„Getränkepreise in den Clubs sind mir zu hoch“

Die Teuerung ist auch im Nachtleben angekommen. Die NEUE hat junge Menschen im Mr. John‘s in Dornbirn befragt, wie sich die gestiegenen Preise auf ihr Ausgehverhalten auswirken.
Die Preise sind nicht nur im Supermarkt spürbar gestiegen, sondern auch in Clubs und Bars. Ein Abend beim Ausgehen kostet heute deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren. Vor allem die steigenden Preise für Getränke und Eintritt sorgen dafür, dass viele junge Menschen deutlich genauer hinschauen, bevor sie Geld ausgeben, auch in Vorarlberg.
Sparsam sein
Jugendliche und junge Erwachsene verfügen oft nur über ein begrenztes Budget und müssen sich entscheiden, wofür sie ihr Geld einsetzen und ob sie lieber sparen. Geht die Jugend heute seltener aus, oder hat sich das Ausgehverhalten einfach verändert? Die NEUE ist dieser Frage im Dornbirner Nachtleben nachgegangen.
Weniger Alkohol?
Während früher mehrere Drinks in einer langen Clubnacht vollkommen selbstverständlich waren, wird heute beim Ausgehen meist weniger Geld ausgegeben. Stattdessen setzt sich immer mehr das sogenannte „Vorglühen“ durch: Getrunken wird zu Hause oder bei Freunden, bevor es später gemeinsam in die Bar oder in den Club geht. Spontan mehrere Drinks im Club zu bestellen, kommt heute für viele nicht mehr in Frage. Ganz auf das Ausgehen verzichten die meisten Jugendlichen allerdings nicht. Bars und Clubs bleiben wichtige Treffpunkte, um Freundschaften zu pflegen, neue Leute kennenzulernen und gemeinsam Zeit zu verbringen.
Viele passen sich an
Die gestiegenen Preise haben damit weniger dazu geführt, dass junge Menschen dem Nachtleben komplett den Rücken kehren. Vielmehr passen sie ihr Verhalten an, konsumieren weniger, planen ihre Abende genauer und suchen nach günstigeren Möglichkeiten, um dennoch Teil des gesellschaftlichen Lebens zu bleiben. Das Ausgehen bleibt für die Jugend wichtig, aber es hat sich verändert. Die Umfrage der NEUE zeigt deutlich, wie sich die Prioritäten der Jugend verschoben haben und was ihnen heute im Nachtleben wichtig ist.

„Trinke anders als früher“
Ich kaufe von den Sachen, die teurer geworden sind, eigentlich genau gleich viel wie früher. Was sich aber deutlich verändert hat, ist mein Umgang mit dem Trinken beim Fortgehen. Ich trinke inzwischen mehr vor und kaufe mir im Club oder in der Bar dann weniger Getränke, weil es einfach günstiger ist, vorher etwas zu trinken. Insgesamt trinke ich dadurch nicht mehr oder weniger als früher, sondern verteile es einfach anders. In den Clubs selbst konsumiere ich jedenfalls weniger, weil mir die Preise dort oft zu hoch sind. Ein fairer Preis für ein Getränk wäre für mich etwa 4,60 Euro – dann würde man sich auch eher noch eines im Lokal kaufen. Dass mittlerweile mehr vorgetrunken wird, ist für viele schon eine Umstellung. Man muss sich zuerst einen geeigneten Platz dafür suchen und sich vorher organisieren. Gleichzeitig bringt das auch Nachteile mit sich. Denn wenn man schon angetrunken ist, wird der Weg in den Club komplizierter, weil dann meist niemand mehr fahren kann. Das zeigt schon, wie sehr sich das Fortgehen durch die hohen Preise verändert hat.
Marco Briers (20)

„Ich lasse mich einladen“
Für mich ist mittlerweile das Fortgehen zu langweilig geworden und deshalb gehe ich auch weniger in Clubs. Das Ausgehen insgesamt ist deutlich teurer geworden. Dazu kommt, dass ich finde, dass es in Clubs und Bars nicht mehr so gut ist wie früher, weil die Stimmung für mich oft nicht mehr richtig passt. Alkohol trinke ich trotzdem ungefähr gleich viel wie früher, auch wenn die Getränke teurer geworden sind. Das liegt ehrlich gesagt auch daran, dass ich mich beim Fortgehen gerne einladen lasse. Dadurch merke ich die hohen Preise nicht immer direkt, aber natürlich fällt es trotzdem auf, wie teuer Getränke inzwischen geworden sind. In manchen Clubs kostet ein Wodka‑Bull mittlerweile schon rund zehn Euro, und das finde ich schon sehr viel. Seitdem alles teuer ist, gehe ich auch öfters Vortrinken mit meinen Freunden, was für uns viel billiger ist. Angemessen fände ich Preise von fünf bis sechs Euro pro Getränk. Das wäre für mich völlig in Ordnung und würde das Fortgehen insgesamt wieder etwas angenehmer machen.
Natalie Hammerer (18)

„Man gönnt sich was“
Meiner Meinung nach sind Clubs viel zu teuer und ich gehe daher nicht mehr so oft. Einerseits liegen die Preise einfach höher als früher, andererseits gibt es für mich auch nicht mehr so viele wirklich attraktive Möglichkeiten zum Fortgehen. Ob etwas teuer ist oder nicht, hängt zwar immer davon ab, wohin man geht, aber insgesamt überlegt man sich das Ausgehen inzwischen genauer. Wenn es nach mir ginge, sollten Getränke deutlich weniger kosten. Ein Preis von etwa drei bis vier Euro wäre für mich akzeptabel, vor allem, weil man dieselben Getränke im Geschäft ungefähr für denselben Preis bekommt. Dann würde es sich auch wieder mehr lohnen, im Club selbst etwas zu konsumieren. Ich trinke beim Fortgehen ungefähr gleich viel wie früher, weil ich mir denke, dass man sich nach einer anstrengenden Arbeitswoche auch einmal etwas gönnen darf. Das Geld kommt immer irgendwie zurück. Fortgehen ist für mich eher eine bewusste Entscheidung, wann und wo es sich wirklich lohnt.
Nico Nerat (21)

„Clubs sind teuer geworden“
Ich gehe eigentlich nicht besonders viel fort und gebe generell nicht viel Geld fürs Fortgehen aus. Ich spare gerne für andere Dinge. Man merkt schon, dass Bestellen in Clubs und Bars ziemlich teuer geworden ist. Zum Beispiel kostet ein Getränk schnell neun oder sogar bis zu 15 Euro. Trotzdem trinke ich deswegen nicht mehr oder weniger, sondern gleich viel wie vorher. Ich trinke generell nicht viel Alkohol, deshalb haben die hohen Preise für mich eigentlich keinen großen Einfluss darauf, wie viel ich trinke oder wie oft ich ausgehe.“ Wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre in meinen Augen so circa drei bis sechs Euro ein fairer Preis für einen Drink.
Emily Pohn (18)

„Zu hohe Preise“
Momentan trinke ich weniger, weil alles teurer geworden ist und man sich seine Ausgaben gut überlegt. Generell gehe ich aber sowieso nicht besonders oft aus. Wenn, dann eher mit meinem Musikverein und dort sind alle Getränke meistens gratis. In Clubs und Bars trinke ich deshalb eher wenig, weil mir die Preise dort zu hoch sind. Ich spare eher für andere Sachen die mir persönlich wichtiger sind, aber nicht direkt beim Ausgehen. Wünschen würde ich mir, dass ein Getränk etwa vier bis fünf Euro kostet, das fände ich einen guten und leistbaren Preis. Ich denke das würde für viele Jugendliche das Fortgehen in Clubs und Bars wieder attraktiver machen.
Selina Pripfl (19)

„Das Erlebnis zählt“
Im Moment gehe ich eigentlich gleich viel oder sogar etwas mehr aus als früher. Für mich stehen dabei vor allem die sozialen Kontakte im Vordergrund. Fortgehen ist für mich eine Möglichkeit, Freunde zu treffen, neue Leute kennenzulernen und einfach rauszukommen. Der finanzielle Aspekt spielt dabei ehrlich gesagt keine besonders große Rolle für mich. Deshalb trinke ich beim Fortgehen auch eher mehr als weniger. Ich versuche nicht bewusst, im Club weniger zu konsumieren oder zu sparen weil die Preise höher geworden sind. Wenn ich ausgehe, dann möchte ich den Abend einfach genießen und mir darüber keine großen Gedanken machen. Die aktuellen Getränkepreise empfinde ich daher grundsätzlich als in Ordnung. Selbst wenn ein Getränk noch ein paar Euro mehr kosten würde, wäre das für mich kein entscheidender Unterschied. Für mich ist das Ausgehen vor allem eine Frage der Prioritäten, und solange das soziale Erlebnis stimmt, stehen die Preise für mich nicht im Vordergrund und ich achte nicht besonders darauf.
Johannes Fenkart (19)