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Warum Jürgen Hollenstein auf dieses Heizwerk stolz ist

23.06.2026 • 17:52 Uhr
Warum Jürgen Hollenstein auf dieses Heizwerk stolz ist
Nach 15 Jahren in Hohenems kehrt Jürgen Hollenstein beruflich in seine Heimatgemeinde zurück. Ab September soll das neue Biomasse-Heizwerk die ersten Haushalte versorgen. NEUE, Kelag

Ab September soll das neue Biomasse-Heizwerk Haushalte in Lustenau versorgen. Heizwart Jürgen Hollenstein bereitet den Start bereits vor.

Jürgen Hollenstein steht vor dem neuen Biomasse-Heizwerk in Lustenau. Hinter ihm ragt der gewaltige Pufferspeicher in den Himmel, Arbeiter sind mit den letzten Handgriffen beschäftigt. Noch wird auf der Baustelle gehämmert und montiert. Doch schon in wenigen Monaten soll von hier aus Wärme für hunderte Haushalte geliefert werden.

Warum Jürgen Hollenstein auf dieses Heizwerk stolz ist
Jürgen Hollenstein wird das neue Biomasse-Heizwerk in Lustenau künftig als Heizwart betreuen. Nach 15 Jahren bei der Nahwärme Hohenems kehrt der gelernte Elektriker damit beruflich in seine Heimatgemeinde zurück.

Für Hollenstein ist die Anlage mehr als ein weiteres Energieprojekt. Der Lustenauer wird das neue Heizwerk künftig als Heizwart betreuen. Nach 15 Jahren bei der Nahwärme Hohenems kehrt der gelernte Elektriker und passionierte Feuerwehrmann damit beruflich in seine Heimatgemeinde zurück.

„Mit dem Fahrrad bin ich in wenigen Minuten hier“, sagt er. Besonders freut ihn, dass er bereits während der Bauphase eingebunden wurde. So kann er die Anlage von Anfang an kennenlernen und seine Erfahrungen in den Aufbau einbringen.

Warum Jürgen Hollenstein auf dieses Heizwerk stolz ist
v.l.n.r.: Andrea Domberger (Geschäftsführerin Kelag Energie & Wärme), Vizebürgermeister Martin Fitz, Architekt Clemens Huber, Energie-Landesrat Daniel Allgäuer, Bürgermeister Patrick Wiedl, Energiegemeinderat Simon Vetter, Wolfgang Gutjahr (Projektleiter Kelag Energie & Wärme), Kurt Rauch (Rauch LFL), Adolf Melcher (Sprecher der Geschäftsführung der Kelag Energie & Wärme), Wirtschaftsgemeinderat Simon Ender bei der Firstfeier.

Modernste Technik für die Fernwärme

Das Herzstück des Heizwerks ist ein Biomassekessel mit fünf Megawatt Leistung. Eine aktive Rauchgaskondensation sorgt dafür, dass zusätzliche Energie aus den Abgasen gewonnen wird. Als Reserve steht ein Heizölkessel mit acht Megawatt bereit.

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Der Heizölkessel der Anlage kann bis zu acht Megawatt Wärme erzeugen, falls der Biomasse-Kessel ausfallen sollte.

„Wir errichten hier eine Anlage nach modernstem Stand der Technik“, sagt Projektverantwortlicher Wolfgang Gutjahr.

Über dem Heizwerk erhebt sich ein 110 Kubikmeter großer Pufferspeicher. Er gleicht Schwankungen zwischen Wärmeerzeugung und Wärmeverbrauch aus. Im Sommer übernimmt eine Wärmepumpe die Versorgung mit Warmwasser. Dann bleibt der Biomassekessel außer Betrieb.

Warum Jürgen Hollenstein auf dieses Heizwerk stolz ist
Täglich werden im neuen Heizwerk etwa drei Lkw-Ladungen Hackgut verheizt.

Beeindruckend sind auch die Brennstoffmengen. Rund 8,8 Schüttraummeter Hackgut werden bei Vollast an den kältesten Tagen pro Stunde benötigt. Das entspricht etwa drei Lastwagenladungen pro Tag. Auf den Straßen rund um das Heizwerk wird davon allerdings wenig zu sehen sein, denn die Biomasse stammt vom benachbarten Unternehmen Rauch LFL und wird direkt mit einem Radlader angeliefert.

Schwieriger Baugrund

Bis zur heutigen Firstfeier mussten jedoch einige Hürden genommen werden. „Wir haben uns intensiv vorbereitet und die Herausforderungen früh erkannt“, sagt Gutjahr.

Warum Jürgen Hollenstein auf dieses Heizwerk stolz ist
Wolfgang Gutjahr ist verantwortlich für das Projekt in Lustenau.

Um die notwendige Stabilität für die mehrere hundert Tonnen schweren technischen Geräte zu gewährleisten, wurden rund 200 Pfähle mit einer Länge von jeweils 15 Metern in den Boden eingebracht. Auch die Genehmigungsverfahren seien umfangreich gewesen. Die Zusammenarbeit mit Behörden und Gestaltungsbeirat habe jedoch sehr gut funktioniert.

Wo immer möglich, setzte die Kelag auf Unternehmen aus Vorarlberg. Die regionale Wertschöpfung sei ein wichtiger Bestandteil des Projekts.

Wärme für rund 200 Gebäude

Insgesamt investiert die Kelag Energie & Wärme rund 28 Millionen Euro in das Projekt. Im Endausbau soll das Fernwärmenetz rund 17 Kilometer lang sein und etwa 200 Gebäude versorgen.

Die Anlage soll jährlich Wärme im Ausmaß von rund 2,5 Millionen Litern Heizöl erzeugen und damit nach Angaben der Kelag rund 6.700 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Bis zum Start müssen noch Lückenschlüsse im Leitungsnetz hergestellt werden. Anschließend wird das gesamte System geprüft. Künftig wird das Heizwasser mit Temperaturen zwischen 80 und 95 Grad Celsius und einem Druck von drei bis fünf Bar durch die Leitungen zirkulieren.

Warum Jürgen Hollenstein auf dieses Heizwerk stolz ist

Auch auf einen möglichen Stromausfall ist die Anlage vorbereitet. Das Heizwerk verfügt über einen eigenen Trafo der Illwerke vkw. Zusätzlich steht ein Notstromaggregat für den Betrieb im Ernstfall bereit.

Die Kessel sollen schon bald in den Testbetrieb gehen. Ab September sollen die ersten Haushalte in Lustenau mit Wärme versorgt werden. Für Hollenstein beginnt die Arbeit allerdings schon jetzt. Er begleitet die letzten Bauarbeiten und bereitet sich auf den Moment vor, an dem erstmals Wärme aus dem neuen Heizwerk ins Netz fließt.

Das Heizwerk in Zahlen

Investition: 28 Millionen Euro

Biomassekessel: 5 MW

Reservekessel (Öl): 8 MW

Wärmepumpe: 1 MW

Pufferspeicher: 110 m³

Fernwärmenetz: 17 Kilometer

Anschlüsse: rund 200 Gebäude

CO2-Einsparung: rund 6.700 Tonnen pro Jahr