Vorarlberg

“Zehn Meter hohe Flammen”: So erlebten Augenzeugen den Brand in Wald am Arlberg

28.04.2026 • 16:11 Uhr
"Zehn Meter hohe Flammen": So erlebten Augenzeugen den Brand in Wald am Arlberg
Die NEUE hat sich in der Nachbarschaft in Wald am Arlberg umgehört. Jasmina Erdic (9)

Lokalaugenschein bei ausgebranntem Stall und Gästehaus im Klostertal: Zeugen schildern, wie sie den Großbrand erlebten. Einsatzleiter Ramon Zech berichtet von der heiklen Brandbekämpfung.

Ein Stallgebäude samt angrenzendem Gästehaus ist in Wald am Arlberg (Gemeinde Dalaas) am Montagabend völlig ausgebrannt. Am Tag danach sind beim Lokalaugenschein der NEUE weiterhin Feuerwehrleute mit den Aufräumarbeiten beschäftigt, um die gesperrte L97 wieder befahrbar zu machen. Auch ein Team aus Brandermittlern ist vor Ort, um die Ursache für das Feuer zu ergründen, das zwei völlig verwüstete Gebäude hinterlassen hat.

Großbrand Alberg
Vom Stall blieb nicht mehr als eine Brandruine übrig.

In der Luft liegt noch immer ein beißender Geruch nach verbranntem Holz. Nebenan grasen friedlich einige Alpakas. Der Stallbesitzer hatte sie alle gerade noch rechtzeitig vor den Flammen retten können.

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Die Alpakas überstanden den Großbrand unversehrt.

Einsatzleiter Ramon Zech von der Feuerwehr Wald am Arlberg schildert den Ablauf des Einsatzes: “Wir wurden circa um 17.30 Uhr mit Stufe F4 alarmiert, die Rede war von einem Dachstuhlbrand. Vor Ort haben wir gesehen, dass das Feuer schon aus dem Stall gezündet hat.” Zu den Löscharbeiten sind laut Zech alle Feuerwehren im Klostertal inklusive der Kollegen aus Bludenz mit Drehleiter angerückt.

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Ramon Zech leitete den Großeinsatz im Klostertal.

In der Folge sei das Feuer auf das Gästehaus zum Bären übergegangen. Die Löscharbeiten beschreibt der Einsatzleiter direkt und unverblümt: “Ehrlicherweise haben wir einfach volle Kraft draufgehalten, mit allem, was möglich war. Hinter dem Stall ist das Haus der Besitzer, das haben wir geschützt, da der Wind auch in diese Richtung geweht hat. Wir wollten auch das Gästehaus zum Bären halten, aber das Feuer ist unter dem Dach so weit vorgegangen, dass wir keine Chance hatten.” Schließlich mussten die Feuerwehrleute das gesamte Dach des Gästehauses entfernen, um Zugang zum Brandherd zu bekommen und das Feuer zu löschen.

Großbrand Alberg
Um Zugang zum Brandherd zu bekommen, musste die Feuerwehr das Dach des Gästehauses per Kran entfernen.

Bei der Brandbekämpfung erlitten sieben Feuerwehrleute leichte Verletzungen, weswegen sie vor Ort von Rettungskräften erstversorgt und im Landeskrankenhaus Bludenz behandelt wurden. Hier kann Zech Entwarnung geben: “Ihnen geht es gut, sie sind inzwischen schon wieder zu Hause. Sie haben sich Verbrennungen zugezogen.”

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Die unverletzten Feuerwehrleute halfen am Dienstag bei den Aufräumarbeiten.

Die NEUE spricht in Wald am Arlberg auch mit einigen Augenzeugen, die das Geschehen miterlebt haben. Erich Drißner versuchte noch, am Abend des Brandes vor Ort zu helfen. “Ich sah, wie Rauchschwaden unter dem Dach des Stalls hervorkamen. Da ist es wohl sehr heiß geworden”, beschreibt Drißner die Lage, während er hinter dem Steuer seines Traktors sitzt. Seinem Sohn gehöre die angrenzende Tischlerei, dort sei zum Glück kein Schaden entstanden. Drißner beschreibt den Brand als “tragisch”, zeigt sich aber auch erleichtert: “Zum guten Glück sind nur die Gebäude betroffen und kein Tier hat Schaden genommen.”

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Erich Drißner war am Dienstagvormittag auf seinem Traktor anzutreffen.

Elsbeth Gantner bekam vom Brand mit, als sie auf dem Heimweg war: “Ich bin um halb acht aus Frastanz nach Hause gekommen und habe schon von Dalaas aus eine Rauchwolke gesehen. Es ist auch ein Rettungsauto mit Blaulicht vorgefahren. Die Feuerwehrleute waren schon am Löschen”, schildert sie und fügt hinzu: “Es ist ein großer Schaden entstanden, aber wenn keine Personen schwer verletzt wurden, kann man von einem glimpflichen Ausgang sprechen.”

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Elsbeth Gantner sah das Feuer auf dem Heimweg.

Walter Maurer, Gerold Burtscher und Bertram Strolz sind für einen Workshop im örtlichen Seminarhaus einquartiert. “Am Abend haben wir die Sirene gehört. Da sahen wir schon zehn Meter hohe Flammen. Das Gebäude stand in Vollbrand”, erzählt Strolz. “Da kann man nicht mehr viel machen”, pflichtet ihm Maurer, der selbst Feuerwehrmann ist, bei. “Es ist tragisch, aber wir haben erfahren, dass niemandem etwas Schlimmeres passiert ist. Da ist man schon beruhigt”, so Strolz.

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V.l.: Walter Maurer, Gerold Burtscher und Betram Strolz.

(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)