Ein Ort voller Erinnerungen

Der Milchpilz ist für viele ein Stück Kindheit. Claudia Pfanner‑Plangger und ihr Mann führen ihn mit frischen Ideen weiter.
Warum haben Sie sich dazu entschieden, den Milchpilz zu übernehmen?
Claudia Pfanner-Plangger: Wir haben seit drei Jahren eine Kantine in Bregenz und fahren jeden Tag am Milchpilz vorbei. Ländle Milch-Produkte haben wir ohnehin schon in der Kantine. Dann ist man auf uns zugekommen und hat gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, den Milchpilz zu übernehmen. Also haben wir ein Konzept eingereicht. Es gab mehrere Bewerber, und am Ende hat man sich für uns entschieden.
Was bedeutet Ihnen der Milchpilz persönlich?
Pfanner-Plangger: Was ich nie erwartet hätte: Dieser Ort ist unglaublich besonders. Man hört hier täglich viele Geschichten – wer früher da war, vor dem Baden noch schnell etwas geholt hat oder seine Sommerferien damit verbindet. Das macht den Milchpilz so emotional, und es ist schön, Teil davon zu sein. Wir versuchen, dieses Gefühl weiterzutragen und zugleich neue Erinnerungen zu schaffen. Meine Kinder lieben den Milchpilz, und es ist wunderschön zu sehen, wenn Mamas oder Omas, die früher selbst als Kinder hier waren, heute mit ihren Kindern oder Enkeln kommen. Genau das möchten wir weiterführen.
Welches Produkt erzählt für Sie am meisten über den Milchpilz?
Pfanner-Plangger: Ganz eindeutig die Bananenmilch. Bananen- und Erdbeermilch sind unsere Hauptprodukte, das war schon früher so. Das sind die Klassiker und im Moment absolute Renner. Wir versuchen gerade, bei Banane und Erdbeere mit frischen Früchten zu arbeiten. Das mit den Erdbeeren ist jetzt im Frühjahr allerdings noch schwierig, weil sie noch nicht die Qualität haben wie im Juni oder Juli. Aber das sind sicher die Produkte, die den Milchpilz am stärksten prägen.
Gab es seit der Eröffnung einen Moment, in dem Sie wussten: Das war die richtige Entscheidung?
Pfanner-Plangger: Ja, den gab es. Mir wurde klar, dass hier noch viel möglich ist und wir gut aufgestellt sind. Besonders spürbar war das bei unserer inoffiziellen Eröffnung: Der Bürgermeister war da, Leute von Vorarlberg Milch und vom Land. Danach kam die Lange Nacht der Musik. Vorne wurde getanzt, der Milchpilz war blau beleuchtet, überall war gute Stimmung. In diesem Moment wusste ich, dass hier wirklich etwas entstehen kann. Das war ein besonderer Moment.