Mode aus Vorarlberg: Einzelstücke mit einer persönlichen Handschrift

Zwischen Nadel, Faden und feinen Stoffen entsteht Mode abseits der Stangenware. Schneidermeisterin Maria Atzmüller von „Die Kleidermacherei“ setzt auf Maßarbeit und Spitze.
Sie entwerfen, nähen und setzen bewusst auf Individualität statt Massenware: Designerinnen aus Vorarlberg gehen ihren eigenen Weg. Eine von ihnen ist Schneidermeisterin Maria Atzmüller mit ihrem Unternehmen „Die Kleidermacherei“ in Ludesch. Der Schritt in die Selbstständigkeit entwickelte sich aus ihrem Arbeitsalltag heraus. „Ich war damals im Verkauf und in der Beratung für Nähmaschinen tätig. Die Nachfrage für Kurse war groß, die Idee für Kurse war geboren“, erzählt sie. Aus den Kursen wurden fixe Angebote, dazu kamen Änderungsarbeiten, bis sie sich entschied, den Weg allein weiterzugehen. „Aufgrund großer Nachfrage entschied ich mich in die Selbstständigkeit und war somit unabhängig und flexibel.“

Dass das Nähen mehr als ein Hobby ist, wusste sie schon lange. „Mein Hobby begleitet mich schon seit früher Kindheit. Mein Wunsch, selbst Mode zu entwerfen, zu nähen und zu verkaufen, braucht eine rechtliche Grundlage“, sagt Atzmüller. Um den bestmöglichsten Abschluss in diesem Handwerk Damenkleidermacherin zu erreichen, absolvierte sie ihre Ausbildung in Salzburg.
Alltagstaugliche Einzelstücke
In ihrer Kollektion setzt Atzmüller bewusst auf individuelle Modelle. Die vier unten präsentierten Modelle geben einen Einblick in ihre aktuelle Kollektion und zeigen, wie vielseitig ihre Entwürfe kombinierbar sind. Es geht ihr um Kleidung, die nicht nur für einen bestimmten Anlass gedacht ist. „Bei meiner Kollektion ist mir vor allem wichtig, Einzelstücke zu produzieren, aber auch Kleidungsstücke zu produzieren, die nicht nur für einen Anlass getragen werden sollen, sondern auch später mit Jeans, T-Shirt und Sneaker kombiniert und somit alltagstauglich sein sollen.“ Vorwiegend entstehen Zweiteiler, Röcke und Spitzenoberteile, die sich vielseitig kombinieren lassen und sowohl im Büro als auch in der Freizeit funktionieren.

„Meine Leidenschaft fürs Nähen ist ungebrochen, ich kann mir es nicht mehr ohne vorstellen.“
Maria Atzmüller, Schneidermeisterin “Die Kleidermacherei”
Bei den Materialien greift sie bevorzugt zu Spitze, Satin und Tüll. „Ich liebe Spitze, es gibt unendlich viele verschiedene Arten, aber auch weil sie sehr wandelbar, zerlegbar und einfach immer elegant und besonders wirkt“, erklärt sie. Maßanfertigungen nehmen einen wichtigen Platz ein. „Zum einen, weil nicht jeder die Topfigur für Stangenware mitbringt, zum anderen, weil gerade Trauzeuginnen und Brautmütter ein individuelles Kleidungsstück für die Hochzeit möchten. Sie stehen neben der Braut genauso im Fokus.“ Auch Brautkleid-Anpassungen gehören dazu. „Jedes Kleid, das zu mir kommt, ist eine neue Herausforderung, das mag ich sehr. Monotonie geht gar nicht.“
Wieder im Trend: Nähkurse
Neben der Schneiderei prägen ihre Nähkurse den Alltag im Atelier. Das Angebot reicht von Kinderkursen über „Flicken statt wegwerfen“ bis zu Nähwochenenden im Hotel unter dem Motto „Nähen und Wellness“, ergänzt durch verschiedene Nähtage für Anfänger und das Offene Nähen. „Diese sind meist gut gebucht, ich bemerkte hier nach wie vor den Nähtrend und den Wunsch, etwas selber zu machen“, so die Schneiderin. Die Teilnehmer seien altersmäßig bunt gemischt, „von jungen Müttern bis zu Pensionistinnen, die früher schon genäht haben und nun wieder Zeit dafür finden. Hin und wieder nimmt auch ein Mann an der Nähmaschine Platz.“ In den Kursen lernen sie den Umgang mit Maschinen, üben verschiedene Stiche, setzen kleine Projekte um oder bringen ihr Lieblingsstück mit, um es fertigzustellen.

Ihre Begeisterung für das Handwerk ist spürbar. „Meine Leidenschaft fürs Nähen ist ungebrochen, ich kann es mir nicht mehr ohne vorstellen. Diese Vielfältigkeit, jede neue Herausforderung und die Anspannung beim Umsetzen vieler Ideen, das erfüllt mich.“ Besonders schön sei es für sie, „aus Stoffen ein tragbares Stück zu erschaffen und später ein tolles Feedback und eine Empfehlung zu bekommen. Ich bin genau dort angekommen, wo ich sein möchte.“
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Die Kleidermacherei
Maria Atzmüller, Schneidermeisterin
Brühlstraße 21, Ludesch
Tel. 0664/6341634
Web: diekleidermacherei.at