Feuerwehr Düns bei der “Olympiade” in Eisenstadt: “Das ganze Dorf fiebert mit uns mit”

Die Feuerwehr Düns vertritt Vorarlberg bei den “World Firefighting Championships“ in Eisenstadt. Die Euphorie in der 450-Einwohner-Gemeinde ist riesig, wie Wettkampfleiter Mario Egger und Bürgermeister Lukas Batlogg erzählen.
Eine 13-köpfige Auswahl der Feuerwehr Düns macht sich am Dienstag auf den Weg nach Eisenstadt, wo die wohl größte Bühne ihrer bisherigen Wettkampf-Laufbahn wartet: Die Delegation aus neun Feuerwehrmännern, zwei Ersatzleuten und zwei Betreuern (darunter sogar ein Physiotherapeut) vertritt Vorarlberg bei den World Firefighting Championships. Nicht nur sicherte sich die eingespielte Truppe heuer zum dritten Mal in Folge den Goldenen Helm – den Preis für den Sieger der Landesfeuerwehr-Leistungsbewerbe – sie schaffte im Vorjahr auch zum zweiten Mal in der eigenen Geschichte die Qualifikation für diese international besetzte „Feuerwehr-Olympiade“.

Das erste Antreten liegt schon 63 Jahre zurück, damals ging es nach Frankreich ins elsässische Mulhouse. Auch heuer stehen wieder die beiden Disziplinen Löschangriff und Hindernis-Staffellauf auf dem Programm. Dafür trainierte die Truppe unter der Regie von Wettkampfleiter Mario Egger rund ein Jahr lang bis zu drei Mal pro Woche. Das „Mädchen für alles“, wie Egger sich selbst bezeichnet, ist schon voller Vorfreude auf die Atmosphäre und „die Möglichkeit, sich mit den Besten der Welt zu messen.“ Grinsend fügt er hinzu: „Es kann ja schließlich nicht jeder von sich behaupten, dass es ein Olympionike ist.“

Eggers Aufgabe ist, die Gruppe zu führen, zu koordinieren und „hin und wieder auch den Kopf hinzuhalten“, wie er es beschreibt. „Es ist mir eine große Ehre, die Gruppe auf und neben dem Platz zu führen“, erklärt er. Besonders stolz mache ihn zudem, welche Begeisterung im Dorf herrsche: „Es ist unglaublich, welchen Support wir erfahren durften. Vom Sponsorpartner bis zum Kindergarten fiebern alle mit uns mit.“
Rund 100 Fans aus Düns vor Ort
Bürgermeister Lukas Batlogg ist als Ersatzmitglied Teil der Wettkampfgruppe. Auch er schwärmt vom großen Rückhalt in der 450-Einwohner-Gemeinde: „Wir haben einen 50-Plätze-Bus organisiert, der mit unseren Fans gefüllt sein wird. Zusätzlich fahren einige mit Privatautos oder dem Zug nach Eisenstadt, um uns zu unterstützen. Wir schätzen, dass rund 100 Leute aus Düns vor Ort sein werden.“ Dass mehr als ein Fünftel der Einwohner für die Feuerwehr-Olympiade auf den Beinen sein wird, macht den Bürgermeister stolz. „Die Unterstützung aus dem Dorf ist etwas ganz Besonderes“, sagt Batlogg. Er beschreibt, wie freudig die Wettkämpfer schon bei den Siegen des Goldenen Helms empfangen worden seien.

Auch am Montag kommende Woche wird es einen Empfang für das Wettkampfteam der Feuerwehr in Düns geben, auch Besuche von Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) und Landesstatthalter Christof Bitschi (FPÖ) sind laut dem Bürgermeister angekündigt. Davor geht es jedoch ans Eingemachte: Am Donnerstag und Freitag können die Teams mit dem vor Ort zur Verfügung gestellten Equipment trainieren und sich in der Wettkampfumgebung akklimatisieren. Am Samstag stehen dann die Bewerbe an, ehe am Sonntag die Siegerehrung über die Bühne geht.

Abseits der Bewerbe gibt es noch ein anderes Highlight, auf das sich der Bürgermeister in Eisenstadt freut: „Es gibt einen Österreich-Abend, an dem die Wettkämpfer aus allen neun Bundesländern zusammenkommen.“ Jedes Team bringe kulinarische Spezialitäten aus ihrer Region mit, „wir bringen Vorarlberger Milchprodukte der Sennerei Schnifis.“
Starkes Teilnehmerfeld
Die Konkurrenz für die Feuerwehr Düns in Eisenstadt ist stark, insgesamt werden rund 1500 Teilnehmer aus 17 Nationen erwartet. Einen Favoriten gebe es nicht, schildert Batlogg: „Alle Feuerwehren sind stark, sonst wären sie bei so einem Bewerb nicht dabei. Wichtig wird sein, einen fehlerfreien Lauf hinzubekommen, denn sonst bekommt man Strafsekunden und das kann das Klassement durcheinanderwürfeln.“

Wettkampfleiter Egger hebt hervor, wie viele Personen hinter dem Antreten bei der „Feuerwehr-Olympiade“ stehen: „Neben den Wettkämpfern, die an einem Strang ziehen müssen, braucht es ein Umfeld, das unterstützt und auf vieles verzichtet. Jeder kleine Baustein am Erfolg ist wichtig und jeder soll auch seinen Anteil am Erfolg haben.“ Er erhofft sich, dass sein Team die Trainingsleistungen im Bewerb bestätigen kann: „Dann ist sehr viel möglich.“ Bürgermeister Batlogg stellt die Kameradschaft in den Mittelpunkt: „Wir wollen die gemeinsame Zeit genießen. Wir gehen als Team und kommen als Team zurück.“
(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)