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Großer Ärger: Schranke immer noch zu

HEUTE • 14:44 Uhr
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Die verschlossene Schranke sorgt für Diskussionen. kb/kh

Wie die NEUE am Freitag berichtete, wurde die Langlaufloipe in Sibratsgfäll bei der Alpe Krähenberg verschlossen und mit einer ominösen Tafel versehen. Sie ist weiter zu.

Von Kurt Bereuter

Schon letzte Woche war der Unmut in der Bevölkerung, bei den Langläufern, und vor allem beim Bürgermeister groß, dass die Langlaufloipe wegen der versperrten Schranke an dieser Stelle nicht präparierbar ist. Auf Nachfrage beim Rechtsvertreter des Alpeigentümers, erklärte Rechtsanwalt Wilhelm Klagian, dass er zwar nicht wisse, wer die Schranke verschlossen habe, aber er werde ohne Auftrag dafür sorgen, dass die Schranke geöffnet werde. Das versprach er auch gestern noch, nach dem ihn die NEUE kontaktiert hatte, weil sich mehrere Personen an die Redaktion wandten. Offenbar konnte sich der Rechtsvertreter nicht durchsetzen, denn gestern Morgen war die Schranke immer noch versperrt. Trotz mehrmaligem Versprechen von Klagian, dass er im Falle selbst hinfahren werde, um die Schranke zu öffnen.


Wie schon berichtet, wurde bei der versperrten Schranke eine Tafel angebracht, mit dem Hinweis, dass man sich bei Unverständnis über die versperrte Schranke an den Bürgermeister wenden soll, der die Benützung der Alpe von einem Tag auf den anderen verhindert habe. Bürgermeister Martin Bereuter überlegt sich, gegen diese Tafel (verwaltungs-)strafrechtlich vorzugehen, denn er würde nur tun, was ihm die Gesetze vorschreiben.

Schranke Alpe Krähenberg
Auch diese an einem Baum montierte Kamera erregt den Unmut des Bürgermeisters. kb


Bürgermeister Bereuter weist auch darauf hin, dass durch diese versperrte Schranke die Sicherheit auf der Loipe und im Gebiet hinter der Schranke nicht mehr gewährleistet sei. Für alle Schrankenanlagen in seinem Gemeindegebiet hätte er, oder die Feuerwehr, jederzeit Zugang zu einem Schlüssel, um die Zufahrt für Blaulichtfahrzeuge zu ermöglichen. Hier sei dies nicht gegeben und bei einem Unfall oder einem Herzinfarkt hinter der Schranke wäre keine Zufahrt – auch nicht mit Allradfahrzeugen – möglich.

Großer Ärger: Schranke immer noch zu
Bürgermeister Martin Bereuter. hartinger


Bürgermeister Bereuter ist auch eine Kamera ein Dorn im Auge, die im direkten Umfeld der Schrankenanlage an einem Baum montiert ist. Die würde illegal öffentliches Gut filmen und Rechte verletzen. Auch diese müsse entfernt werden, ansonsten rechtliche Schritte folgen würden. Aber immerhin könnte mittels Kamera vom Eigentümer festgestellt werden, wer die Schranke verschlossen habe, das will nämlich niemand gewesen sein. Errichtet wurde die Anlage seinerzeit vom Alt-Bürgermeister Konrad Stadelmann, der sich eine Zeit lang im Auftrag des Alpeigentümers um die Alpe kümmerte.

Schranke Alpe Krähenberg
Die Schranke mit der Tafel ist immer noch geschlossen, obwohl Rechtsanwalt Klagian versprach, ihn selbst zu öffnen. kb


Aus Hittisau hat die NEUE erfahren, dass auch dort ein Grundeigentümer die Loipe nicht mehr auf seinem Grund haben wollte und die Präparierung verhindert habe. Mit Rechtsanwalt Paul Sutterlüty, der mit Klagian eine gemeinsame Kanzlei in Dornbirn betreibt, sei es aber gelungen, innert kürzester Zeit den Grundeigentümer zum Einlenken zu bewegen. Laut Vorarlberger Sportgesetz, § 4, sei nämlich die Ausübung des Sports ausdrücklich zu ermöglichen.
Der NEUE gegenüber erklärt Klagian, dass von der Gemeinde noch nie nach einem Schlüssel nachgefragt wurde und zudem sei die Zufahrt von der anderen Seite möglich, beziehungsweise mit einem Skidoo könne das Gatter umfahren werden, so Klagian. Konkret dazu: „Wenn es um die Zufahrt zu Rettungszwecken geht, kann jederzeit angefragt werden, wonach eine solche ermöglicht wird.“ Klagian ist in Kontakt mit dem Eigentümer und dem potenziellen Käufer. Sie würden sich auf alle Fälle ein Gespräch mit dem Bürgermeister wünschen, um die Sache endgültig und rechtssicher zu klären. Der potenzielle Käufer, Christian Beer, würde sich laut Anwalt sogar einer öffentlichen Diskussion stellen. Bei gutem Willen von allen Seiten könnte die Sache rechtlich sauber geklärt werden. Es bleibt spannend und die Situation ist reichlich verfahren, nicht nur der Schnee um das Gatter.