Dieser Koblacher hört nachts den Biber bauen

Ein ungewöhnlicher Gast sorgt im Koblacher Ried für Aufsehen: Biber „Justin“ hat es sich in einem Garten gemütlich gemacht – mit Folgen für die Nachbarschaft.
Oliver Amann wohnt im Ried in Koblach. Seit März teilt er seinen Garten mit einem neuen Bewohner: Ein Biber, dem inzwischen der Namen „Justin“ gegeben wurde, hat in dem kleinen Bachlauf auf seinem Grundstück einen Damm gebaut. Probleme hat Amann mit dem tierischen Gast bislang keine.

Gelegentlich hört er Justin in der Nacht, wenn dieser an seinem Damm arbeitet und Äste sowie Holzstücke verbaut. Auch das dadurch aufgestaute Wasser stört den Koblacher nicht.
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Als Mitglied eines Tauchvereins nimmt er die zusätzliche Wassermenge mit Humor. Neben Justin wurde auch bereits ein Jungtier gesichtet. Einen Namen hat der junge Biber allerdings noch nicht bekommen. Weitere Tiere hat Amann bisher nicht beobachtet. Deshalb scherzt er, Justin sei möglicherweise „alleinerziehend“.

Chilipaste schützt die Bäume
Auch mit den gefällten oder angenagten Bäumen kann Amann bislang gut leben. Einige Gehölze unmittelbar neben dem Bach möchte er jedoch erhalten. Um Justin davon abzuhalten, hat er die Stämme mit etwas Chilipaste eingerieben.

Die ungewöhnliche Schutzmaßnahme zeigt offenbar Wirkung: Die behandelten Bäume lässt der Biber seither in Ruhe.
Nachbargarten stand unter Wasser
Während Amann mit seinem neuen Gartenbewohner gut auskommt, hatte Justins Damm auf dem angrenzenden Grundstück deutlich schwerwiegendere Folgen. Dort führte das aufgestaute Wasser zu einer beachtlichen Überschwemmung.

Anfang der Woche stand das Wasser im Nachbargarten noch rund 20 bis 30 Zentimeter hoch. Inzwischen konnte es zwar wieder abfließen, die Folgen dürften damit aber noch nicht vollständig beseitigt sein. Es wird damit gerechnet, dass mehrere durch die Nässe geschädigte Bäume auf dem Grundstück in nächster Zeit absterben könnten.

Neue Regelungen für den Umgang mit Bibern
Bislang waren die Handlungsmöglichkeiten für Landwirte und Privatpersonen eingeschränkt, wenn Biber durch den Bau von Dämmen oder das Fällen beziehungsweise Beschädigen von Bäumen erhebliche Schäden auf ihren Grundstücken verursachten. Eine neue „Bibermanagementverordnung“, die zu einem besseren Zusammenleben mit den Tieren beitragen soll, geht am 27. Juli in eine sechswöchige Begutachtungsfrist. Während dieser Frist können Stellungnahmen abgegeben und gegebenenfalls im Entwurf berücksichtigt werden.