Wie ein Videospiel die Welt erobert

Seit 30 Jahren erobern Pokémon als Videospiel, Zeichentrick und Sammelkarten die Welt und verbinden Generationen von Fans.
Pokémon ist ein Kunstwort und bedeutet wörtlich „Taschenmonster“. Es setzt sich aus den englischen Wörtern „pocket“ für Tasche und „Monster“ zusammen. Es sind Fantasiewesen aus einer japanischen Spiel- und Zeichentrickreihe. In Videospielen, Fernsehserien und Sammelkarten treten sie gegeneinander an und können von Spielern, den sogenannten „Trainern“, gesammelt und trainiert werden.
Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der weltweit umsatzstärksten Medienmarke mit etwa 100 Milliarden US-Dollar wirft die NEUE einen Blick auf die Entstehungsgeschichte der bunten Taschenmonster aus Japan.

Entstehungsgeschichte
Erfunden wurde Pokémon vom Japaner Satoshi Tajiri. Seine frühere Leidenschaft für das Käfersammeln inspirierte ihn zur Entwicklung der Spielreihe, in der die kleinen Monster erstmals in Erscheinung traten. Der Gameboy bot dafür in den 90er-Jahren eine technische Neuerung: Über ein sogenanntes Linkkabel ließen sich zwei Geräte verbinden und Daten austauschen. Tajiri stellte sich vor, wie kleine Käfer von einem Gerät zum anderen wandern. Mit diesem Gedanken schuf er eine Marke, die vor 30 Jahren Kinder begeisterte und heute sowohl sie als Erwachsene fasziniert. So erschienen 1996 in Japan die ersten Pokémon-Spiele, die Editionen Rot und Grün sowie sieben Monate später Blau.
Die Farben stehen sinnbildlich für die drei sogenannten „Starter-Pokémon“, mit denen die Reise durch die Region Kanto im Spiel beginnt.
Drei Jahre später, 1999, kamen Pokémon Rot und Blau auch in Europa auf den Markt, während die grüne Edition außerhalb Japans nie veröffentlicht wurde. Damit erreichten das Sammeln und Tauschen der kleinen Kreaturen auch hierzulande ein breites Publikum und lösten eine regelrechte Begeisterungswelle aus. Rund 10 Millionen Mal gingen die ersten beiden Spiele über den Ladentisch und zählen damit zu den meistverkauften Game-Boy-Spielen aller Zeiten. Die erste Generation umfasste insgesamt 151 Pokémon, die im Spiel fangbar waren und danach im sogenannten Pokédex registriert werden konnten. Einige Pokémon waren jedoch ausschließlich in einer der beiden Editionen erhältlich. Das erhöhte den Anreiz zum Tauschen und verlieh dem Spiel einen dauerhaften Wettbewerbscharakter, da viele danach strebten, alle 151 Pokémon zu besitzen.
Die soziale Komponente gilt als wesentlicher Grund dafür, dass das Spiel auch mehr als 30 Jahre später nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Während es auf dem Pausenhof einst vor allem um das Kräftemessen mit den stärksten Pokémon ging, werden heute internationale Turniere mit einem Gesamtpreispool von bis zu 2 Millionen US-Dollar ausgetragen.

Weltweite Präsenz
Zwischenzeitlich begann die internationale Expansion der Markenreihe. So erschienen das erste Sammelkarten-Set sowie die erste Staffel des Pokémon-Zeichentricks. Ersteres besitzt bis dato eine nie dagewesene Relevanz in der Popkultur. Influencer Logan Paul verkaufte im Februar 2026 die teuerste Pokémon-Karte für 16,5 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 14 Millionen Euro. Er hatte sie im Jahr 2021 für 5,3 Millionen US-Dollar erworben. Somit ist das Sammeln und Tauschen der Spielkarten im Mainstream angekommen.

Dies berichtet auch Anja Wehinger, Inhaberin des NöRD Shop Bludenz: „Ich arbeite seit sieben Jahren im NöRD Shop und Pokémon-Sammelkarten waren immer ein großes Thema. Ob Jung oder Alt, sie waren stets bei den Kunden beliebt. Seit dem vergangenen Jahr habe ich jedoch einen deutlichen Anstieg der Nachfrage bemerkt. Es ist sehr schwierig, an die Karten zu kommen, selbst für uns als Händler. Wenn wir sie wieder im Sortiment haben, sind sie meist rasch ausverkauft. Teilweise führen wir sogar Karten aus Japan ein. Den Kunden ist es egal, ob sie lesen können, was darauf steht, sie freuen sich einfach, die Karten zu sammeln.“ Zu den Videospielen erklärt Wehinger: „Die waren bei uns immer sehr beliebt. Vergangene Woche wurden die nächsten Pokémon-Spiele angekündigt und wir haben bereits eine Menge Anfragen für Vorbestellungen erhalten.“ Drei Jahrzehnte nach der Veröffentlichung der ersten Spiele ist Pokémon damit längst mehr als ein Videospiel. Die Marke hat sich vom Videospielphänomen zu einem weltweiten Kultur und Wirtschaftsfaktor entwickelt, der Kinder wie Erwachsene gleichermaßen erreicht
