“Dass man mit einem Schlauchboot nicht über die Skipiste fährt, dürfte jedem normal denkenden Mensch klar sein”

Bürgermeister und Hüttenbetreiber Fridolin Plaickner sowie Feuerwehrkommandant Thomas Wehinger äußern ihre Sicht auf den ungewöhnlichen Unfall in Bürserberg.
Eine ungewöhnliche Idee sorgte für das jähe Ende einer Partynacht in Bürserberg: Fünf Jugendliche fuhren in der Nacht von Freitag auf Samstag mit einem Schlauchboot den Schlusshang der Skipiste 22 in Richtung Talstation Loischkopfbahn ab. Dort kollidierten sie mit einem Stahlstaketenzaun, vier der fünf Männer wurden ins Spital gebracht. Einer von ihnen, ein 22-Jähriger, musste aufgrund schwerster Verletzungen gar mit dem Hubschrauber ins Kantonsspital St. Gallen geflogen werden.
Plaickner: “Eine Tragödie”
Wie konnte das passieren? Die NEUE ging auf Spurensuche und sprach dazu mit dem Bürgermeister von Bürserberg, Fridolin Plaickner. Seine Familie betreibt die Rufana Alp, wo die vorausgegangene Feier stattfand. Plaickner äußert sein Mitgefühl mit den Verletzten, weist aber auch jede Schuld des Betriebs ab: “Es ist schlimm, dass das passiert ist, eine Tragödie. Aber es liegt auch in der Eigenverantwortung der Gäste. Dass man in einem Schlauchboot nicht über eine Skipiste fährt, dürfte jedem normal denkenden Mensch klar sein.” Hierzu zieht er einen Vergleich: “Es ist dasselbe, wenn jemand in ein Gasthaus geht, danach mit dem Auto nach Hause fährt und einen Unfall verursacht. Darauf hat man als Gastronom keinen Einfluss.”

Ob die Unfallopfer zuvor Alkohol konsumiert haben, weiß der Ortschef und Wirt nicht: “Das war eine Geburtstagsfeier mit 80 bis 85 Gästen. Logischerweise wurde Alkohol konsumiert, aber ob auch die, die später mit dem Schlauchboot gerodelt sind, getrunken haben, kann ich nicht sagen.” Das Schlauchboot sei von den Gästen selbst mitgebracht worden, erklärt Plaickner auf Nachfrage.
“Ungewöhnlicher Einsatz” für Feuerwehr
Thomas Wehinger, Kommandant der Feuerwehr Bürserberg, wurde nach dem Unfall hinzualarmiert: “Wir sind zur Einsatzstelle gekommen und haben uns dort zuerst mit den anderen Einsatzkräften abgesprochen. Unsere Aufgaben waren es, die Unfallstelle auszuleuchten und die Hubschrauberlandung vorzubereiten.” Vor Ort sei alles ruhig abgelaufen, die Rettung sei gut vorbereitet gewesen und die Verletzten seien beim Eintreffen der Feuerwehr schon teils versorgt gewesen. Einziges Hindernis stellte die Unfallstelle dar. “Das Einsatzgelände hinter der Talstation war schwer zugänglich. Der Bahnbetreiber öffnete uns dann aber ein Tor, das besseren Zugang ermöglichte”, erklärt Wehinger. Jedenfalls sei ein verunfalltes Schlauchboot auf einer Skipiste ein”ungewöhnlicher, nicht alltäglicher Einsatz”.
Zu den Verletzten konnte die Landespolizeidirektion (LPD) Vorarlberg am Montag noch kein Update geben. Neben dem Schwerstverletzten, der im St. Gallner Spital liegt, mussten ein Schwerverletzter (22 Jahre alt) und zwei Leichtverletzte per Rettungswagen ins Landeskrankenhaus Feldkirch transportiert werden. Der fünfte Beteiligte, ein 21-Jähriger, wurde vor dem Aufprall in den Zaun aus dem Schlauchboot geschleudert. Er blieb unverletzt. Laut LPD handelt es sich bei allen Beteiligten um Vorarlberger.
(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)