Angespuckt und bedroht: Musikerin über Vorfall vor Bahnhof-Randale

Stunden vor den schweren Sachbeschädigungen am Bahnhof Nenzing soll es bereits zu beunruhigenden Szenen gekommen sein. Eine bekannte Musikerin schildert, was sie am Mittwochabend erlebt hat.
Nach den schweren Sachbeschädigungen am Bahnhof Nenzing, über die die Polizei am Donnerstag informierte, meldet sich nun eine Zeugin zu Wort. Die Musikerin Alex Sutter, bekannt als ehemalige Teilnehmerin der Castingshow „The Voice of Germany“ und als Lehrende an der Musikschule Nenzing, schildert einen Vorfall, der sich bereits am Mittwochabend ereignet haben soll, mehrere Stunden vor dem nächtlichen Polizeieinsatz.
Die Polizei war in der Nacht auf Donnerstag kurz vor 3 Uhr zum Bahnhof Nenzing gerufen worden. Zwei unmündige Burschen aus dem Bezirk Bregenz im Alter von 12 und 13 Jahren wurden am Bahnhofsgelände angetroffen. Laut Polizei wurden mehrere Sachbeschädigungen festgestellt, darunter eingeschlagene Glasscheiben, eine beschädigte Wartebank sowie ein Brand in einer Wartekabine. Die Jugendlichen räumten eine Beteiligung zumindest teilweise ein und wurden den obsorgeberechtigten Personen übergeben.
Vorfall am Mittwochabend
Alex Sutter berichtet, dass sie sich am Mittwochabend kurz vor 20 Uhr am Bahnhof Nenzing aufgehalten habe, um auf einen Zug zu warten. Nach ihren Angaben befanden sich dort zwei Jugendliche, die Einrichtungen des Bahnhofs beschädigt hätten. „Sie haben die Glastüre des Wartehäuschens vollgespuckt und an Automaten und Mülleimern gerüttelt“, schildert sie. Beide hätten geraucht und laut ihrer Wahrnehmung habe der Größere von beiden auch einen Schlagring oder einen ähnlichen Gegenstand bei sich gehabt.
„Ich habe gesagt, sie sollen aufhören. Daraufhin hat mich einer direkt angespuckt“, berichtet Sutter. Sie habe angekündigt, die Polizei zu rufen. „Und dann hat er noch einmal gespuckt.“ Schließlich habe sie tatsächlich die Polizei verständigt, woraufhin die Jugendlichen geflüchtet seien.
Jugendliche auch im Zug
Mit dem Eintreffen des Zuges Richtung Bregenz habe sich die Situation für Sutter jedoch nicht erledigt. Sie sei im hinteren Bereich des Zuges eingestiegen. Dort hätten sich ebenfalls mehrere Jugendliche aufgehalten. „Ich kann nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, ob es die gleichen waren“, sagt sie.
Nach ihren Schilderungen sei es jedoch auch im Zug zu beunruhigenden Situationen gekommen. Die Jugendlichen hätten begonnen, mit Feuer zu hantieren und ein Feuerzeug in ihre Richtung zu werfen. „Zum Glück sind dann andere Fahrgäste eingeschritten und haben das gestoppt“, sagt Sutter. Beim Aussteigen in Hohenems hätten die Jugendlichen von innen gegen die Scheiben getrommelt und Grimassen geschnitten.
„Kein Lausbubenstreich“
Sutter erklärt, dass sie beruflich viel mit Kindern und Jugendlichen unterschiedlichster Herkunft zu tun habe. An der Musikschule erlebe sie täglich ein friedliches und respektvolles Miteinander. „Darum ärgert es mich besonders, wenn ein paar wenige auf alle anderen ein schlechtes Licht werfen“, sagt sie. Die Jugendlichen täten ihr leid, betont Sutter. „Aber das war kein Lausbubenstreich.“ Ihrer Einschätzung nach habe hier „das System versagt“. Den entstandenen Schaden würden am Ende vermutlich andere tragen.