Öko-Luxus für die Füße

Die Geschäfte laufen gut für Birkenstock: Die Traditionsmarke steigerte 2025 ihren Umsatz auf 2,1 Milliarden Euro – ein währungsbereinigtes Wachstum von 18 Prozent.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft in der asiatisch-pazifischen Region, wo der Umsatz um beeindruckende 31 Prozent zulegte. Zum Vergleich liegt das durchschnittliche Wachstum der Branche bei 5 bis 7 Prozent. Seit der Übernahme durch die Private‑Equity‑Gesellschaft L Catterton hat sich das Image der einstigen „Fußbett-Sandalen“ grundlegend gewandelt: Aus dem einstigen Öko‑Schuh wurde eine gefragte Lifestyle‑Marke. Dennoch bleibt das Unternehmen seiner umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie treu.
Der Grundstein für diesen Erfolg wurde bereits 1896 gelegt: Damals entwickelte Konrad Birkenstock eine revolutionäre Idee (ohne wissenschaftlichen Beweis): anatomisch geformte Fußbett-Einlagen, die sich der Fußform anpassen. Bis heute setzt Birkenstock bei der Produktion überwiegend auf Naturmaterialien wie Kork, Naturlatex, Jute, Leder und Wollfilz – Rohstoffe aus nachhaltigen Quellen, die sowohl langlebig sind als auch eine geringe Umweltbelastung gewährleisten.
Wie Birkenstock den Sprung vom mittelständischen Hersteller sogenannter „Gesundheitslatschen“ zu einer börsennotierten Premiummarke schaffte, gilt mittlerweile als Musterbeispiel strategischer Unternehmensentwicklung unter Private-Equity-Einfluss. Private-Equity-Firmen sammeln Kapital von institutionellen Anlegern und vermögenden Privatpersonen, um Unternehmen mit Entwicklungspotenzial zu übernehmen und zu transformieren. Medienberichten zufolge erwarb L Catterton im Jahr 2021 rund 85 Prozent der Birkenstock-Anteile – basierend auf einer Bewertung von knapp 5 Milliarden US-Dollar. Beim Börsengang zwei Jahre später lag die Bewertung bereits bei fast 9 Milliarden US‑Dollar.
Mit sicherem Gespür nutzte Birkenstock zentrale Wachstumstreiber der Schuhbranche: Konsumenten weltweit wünschen sich bequeme, nachhaltig produzierte und zugleich exklusive Schuhe. Dazu brachte L Catterton den Luxuskonzern LVMH sowie dessen Eigentümer-Holding, das Arnault Family Office, als strategischen Partner ins Spiel – ideale Voraussetzungen, um das Fußbett zur Statusikone aufzuwerten. Kollaborationen mit Modemarken wie Dior und Jil Sander sowie eigene High‑End‑Kollektionen wie „1774“ positionierten Birkenstock im Premiumsegment. Heute werden für manche Modelle bis zu 1600 Euro pro Paar und mehr bezahlt.
Christoph Flatz
