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Keine Filme, offene Fragen: Das Metro-Kino wartet

14.01.2026 • 17:15 Uhr
Keine Filme, offene Fragen: Das Metro-Kino wartet
Das Metro-Kino in Bregenz ist seit Monaten geschlossen. Hartinger

Das Metro-Kino in Bregenz ist seit Monaten geschlossen. Während die Stadt den Standort als Kultur- und Kinoraum erhalten möchte, ziehen sich die Gespräche mit Eigentümer Lukas Pasi über einen möglichen Ankauf weiter hin.

Im März 2025 beendete Betreiber Sakir Sahin den Pachtvertrag mit Eigentümer Lukas Pasi – aus „Mangel an Transparenz, Zusammenarbeit und Investitionen in das alte Gebäude“. Seither werden im Metro-Kino keine Filme mehr gezeigt, im Café ist aufgestuhlt. Wie es mit dem Traditionskino weitergeht, ist auch fast ein Jahr später weiterhin offen.

Die Sicherung des Kinostandorts im Vorkloster ist der Stadt Bregenz jedoch ein Anliegen. So ist im Arbeitsprogramm „Zukunft Bregenz 2025–2030“ festgehalten: „Die Landeshauptstadt plant die Umgestaltung zu einem vielseitigen Kultur- und Veranstaltungszentrum mit Gastronomie.“ Der Kinobetrieb soll dabei aufrechterhalten bleiben. Verhandlungen über einen möglichen Ankauf der Immobilie durch die Stadt laufen mit Eigentümer Pasi bereits seit längerer Zeit.

Stadt erstellt Gutachten

Seitens der Stadt wurden mehrere Gutachten in Auftrag gegeben. Unter anderem wurden Schallmessungen durchgeführt, um zu klären, welche Nutzungsmöglichkeiten künftig infrage kommen und welche Lautstärken zulässig sind. „Diese sind relativ gut verlaufen“, berichtet Kulturstadtrat Reinhold Einwallner auf NEUE-Anfrage. „Zudem wurde eine Gesamtbewertung des Gebäudes sowie der anfallenden Sanierungskosten erstellt.“ Damit seien für die Stadt die Rahmenbedingungen abgesteckt und eine Verhandlungsbasis geschaffen worden. „Auf Grundlage dieser Gutachten haben wir Lukas Pasi auch ein Angebot gemacht.“

Keine Filme, offene Fragen: Das Metro-Kino wartet
Der Bregenzer Kulturstadtrat Reinhold Einwallner. Steurer

Andere Vorstellungen

Der Eigentümer habe jedoch andere Vorstellungen, so Einwallner, und „uns mitgeteilt, dass er ein eigenes Gutachten erstellen lassen wird“. Dadurch hätten sich Gespräche und Verhandlungen weiter verzögert. „Eine Entscheidung gibt es noch nicht“, bestätigt auch Pasi. „Im Moment kann ich noch nichts sagen, es wird aber einen weiteren Termin mit der Stadt geben.“ Für ihn wäre ein Ankauf des Metro-Kinos durch die Stadt „eine schöne Option – vor allem, weil es dann eine gewisse Garantie gäbe, dass es weitergehen kann“. Dass er das Kino selbst weiterführt, sei hingegen eher unwahrscheinlich: „Die Kinolandschaft ist insgesamt schwierig. Die Förderungen haben sich geändert, und es handelt sich um ein großes Projekt.“

Weitere Gespräche

Weitere Gespräche und Verhandlungen sollen demnächst stattfinden, bestätigen sowohl Pasi als auch Einwallner. Der Kulturstadtrat betont jedoch: „Die Immobilie Metro-Kino ist eine interessante und lohnende Investition – für das Vorkloster und für die gesamte Stadtentwicklung. Der Kauf muss aber für die Stadt finanzierbar sein.“

metro kino, Erich Langeder
Erich Langeder engagiert sich mit Gleichgesinnten für den Erhalt des Metro-Kinos. rob

Unterstützung aus dem Vorkloster

Im Vorkloster engagiert sich unterdessen Erich Langeder mit dem neu gegründeten Verein „Lichtspielfreunde – Förderung altes Metro-Kino“ für den Erhalt und die Wiedereröffnung des Metro-Kinos als Programmkino und Begegnungsort mit Café. Vorgesehen ist ein Kooperationsmodell, bei dem die Stadt das Gebäude kauft und saniert, die Metro Kino GmbH den kommerziellen Betrieb übernimmt und ein gemeinnütziger Verein für das kulturelle Programm, Förderungen und Veranstaltungen zuständig ist. Das Konzept hat Langeder bereits Bürgermeister Michael Ritsch vorgestellt.

“Ein Stück Heimat”

Die Initiative ist laut Langeder startklar, stößt im Stadtteil auf breite Unterstützung und soll dem Metro-Kino wieder eine zentrale Rolle als kultureller Treffpunkt im Vorkloster geben. „Wir hoffen natürlich, dass sich die Stadt und Pasi zeitnah einigen.“ Es gehe nicht nur um das Kino, sondern um einen Ort der Begegnung: „Für viele Menschen im Vorkloster ist das Metro ein Stück Heimat – vom ersten Date bis zu regelmäßigen Filmabenden“, weiß Erich Langeder.