Lords-Präsident: “So eine Nacht kann man nie so richtig wegstecken”

Zum zehnten Mal jährt sich der tragische Amoklauf beim Treffen des Motorradclubs der Lords heuer. Präsident Dietmar “Flash” Halbeisen im Gespräch mit der NEUE.
NEUE Vorarlberger Tageszeitung: Wie gehen Sie mit den Ereignissen jener tragischen Nacht vor zehn Jahren um, auch in Anbetracht des traurigen zehnten Gedenkens an jene, die damals ihr Leben lassen mussten?
Dietmar “Flash” Halbeisen: So eine Nacht kann man nie so richtig wegstecken. Wir hoffen natürlich, dass die Benefizveranstaltung möglichst viel Geld für die Opfer und Hinterbliebenen einbringt. Im Club haben wir aber darüber bereits im Vorjahr abgestimmt, dass wir uns nicht beteiligen. Für uns selbst sind die Ereignisse jener dramatischen Nacht natürlich immer in irgendeiner Form präsent. Es ist für jeden von uns immer noch so, als ob es gestern gewesen wäre.
NEUE: Wie haben Sie das Ganze innerhalb der Lords verarbeitet?
Halbeisen: Besonders betroffen gemacht hat uns natürlich das Schicksal von Gerhard Hummer, der ja vom Hals abwärts gelähmt ist. Er ist der Schwager eines Members unseres Motorradclubs, und wir haben ihn und sämtliche Betroffenen und Hinterbliebene so gut wie möglich unterstützt. Außerdem sind wir mit Betroffenen Motorradfahren gegangen und die Türen unseres Clubheims stehen immer für sie offen. Es ist aber völlig nachvollziehbar, dass dieses Angebot nur selten von ihnen in Anspruch genommen wird. Deswegen halten wir uns auch angesichts des Datums zurück. Wir möchten nicht wieder zu viel aufwühlen.

NEUE: Vor drei Jahren haben die Lords das erste Mal wieder ein Treffen an einem neuen Platz, nämlich in Beschling, Bettler Äule, veranstaltet. Wird es heuer wieder eines geben?
Halbeisen: Ja, auch heuer werden wir weitermachen und viele Member, Biker und Freunde bei uns begrüßen und bewirten. Das Leben muss auch nach so einem schicksalsträchtigen Schlag weitergehen.
(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)