“Wax Traders”: Rhythmen mit Geschichte aus Ghana

Mit “Wax Traders” bringt das Landestheater Kolonialgeschichte auf die Bühne.
Bregenz
Am Donnerstag feierte das Vorarlberger Landestheater mit dem Musiktheaterstück „Wax Traders“ Premiere. Regisseurin Eva-Maria Bertschy und Musiker Kojack Kossakamvwe arbeiten mit einem transnationalen Ensemble von Künstlern aus Ghana, Côte d’Ivoire, der Demokratischen Republik Kongo und der Schweiz. Gesungen von einem Chor aus drei Frauen und inspiriert von traditionellen Erzählformen schaffen sie eine Ballade über die jahrhundertealten Handelsbeziehungen zwischen der europäischen Textilindustrie und ihren Kundinnen in Westafrika und erzählen damit ein Stück Kolonialgeschichte.

„Wax Traders“ handelt vom Leben zweier mutiger Frauen an der Westküste Afrikas, die sich in Zeiten politischer Umbrüche geschickt auf globalen Märkten behaupten, sich durch koloniale Strukturen bewegen und Ungleichheiten trotzen. Sie treffen auf zwei Handelsreisende, die im Auftrag der Basler Handelsgesellschaft an der sogenannten „Goldküste“ ihr Glück suchen. Gemeinsam schaffen sie einen Markt für „African Wax Prints“ – farbig bedruckte Baumwollstoffe –, die holländische und Schweizer Textilunternehmen entwickeln, indem sie indonesische Muster und Drucktechniken kopieren.

Das Stück ist Teil des Projekts „Wax United“, das sich multidisziplinär mit den kolonialen und postkolonialen Handelsverflechtungen zwischen Europa und Westafrika auseinandersetzt. Unter den Zuschauern waren Selma Grabher und Verena Grabher (Hofer-Hecht Stickerei), Werner Schelling, Autor Harald Walser, Cornelia Pfeiffer, Marie Rose Rodewald-Cerha, Theaterfreundin Waltraud Drexler, Carmen Tagwerker, Peter Stemberger sowie Heidrun Sagmeister und Gebhard Sagmeister.
Yasmin Ritter




