Wem gehört der Mond?

Die Frage ist wegen seiner Rohstoffe und der Begehrlichkeiten danach gerechtfertigt.
Der Mond war seit jeher ein Blickfang und Anziehungspunkt der Menschheit. In alten Zeiten wurde er als Gottheit verehrt. Er war und ist in vielen Kulturen ein wichtiger Taktgeber in Kalendern. Seit der Erfindung des Fernrohres Anfang des 17. Jahrhunderts konnte man außer den dunklen und hellen Flecken, die in unserer Fantasie das Mondgesicht formten, Detailstrukturen erkennen: Krater, Gebirge, Ebenen, „Meere“. Man glaubte, dass es auf dem Mond menschenähnliche Wesen gibt. Auch in der Literatur hatte der Mond große Auftritte. Jules Vernes Romane über Mondreisen sind noch heute bekannt. 1865 und 1870 veröffentlichte der frühe Science-Fiction-Autor die Werke „Von der Erde zum Mond“ und „Reise um den Mond“. Nur 100 Jahre später wurden Reisen zum Mond mit den Apollo-Missionen der NASA verwirklicht. Höheres Leben auf dem Mond wird heute ausgeschlossen. Dennoch hat das Interesse am Mond deutlich zugenommen.
Mondreisen
Die Liste der Mondmissionen zählt bis heute 139 Einträge. Davon sind etliche gescheitert. Als erfolgreich in Erinnerung geblieben sind die sowjetischen Luna-Sonden und vor allem die amerikanischen Apollo-Missionen, die zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf die Mondoberfläche brachten. Mondfahrzeuge und anderes Material sind am Mond verblieben. Die amerikanische Flagge auf dem Mond ist mittlerweile durch die starke Ultraviolett-Strahlung zu einer weißen Fahne verblichen. Nach einer jahrzehntelangen Pause zieht es mehrere Nationen zurück zum Mond. Neben den USA und der Sowjetunion haben bisher China, Indien, Japan und Europa Mondmissionen durchgeführt. China war mit Chang´e-3 im Jahre 2013 die dritte Nation, die erfolgreich einen Lander auf dem Mond abgesetzt hat.
Pläne
Artemis I hat im Jahre 2022 unbemannt den Mond umrundet, die Folgemission soll in diesen Wochen mit vier Menschen an Bord den Mond umkreisen. Das erste Startfenster war am 6. Februar, technische Probleme führten zur mehrfachen Verschiebung. Bis April soll die Mission Wirklichkeit werden. Ursprünglich waren mit Artemis III im kommenden Jahr Mondspaziergänge geplant. Trotz Änderungen im Zeitplan sollen Stationen auf dem Mond aufgebaut werden. Der Orbiter Lunar Gateway, das Pendant zur ISS, soll in einer Mondumlaufbahn kreisen. Neben Forschungszielen sind die Rohstoffe am Mond von großem Interesse. Auch China ist bei seinen Mondplänen weit fortgeschritten. Edelmetalle und Mineralien werden erwartet. Sogar der Mondstaub, der Regolith, könnte für Bau- und Industrieanwendungen genutzt werden. Er setzt sich aus Silizium, Kalzium, Magnesium und Eisen zusammen. Auch seltene Erden, Gold, Platin und Wasser wurden nachgewiesen. Helium-3 könnte als Brennstoff für Fusionsreaktoren am Mond genutzt werden. Die NASA und China möchten auf dem Mond Bergbauversuche unternehmen.
Mondvertrag
Angesichts solcher Pläne stellt sich die Frage nach der Rechtmäßigkeit. Gemäß dem Weltraumvertrag aus dem Jahre 1967 ist die Nutzung des Weltraums eine Sache der gesamten Menschheit. Der Mondvertrag von 1979 bezeichnet den Mond und die Himmelskörper als gemeinsames Erbe der Menschheit. Weder seine Oberfläche noch der Untergrund kann zum Eigentum werden. Wichtige Player wie die USA hatten den Vertrag wegen fehlender Marktorientierung nicht ratifiziert. Der aktuelle Artemis Vertrag spricht von „Sicherheitszonen“, die als Weg zur Gewährleistung von Eigentumsrechten gesehen werden. Man wird zeitnah sehen, ob der Mond eine Sache der gesamten Menschheit bleiben wird.