Freestyle-Weltpremiere für Bludenz: Manege frei für die „Masters of Dirt“

Ildina Ortner und Svetko Baltic lotsen am 4. Juli eine der bekanntesten Freestyle-Shows der Welt nach Bludenz und geben Einblick in die faszinierende Welt des Extremsports.
Für die beiden ist die Premiere der weltbekannten Freestyle-Show in Bludenz weit mehr als eine Veranstaltung. Es ist die Verwirklichung einer Idee, die über Jahre gereift ist und die nun am 4. Juli erstmals Realität wird.

„Man muss das einfach einmal erlebt haben“, sagt Svetko Baltic. „Die Distanz, das Motorengeräusch, die Energie, die auf dem Platz entsteht.“ Die Liebe zum Freestyle-Sport entflammte bei dem gebürtigen Montafoner bereits früh, der passionierte ehemalige Snowboard-Profi ist inzwischen vermehrt im Lager der Freestyle-Motocrosse und Mountainbiker zu finden. Was sich auch beruflich niederschlägt, mit seiner Firma Ninjaz Gloves stellt er hochwertige und speziell für den Sport zugeschnittene Handschuhe her und rüstet auch die renommiertesten Fahrer auf der ganzen Welt aus.

Alles begann als Besucher einer Masters-of-Dirt-Show. Schon damals war ihm klar: Eines Tages soll dieses Spektakel ins Ländle kommen. „Ich habe mir damals schon gedacht: Wow, das möchte ich irgendwann einmal bei uns in Vorarlberg haben.“ Der Kontakt zur Szene war vorhanden. Aus geschäftlichen Beziehungen wurden Freundschaften, aus Freundschaften entstand schließlich die Idee, die Show nach Bludenz zu holen.
Allein hätte er das Projekt allerdings nicht stemmen können. „Dann habe ich Ildina kennengelernt“, erzählt Baltic. „Sie ist jemand, der Nägel mit Köpfen macht. Innerhalb kurzer Zeit ist daraus etwas Konkretes entstanden.“

Gebündelte Kräfte
Ildina Ortner lacht bei dieser Beschreibung. Tatsächlich wirkt sie eher wie jemand, der Projekte umsetzt, statt lange darüber zu reden. Die Eventmanagerin verfügt über Erfahrungen im Marketing und Veranstaltungsbereich, arbeitet hauptberuflich im Stadtmarketing Bludenz, organisiert Masters of Dirt aber nun als ihr erstes, eigenständiges Projekt. „Es gab keine Schablone dafür“, erzählt sie. „Wir haben wirklich bei null angefangen.“ Zwischen den ersten Gesprächen und der endgültigen Zusage lagen Monate voller Planungen, Verhandlungen und Genehmigungen.

„Es war überhaupt nicht so, dass jemand einfach Ja gesagt hat und wir loslegen konnten“, betont Ortner. „Im Hintergrund ist unglaublich viel passiert.“ Die Stadt Bludenz unterstützte das Vorhaben, stellte die Arena zur Verfügung und half bei den Rahmenbedingungen. Dennoch mussten zahlreiche Auflagen erfüllt werden.

Mit rund 3000 erwarteten Besuchern wird die Veranstaltung zu den größten ihrer Art in Vorarlberg zählen. Die Resonanz überraschte selbst die Organisatoren. „Die Sitzplätze waren innerhalb weniger Tage weg“, erzählt Ortner. Inzwischen wurden rund 2500 Eintrittskarten verkauft. „Das zeigt uns, dass die Leute auf so etwas gewartet haben“, sagt sie.
Freestyle-Hochburg Bludenz?
„Wir haben keine Stoppschilder bekommen“, sagt Ortner. „Aber natürlich viele Hinweise, worauf wir achten müssen.“ Dass die Stadt den Plänen offen gegenüberstand, überraschte selbst Baltic. „Für mich ist Bludenz in Vorarlberg der Vorreiter, wenn es um diese Szene geht. Schaut euch den Skatepark an, schaut euch die BMX-Bahn an, oder auch den Bikepark im Brandnertal. Da sieht man, dass in der Stadt und ihrer Umgebung etwas für junge Menschen getan wird.“

Wer Masters of Dirt noch nie erlebt hat, denkt zunächst an Motorräder, gewagte Sprünge und spektakuläre Stunts. Ganz falsch ist das nicht. FMX, BMX, Mountainbike und Quads gehören zum Programm. Internationale Spitzenathleten zeigen Tricks, für die sie jahrelang trainieren.
Für die Veranstalter steckt weit mehr dahinter. „Da wäre kein einziger Athlet dabei, der das nicht professionell macht“, sagt Baltic. „Das sind alles Sportler, die jahrelang trainiert haben. Niemand fährt dort einfach so mit.“ Besonders wichtig ist ihm deshalb die Vorbildfunktion der Fahrer. „Für mich steht im Vordergrund, dass Jugendliche neue Vorbilder bekommen“, sagt er. „Dass sie nicht nur zu Hause sitzen, sondern vielleicht selbst aufs Bike steigen, in den Skatepark gehen oder etwas ausprobieren.“ Er verweist auf zahlreiche Profis, die selbst als Kinder im Publikum saßen und heute Teil der Show sind. „Wer weiß“, sagt Baltic. „Vielleicht sitzt in Bludenz irgendwo ein Kind auf der Tribüne und fährt in fünf oder zehn Jahren selbst bei Masters of Dirt mit. Das wäre mein größter Wunsch.“

Infos und Tickets
„Masters of Dirt“: Freestyle Firestorm
Internationale Rider zeigen waghalsige Tricks und beeindruckende Stunts. Afterparty mit DJ Mosaken
WANN: 4. Juli 2026, 14 Uhr
WO: Arena Unterstein, Bludenz
Tickets ab 43 Euro unter oeticket.com
(NEUE am Sonntag)