Skitour: Auf den Spuren von Ernest Hemingway in der Silvretta

Im Jubiläumsjahr begleitete die NEUE am Sonntag Bergführer Hanno Dönz auf eine Skitour in die Silvretta, wo der Schriftsteller vor 100 Jahren unberührte Natur vorfand.
Den Silvretta Stausee fand Ernest Hemingway damals noch nicht vor, genauso wenig wie die Vermuntbahn, mit der Bergführer Hanno Dönz und die Teilnehmer einer Skitour auf den Spuren des weltberühmten Schriftstellers und Abenteurers auf den Berg befördert wurden.

„Hemingway und seine Freunde waren – wenn man so will – die Vorläufer der Freerider, die mehrtägige Aufstiege auf sich nahmen, um mit ihren Skiern die Hänge des Silvretta-Gebiets abzufahren. Ihnen ging es primär um den Reiz der Abfahrt, weniger um die Besteigung von Gipfeln“, informiert der erfahrene Montafoner Alpinist. Mit dem Literaten kam er bereits bei seiner Maturaarbeit in Kontakt, seitdem habe ihn der Aufenthalt des US-amerikanischen Draufgängers, der vor 100 Jahren im Montafon verweilte, nicht mehr losgelassen.

Impressionen und Interview im NEUE-Video
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Faszination Bergwelt. Anlässlich dieses Jubiläums feierte das ganze Tal seinen weltberühmten Besucher, auch in Form von geführten Skitouren, in diesem Fall eines Aufstiegs auf den an diesem Tag nahezu unverspurten Hennekopf.

„Erstaunlich ist, wie intensiv sich Hemingway mit dem Thema auseinandergesetzt hat. In Briefen beschreibt er die Gefahren durch Lawinen, Skibindungen, die auslösen oder den Plan, mit einem Flugzeug auf Berggipfeln zu landen – auch um sich die Strapazen der mühevollen Aufstiege zu ersparen“, führt Hanno Dönz weiter aus.

Nach der obligatorischen Einschätzung der Lawinensituation und der Überprüfung der Lawinenausrüstung bahnte sich die Gruppe ihren Weg durch das Bieltal, im Angesicht der beeindruckenden Majestät von Bergen wie dem Hohen Rad, dem Großen Piz Buin, dem Seehorn oder der Rauhkopfscharte.

Nach knapp zweieinhalb Stunden und vielen spannenden Anekdoten, die den Aufenthalt des Weltenbummlers, beispielsweise am Fuß des Piz Buins in der Wiesbadener Hütte skizzieren, feierte die Gruppe den Gipfelsieg. Als Belohnung folgte eine sich über rund 800 Höhenmeter erstreckende Abfahrt in traumhafter Kulisse.

Einkehr im Madlenerhaus. Den Abschluss der Tour, die den Bogen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und der gemeinsamen Faszination für die Bergwelt spannte, beging man im Madlenerhaus – wie einst Ernest Hemingway, der dort am Eingang zur Gaststube von der Holzwand lächelt.



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(NEUE am Sonntag)