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Schon 300.000 Euro gesammelt: „Wir brauchen wirklich jeden“

06.06.2026 • 10:00 Uhr
Schon 300.000 Euro gesammelt: „Wir brauchen wirklich jeden“
(v.l.n.r.) Florian Brugger, Ulrich Feistenauer, Beatrix Spalt, Susanne Tagwercher, Herlinde Nachbaur-Zeiss, Anna Stangler, Thomas Muther und Florian Wilhelm.Stiplovsek

Für das geplante Dorfgasthaus im Meininger Frenerhus sind bereits rund 300.000 Euro zugesagt. Damit aus der Idee Wirklichkeit wird, hoffen die Initiatoren auf weitere Unterstützer.

Fast 200 Menschen haben bereits ihre Unterstützung zugesagt, rund 300.000 Euro sind gesammelt. Für Thomas Muther und Ulrich Feistenauer ist das ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zu einem neuen Dorfgasthaus in Meiningen. Bis zum Ziel fehlt allerdings noch ein gutes Stück.

Schon 300.000 Euro gesammelt: „Wir brauchen wirklich jeden“
Die NEUE wurde von den Initiatoren ins Frenerhus eingeladen, um über das Genossenschaftsprojekt zu sprechen. Stiplovsek

„Wir brauchen wirklich jeden“, sagt Muther. Bis Herbst 2026 sollen Genossenschaftsanteile im Wert von insgesamt 500.000 Euro gezeichnet werden. Erst dann soll die Genossenschaft gegründet werden, die das historische Frenerhus im Ortszentrum zu einem Dorfgasthaus entwickeln will.

Die Idee

Der Gedanke entstand aus einer einfachen Beobachtung. Seit der Schließung des Tannenhofs fehlt in Meiningen ein klassisches Wirtshaus. „Es kann nicht sein, dass es kein Gasthaus in Meiningen gibt“, sagt Muther. Gemeinsam mit Freunden diskutierte er unterschiedlichste Modelle, von privaten Investoren bis hin zu Vereinslösungen. Die entscheidende Idee kam schließlich durch ein Genossenschaftsprojekt im Allgäu. Nach einer Besichtigung einer ähnlichen Initiative im Bregenzerwald war für die Gruppe klar: „Das ist der richtige Weg für uns.“

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Thomas Muther erklärt, wie die Idee für die Wiederbelebung des Frenerhus entstand. Stiplovsek

Im Mittelpunkt der Pläne steht das mehr als 100 Jahre alte Frenerhus neben der Kirche. Das Gebäude gehört der Gemeinde und soll künftig Teil eines neu gestalteten Dorfzentrums werden. Neben dem Gasthaus ist auch ein öffentlicher Dorfplatz geplant.

Anschließend besichtigten sie eine ähnliche Initiative im Bregenzerwald. „Dann haben wir gesagt: Das ist der richtige Weg für uns“, erinnert sich Muther.

Schon 300.000 Euro gesammelt: „Wir brauchen wirklich jeden“

Treffpunkt für Jung und Alt

Für Ulrich Feistenauer geht es deshalb um weit mehr als Gastronomie. „Ein Dorf lebt von Orten, an denen sich Menschen begegnen können. Das Frenerhus soll ein Treffpunkt werden, an dem Jung und Alt zusammenkommen.“ Das Projekt verbinde Dorfplatz, Gastronomie und Gemeinschaft unter einem Dach. Genau darin liege seine Stärke.

Die Gesamtkosten werden derzeit auf rund 2 Millionen Euro geschätzt. Finanziert werden soll das Vorhaben durch Genossenschaftskapital, Förderungen, Eigenleistungen, Gemeindebeiträge und eine spätere Bankfinanzierung. Die Gemeinde unterstützt das Projekt und will das Gebäude nach aktuellem Stand für die Nutzung zur Verfügung stellen.

Schon 300.000 Euro gesammelt: „Wir brauchen wirklich jeden“
Die NEUE am Sonntag im Gespräch mit den Initiatoren des Projekts. Stiplovsek

Mitmachen

Ein Genossenschaftsanteil kostet 500 Euro. Mitmachen können Privatpersonen, Vereine und Unternehmen. Unabhängig von der Höhe der Beteiligung verfügt jedes Mitglied über eine Stimme. „Es soll ein Haus für alle werden und nicht für einzelne Investoren“, sagt Feistenauer.

Dass das Konzept funktionieren kann, davon ist auch Susanne Tagwercher überzeugt. Die ehemalige Gastronomin begleitet das Projekt von Beginn an. „Ein Gasthaus ist viel mehr als ein Ort zum Essen. Es ist ein gesellschaftlicher Treffpunkt.“ Gerade für ältere Menschen, aber auch für Familien und neu Zugezogene fehle derzeit ein Platz, an dem man unkompliziert miteinander ins Gespräch kommen könne.

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Im Frenerhus ist spürbar, mit wie viel Herzblut die Akteure hinter ihrem Projekt stehen. Stiplovsek

Mehrwert für den Ort

Unterstützung erhält die Initiative bereits von zahlreichen Vereinen. Auch Unternehmen wollen die Verantwortlichen in den kommenden Monaten verstärkt ansprechen. Die Initiatoren sehen darin einen Mehrwert für den gesamten Ort, etwa durch Mittagstische, Vereinsveranstaltungen oder Familienfeiern.

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Architekt Ulrich Feistenauer zeigt, dass das in Strickbauweise errichtete Gebäude eine gute Substanz hat. Stiplovsek

Man findet einen Weg

Größeren Widerstand gegen das Projekt nehmen die Beteiligten derzeit nicht wahr. Skeptische Stimmen gebe es zwar, sagt Muther. Viele Vorbehalte würden sich jedoch in persönlichen Gesprächen auflösen. „Wenn die Bereitschaft in der Bevölkerung da ist, findet man einen Weg.“

Bei der Genossenschaft mitmachen können übrigens nicht nur Meininger. Bereits jetzt beteiligen sich Unterstützer aus anderen Gemeinden und sogar aus der Schweiz. Wer sich mit der Idee eines gemeinschaftlich getragenen Dorfgasthauses identifiziert, kann Anteile erwerben und Teil des Projekts werden.

Eröffnung 2029

Läuft alles nach Plan, könnte die Genossenschaft für das Frenerhus Ende 2026 gegründet werden. 2029 könnte im Idealfall das erste Schnitzel im neuen Dorfgasthaus serviert werden. Informationen und Beteiligungsmöglichkeiten: www.frenerhus.at

(NEUE am Sonntag)