Generationen kehren zurück

Vom Maturajahrgang der 50er-Jahre bis zu den Absolventinnen und Absolventen der Gegenwart: Beim Alumnifest des Bundesgymnasiums Dornbirn am 30. Mai wird Schulgeschichte lebendig.
Wenn am 30. Mai 2026 ehemalige Schüler durch das Portal in der Realschulstraße schreiten, kehren sie an einen Ort zurück, der Generationen von Vorarlbergern geprägt hat. Das Bundesgymnasium Dornbirn lädt zum großen Alumnifest. Erwartet werden Schulführungen, Themen-Räume, ein gemeinsames Wiedersehen, Livemusik und eine Party im Schulhaus. Der Reinerlös kommt der Schule zugute, etwa für die Gestaltung eines neuen Pausenraums oder Begrünungsprojekte.

Bewegte Geschichte
Das Fest steigt im Vorfeld eines besonderen Jubiläums: 2028 feiert das BGD sein 150-jähriges Bestehen. Die Geschichte der Schule reicht allerdings noch weiter zurück. Ein früher Vorläufer war die 1849 gegründete „Müller’sche Gewerbeschule“. Mit zwei Klassen und 42 Schülern gestartet, sollte sie junge Männer gezielt auf Tätigkeiten in Handel und Industrie vorbereiten. Dornbirn war im 19. Jahrhundert eine aufstrebende Industrie- und Handelsstadt, Bildung wurde zum entscheidenden Standortfaktor.

Knaben-Fortbildungsschule
1870 entzogen neue Schulgesetze der Unterrealschule die gesetzliche Grundlage. Eine Weiterführung als öffentliche Schule war nicht mehr möglich. Auch als Privatanstalt scheiterte der dauerhafte Bestand an formalen Vorgaben. 1873 ordnete der k. k. Landesschulrat die Umbenennung in „Knaben-Fortbildungsschule“ an. Doch ohne Öffentlichkeitsrecht sanken die Schülerzahlen.
Bürger machen Schule
1878 folgte ein Neubeginn. Engagierte Bürger erklärten sich bereit, Beiträge zu leisten. Noch im selben Jahr wurde die „Communal-Unterrealschule“ gegründet. Unterrichtet wurden Fächer wie Rechnen, Zeichnen und Technologie, zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Fabrik und Handel. Die Schule verstand sich als Bildungsstätte für die Jugend einer wachsenden Stadt.

Umzug und erste Matura
Ein architektonischer Meilenstein war der Umzug 1904 in das Gebäude in der Realschulstraße, das bis heute das Bild des Gymnasiums prägt. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Schule kontinuierlich weiter. 1956 wurde ein neusprachliches Realgymnasium mit Latein als Pflichtfach eröffnet, 1962 legten die ersten Schüler die gymnasiale Matura ab. Seither trägt die Schule den Namen Bundes-Realschule und Realgymnasium in Dornbirn, heute Bundesgymnasium Dornbirn.

Bildung als Chance
Ein Blick in alte Jahresberichte zeigt, wie sehr sich das gesellschaftliche Leben in den Gängen der Schule widerspiegelt. „Arbeiterbub und Fabrikantensohn“ saßen nebeneinander auf derselben Schulbank. Bildung wurde als Chance verstanden, unabhängig von Herkunft und sozialem Hintergrund. Lehrkräfte prägten Generationen, Schulveranstaltungen und Projekte schufen Identität.

Viele dieser Erinnerungen werden beim Alumnifest wieder lebendig. Ehemalige können Klassenzimmer von einst betreten, durch historische Fotografien blättern und mit früheren Wegbegleitern ins Gespräch kommen. Das Fest soll nicht nur ein Wiedersehen sein, sondern auch eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlagen. Mit Blick auf das 150-Jahr-Jubiläum arbeitet die Schule bereits an weiteren Projekten und Veranstaltungen. Geplant sind Publikationen, Ausstellungen und Begegnungen zwischen aktuellen Schülern und Absolventen. Die Geschichte des BGD ist kein abgeschlossenes Kapitel, sie wird Tag für Tag fortgeschrieben.

BG Dornbirn Alumni-Feier
Wann: 30. Mai 2026, ab 15 Uhr
Wo: Bundesgymnasium Dornbirn, Realschulstraße 3, 6850 Dornbirn
Was: Geplant sind Führungen, Fotobereiche, ein Alumnibuch, offizielle Begrüßung sowie Livemusik und DJ. Eintrittskarten gibt es unter tickets.bgdornbirn.at, die Plätze sind begrenzt. Aus fast jedem Maturajahr ist eine Person angemeldet, schwächer vertreten sind die 50er-, 60er- und teilweise 70er-Jahre. Diese werden gebeten, bei ihren ehemaligen Schulkameraden die Werbetrommel zu rühren.
Web: www.bgdornbirn.at

