Kunst an der Schnittstelle der Zeitachsen

Wie beeinflusst die Abwesenheit unsere Wahrnehmung von Zeit, Raum und Kunst?
Galeristin Silvia Janschek eröffnete am Freitag ihre neue Ausstellung mit Werken des französischen Malers Thierry Dalat. Er zeigt in “intimacies” menschenleere anmutige Landschaften und Portraits, in denen das Gesicht wie eine tiefgründige Landschaft wirkt. Er kombiniert Öl, Holzkohle und Leim, wobei er durch Schichten und gezieltes Zerstören eine mineralische Patina aufbaut. Es war die Oper, die ihn zur Malerei mit mineralischem Charakter geführt hat, die sich vom Fresko unterscheidet und eher an einen Versteinerungsprozess erinnert. Das kreiert er mit Techniken, die matte Oberflächen und absorbierende Eigenschaften erzeugen. Diese Mineralität ermöglicht ihm das Abkratzen, das Abschleifen und eine Veränderung. Es bedeutet sich mit dem Mangel auseinanderzusetzen. Dem Künstler gefällt die Vorstellung, dass sich die lange und die kurze Zeit, dass sich Vergangenheit und Gegenwart in der Abwesenheit kreuzen. Er ist davon überzeugt, dass diese Abwesenheit eine Kraft besitzt, dass sie die Materie lebendiger und pulsierender macht, so wie der Schatten das Licht offenbart. Thierry Dalats Arbeit baut auf dieser Abwesenheit auf, an der Schnittstelle der Zeitlinien. Bevor sich Dalat ausschließlich der Malerei widmete, arbeitete er als Bühnen- und Dekorationsmaler für Theater und Oper. Unter den Besuchern waren Künstlerin Rongshang Bai, Gabriele Schnitzer, Franz Ludescher, Harald Dona, Irmgard Ender (Gaumenfeines), Sigrid Juen, Edda Janschek, Uli Zumtobel, Karin Seyfried, Brigitte Eggler, Jörg Allgaier, Erwin Ölz und Karin Rollinger.
Yasmin Ritter






