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Vernunftsache Klima

30.05.2026 • 11:30 Uhr
Vernunftsache Klima
AFP

Forschung irrt wenig, aktuelle Klimapolitik mehr.

Unlängst hat der Weltklimarat sein extremstes Klimaszenario für das Jahr 2100 neu bewertet. Eine globale Erderwärmung von etwa 5 Grad Celsius gilt nun nach aktuellem Wissensstand nicht mehr als der wahrscheinlichste Entwicklungspfad. Die Aussage von Kritikern oder gar Leugnern der Erderwärmung, die Klimawissenschaft habe damit endlich ihren fundamentalen Irrtum zugegeben, ist dagegen falsch. Die erfolgte Korrektur eines modellierten Extremszenarios widerlegt messdatenbasierte Ergebnisse der jahrelangen Klimaforschung nicht, bleiben doch die Grundtatsachen der Erderwärmung weiterhin gültig.

Seit Beginn der Industrialisierung hat sich die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre um über 50 Prozent erhöht. Die aktuelle globale Mitteltemperatur liegt langfristig um mehr als 1,3 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. Haupttreiber dieser Erwärmung bildet wertungsfrei die Verbrennung fossiler Energieträger durch den Menschen.

Da die Treibhausgaskonzentration vorerst weiter steigt oder auf hohem Niveau verbleibt, wird sich die Erde trotz Klimaschutzmaßnahmen zunächst weiter erwärmen. Im Falle der Fortführung der heutigen politischen und wirtschaftlichen Trends steuert die Welt nach gängigen Modellrechnungen auf bis zu 2,6 Grad Celsius Erwärmung bis 2100 zu.

Die erforderliche Reduktion des weltweiten Emissionsvolumens um die Hälfte des heutigen Ausstoßes als vertretbare Zielgröße ist sozial- und wirtschaftsverträglich zu organisieren.

Christof Skala

Bedeutet das den Weltuntergang? Nein. Die Erde überlebt auch ohne uns. Aber für die Menschheit verschärfen sich bedrohliche Risiken: häufigere Hitzewellen und Dürreperioden, Belastungen für Wälder und Ökosysteme sowie größere Schäden durch Extremereignisse.

Eine vor allem zwischen der EU, den USA, Indien und China gut abgestimmte, rational-kluge Klimapolitik – schwierig genug! – muss die Risiken ernster nehmen als bisher. Die erforderliche Reduktion des weltweiten Emissionsvolumens um die Hälfte des heutigen Ausstoßes als vertretbare Zielgröße ist sozial- und wirtschaftsverträglich zu organisieren.

Mit politischem Willen, fokussierter Intelligenz, beschleunigter Innovationskraft und einer positiven Einstellung kann der Mensch die negativen Auswirkungen der Erderwärmung in den Griff bekommen.

Vernunftsache Klima
Christof Skala ist Ingenieurconsulent und Unternehmensberater in Bregenz.ist selbstständiger Ingenieurconsulent und Unternehmensberater in Bregenz.