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Die Sterne in Rankweil: Ein Konzert mit Haltung und Humor

30.03.2026 • 13:34 Uhr
Die Sterne
Frank Spilker rockt mit seiner Band das Alte Kino. Furxer

Die legendäre Hamburger-Schule-Band „Die Sterne“ rockte am Samstag das Alte Kino in Rankweil mit einer überzeugenden Show.

Neues Album, neue Tour. Seit über 30 Jahren sind „Die Sterne“ fixer Bestandteil des deutschsprachigen Indie-Rockkosmos. Mit ihrem aktuellen Album „Wenn es Liebe ist“ präsentierten sie sich im Alten Kino als Band, die nach wie vor aktuell ist und einiges zu sagen hat.

„Universal Tellerwäscher“

Überraschend begann Sänger Frank Spilker allein auf seiner akustischen Gitarre. Ihr erster Hit „Universal Tellerwäscher“ aus dem Jahr 1994, früher klassischerweise im Zugabenset zu finden, stand am Beginn des Konzertabends, gefolgt von einem anderen bekannten Lied aus dem Backkatalog: „Die Interessanten“. Mit allen Bandmitgliedern auf der Bühne kündigte Spilker an, alle Songs des neuen Albums zu spielen, aber in verkehrter Reihenfolge.

Die Sterne
Furxer

Lehrer der Hamburger Schule

So ging es untypischerweise gleich mit der Instrumentalnummer „Immer noch sprachlos“ weiter, bei der ordentlich gekrautrockt wurde. Nach den ersten Songs warf Spilker als Lehrer der Hamburger Schule den Satz ins Rennen, ob es bisher Fragen gäbe, und bekam aus dem Publikum prompt die Antwort: „Was hat dich bloß so ruiniert?“ „Gute Frage, wirklich gute Frage, aber ich habe sie zuerst gestellt“, war die eloquente Antwort des Bandleaders. Spätestens mit der englischsprachigen Nummer „Open Water“, gerappt von Keyboarderin Dyan Valdés, hatten „Die Sterne“ das Publikum endgültig eingefangen. Das Lied basiert auf einer persönlichen Erfahrung der Keyboarderin und behandelt das Thema sexuelle Gewalt.

Die Sterne
Die rappende Keyboarderin Dyan Valdés. Furxer

Das neue Album hat einige Ohrwürmer, die live fantastisch klingen, nicht zuletzt der titelgebende Song „Wenn es Liebe ist“ oder „Ich nehme das Amt nicht an“. „Die Sterne“ sind immer noch sehr punkig und verweigern sich textlich jeglichen Konventionen. Schlagzeuger Jan Philipp Janzen und Bassist Phillip Tielsch, die auch in der Formation „Von Spar“ spielen, erzeugten einen mitreißenden Groove und bewiesen, dass sie Profis im Beat der 1970er-Jahre sind.

Die Sterne
Resi Reiner eröffnete die Show. Furxer

„Die Sterne“ haben 2026 definitiv wieder zu ihrem ganz eigenen Sound gefunden und begeisterten hörbar mit Spielfreude. Die Frage, was dich bloß so ruiniert hat, wurde nicht abschließend geklärt, ihren bekannten Song spielten sie jedoch als Zugabe. Mit „Depressionen aus der Hölle“ kam am Ende richtiges Discofeeling auf, bevor Frank Spilker, wieder allein auf der Bühne, mit der Ballade „Wenn dir St. Pauli auf den Geist fällt“ den überaus gelungenen Abend beschloss. Die in Graz geborene Resi Rainer eröffnete für „Die Sterne“ mit intelligentem Indiepop und brachte das Publikum mit ihrem Set auf Betriebstemperatur.

Daniel Furxer