bergrettung Mellau.

Abschließend appelliert Rüf, gesperrte Abfahrten zu meiden und sich an Pistentafeln zu orientieren. “Gerade wegen der aktuellen Lawinengefahr ist es wichtig, nur im gesicherten Skiraum zu fahren. Alles außerhalb davon ist alpines Gelände. Es hat schließlich einen Grund, wenn eine Piste gesperrt ist.”

(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)