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Vier Banken, vier Stärken: Wer 2025 in Vorarlberg vorne liegt

02.05.2026 • 11:00 Uhr
Vier Banken, vier Stärken: Wer 2025 in Vorarlberg vorne liegt
Vier große Player im Land: Sparkassen, Raiffeisen, Volksbank und Hypo Vorarlberg prägen den Bankenmarkt mit unterschiedlichen Stärken und Geschäftsmodellen. Vol.at, Raiffeisen, APA (2)

Die NEUE am Sonntag vergleicht die aktuellen Bilanzen der größten Vorarlberger Banken. Trotz unterschiedlicher Kennzahlen und Strukturen zeigt sich: Der Markt ist stabil, aber klar segmentiert. Ein eindeutiger Sieger lässt sich nicht ausmachen.

Die Vorarlberger Banken haben ihre Ergebnisse für 2025 vorgelegt. Ein direkter Vergleich ist allerdings nur eingeschränkt möglich: Während Raiffeisen und die Sparkassen als Verbünde bilanzieren, tritt die Hypo Vorarlberg als Einzelinstitut auf, die Volksbank als kleinere Regionalbankengruppe.

Auch die verwendeten Kennzahlen unterscheiden sich. Je nach Institut werden Ergebnis nach Risiko, Ergebnis vor Steuern oder Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ausgewiesen. Ein klassisches Ranking greift daher zu kurz. Aussagekräftiger ist ein Vergleich entlang zentraler Leistungsdimensionen.

Raiffeisen bleibt der dominante Ertragsmotor

Gemessen an der Ertragskraft führt kein Weg an Raiffeisen vorbei. Die Vorarlberger Genossenschaftsbanken erzielten 2025 ein Ergebnis nach Risiko von 149,0 Millionen Euro bei einem Betriebsergebnis von 163,2 Millionen Euro.

„Das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden ist die wichtigste Grundlage unseres Erfolgs“, sagt Raiffeisen-Vorstandschef Michael Alge.

Die Hypo Vorarlberg und die Sparkassen folgen mit deutlichem Abstand, bewegen sich jedoch auf ähnlichem Niveau. Die Hypo weist ein Ergebnis vor Steuern von 70,5 Millionen Euro aus, die Sparkassen kommen auf ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 69,6 Millionen Euro.

Die Volksbank Vorarlberg bleibt mit einem EGT von 2,2 Millionen Euro deutlich dahinter zurück. Die Differenz erklärt sich primär durch die Größenstruktur der Institute.

Wachstum: Divergierende Entwicklungslinien

Beim Wachstum zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Die Hypo Vorarlberg verzeichnet mit einem Anstieg des Ergebnisses vor Steuern um 21,5 Prozent die höchste Dynamik im Vergleichsfeld. „Die Unsicherheiten der vergangenen Jahre wirken weiterhin nach, dennoch konnten wir uns in diesem Umfeld gut behaupten“, so Hypo-Vorstandschef Michel Haller.

Die Volksbank wächst vor allem im klassischen Kundengeschäft. Die Einlagen steigen um 11,27 Prozent, die Kundenforderungen um 5,5 Prozent. Das deutet auf eine stabile Position im regionalen Retail- und KMU-Geschäft hin.

Raiffeisen zeigt sich hingegen stabil, aber weniger dynamisch. Das Kreditvolumen steigt um ein Prozent, die Einlagen entwickeln sich weiterhin positiv. Die Sparkassen profitieren von einer Belebung im Wohnbaugeschäft, das nach einer schwächeren Phase wieder anzieht.

Kapitalausstattung durchgehend robust

In der Kapitalausstattung zeigen sich keine strukturellen Schwächen. Alle Institute liegen nach eigenen Angaben deutlich über den regulatorischen Anforderungen.

„Wir stehen auf einer sehr soliden Basis“, heißt es aus dem Raiffeisen-Sektor. Auch die Hypo Vorarlberg betont ihre Stabilität: „Die Kapitalquoten liegen weiterhin deutlich über den regulatorischen Anforderungen.“

Besonders hervorzuheben sind die Sparkassen, die mit vergleichsweise hohen Kapitalquoten operieren und damit über zusätzlichen Handlungsspielraum verfügen. Auch Raiffeisen und die Hypo Vorarlberg verweisen auf eine solide Kapitalbasis. Die Volksbank positioniert sich ebenfalls als stabil, allerdings auf niedrigerem Skalenniveau.

Regionale Verankerung bleibt strategischer Kern

Trotz unterschiedlicher Geschäftsmodelle eint die Institute die starke regionale Ausrichtung. Besonders ausgeprägt ist diese bei der Volksbank Vorarlberg: 93,1 Prozent der Finanzierungen entfallen auf das Bundesland. Besonders ausgeprägt ist diese bei der Volksbank Vorarlberg: 93,1 Prozent der Finanzierungen entfallen auf das Bundesland. „Unser Fokus liegt klar auf der regionalen Wertschöpfung“, heißt es aus dem Institut.

Auch Raiffeisen, Hypo und Sparkassen definieren ihre Marktposition wesentlich über Nähe zum Kunden und regionale Präsenz. Gerade im Firmenkundengeschäft und in der Wohnbaufinanzierung bleibt diese Verankerung ein zentraler Wettbewerbsvorteil.

Kein Ranking, sondern vier Rollen im Markt

Die Ergebnisse zeigen weniger ein klares Kräfteverhältnis als vielmehr eine funktionale Arbeitsteilung im Markt. Raiffeisen dominiert bei Volumen und Ertrag, die Hypo Vorarlberg überzeugt durch ihre Dynamik, die Sparkassen punkten mit einer besonders starken Kapitalbasis und die Volksbank Vorarlberg positioniert sich klar über ihre regionale Ausrichtung. Ein eindeutiger Spitzenreiter lässt sich daraus nicht ableiten. Stattdessen zeigt sich ein stabiler, differenzierter Bankenmarkt.

Vorarlberger Banken im Vergleich 2025
Infografik

Die Vorarlberger Banken im Vergleich 2025

Vier Institute, vier unterschiedliche Stärken: Die verfügbaren Bilanzen zeigen, wer bei Ertrag, Wachstum, Kapitalstärke und regionaler Wirkung vorne liegt.
Raiffeisen
Gruppe Vorarlberg
Hypo
Hypo Vorarlberg
Sparkassen
Verbund Vorarlberg
Volksbank
Volksbank Vorarlberg
💰 Ertrag
Top-Kennzahl laut veröffentlichter Bilanz
149,0 Mio. €
Ergebnis nach Risiko
70,5 Mio. €
Ergebnis vor Steuern
~70 Mio. €
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
2,2 Mio. €
EGT
📈 Wachstum
Wichtigster Treiber im Geschäftsjahr 2025
+1 % Kredite
stabile Entwicklung bei weiter steigenden Einlagen
+21,5 % Ergebnis
dynamischer Anstieg trotz rückläufigem Zinsergebnis
Wohnbau belebt sich
starke Position im Finanzierungsgeschäft
+11,27 % Einlagen
plus 5,5 % bei Kundenforderungen
🛡️ Kapital
Verdichtete Einordnung statt technischer Detailwerte
hoch
stabil, deutlich über regulatorischen Anforderungen
sehr hoch
solide
📍 Region
Kernaussage zur regionalen Wirkung
stark regional verankert
breite Präsenz und hohe Kundennähe im Land
Kernmärkte + Vorarlberg
breit aufgestellt und nah an den Kund:innen
stark im Wohnbau
wichtiger Finanzierungspartner im Land
93,1 % im Land
Anteil der Finanzierungen in Vorarlberg
Raiffeisen
Gruppe Vorarlberg
💰 Ertrag149,0 Mio. €Ergebnis nach Risiko
📈 Wachstum+1 % Kreditestabile Entwicklung bei steigenden Einlagen
🛡️ Kapitalhochsehr solide Basis
📍 Regionregional verankertbreite Präsenz im Land
Hypo
Hypo Vorarlberg
💰 Ertrag70,5 Mio. €Ergebnis vor Steuern
📈 Wachstum+21,5 % Ergebnisdynamisch trotz rückläufigem Zinsergebnis
🛡️ Kapitalstabildeutlich über regulatorischen Anforderungen
📍 RegionKernmärkte + Vorarlbergnah an den Kund:innen
Sparkassen
Verbund Vorarlberg
💰 Ertrag~70 Mio. €Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
📈 WachstumWohnbau belebt sichstarke Position im Finanzierungsgeschäft
🛡️ Kapitalsehr hochbesonders starke Kapitalbasis
📍 Regionstark im Wohnbauwichtiger Finanzierungspartner im Land
Volksbank
Volksbank Vorarlberg
💰 Ertrag2,2 Mio. €EGT
📈 Wachstum+11,27 % Einlagenplus 5,5 % bei Kundenforderungen
🛡️ Kapitalsolidestabile Kapital- und Liquiditätsbasis
📍 Region93,1 % im LandAnteil der Finanzierungen in Vorarlberg

Wer führt wo?

🏆 Größe & Ertrag
Raiffeisen
🚀 Dynamik
Hypo Vorarlberg
🛡️ Kapitalstärke
Sparkassen
📍 Regionalität
Volksbank

Ertrag im Vergleich

Raiffeisen
149,0
Hypo
70,5
Sparkassen
~70
Volksbank
2,2
* Vergleich eingeschränkt: Gegenübergestellt werden teils Einzelinstitute, teils Bankengruppen mit unterschiedlichen Ergebniskennzahlen. Die BTV ist nicht enthalten, da keine eigenständige Vorarlberg-Bilanz vorliegt.