Wasser: knappes Gut, große Chancen

Wasser ist lebensnotwendig. Und auch für die Wirtschaft ist Wasser ein zentraler Produktionsfaktor. Gleichzeitig erhöhen Bevölkerungswachstum, steigender Wohlstand und der Klimawandel den Druck auf globale Wassersysteme. Vielerorts ist die Wasserinfrastruktur veraltet, was mit hohem Verlust des kostbaren Guts einhergeht. Hinzu kommt: Künstliche Intelligenz treibt zusätzlich die Nachfrage nach oben, denn Rechenzentren benötigen nicht nur Strom, sondern auch Wasserkühlung. Aus Sicht der Experten der Erste-Asset-Management ist Wasser auch für Anleger ein höchst relevantes Thema.
Allerdings lässt sich Wasser nicht ohne Weiteres wie ein klassischer Rohstoff handeln. Anders als Öl oder Gold ist Wasser meist lokal gebunden, stark reguliert und politisch sensibel. In vielen Ländern ist die Versorgung mit Trinkwasser Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und unterliegt strengen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Gewinne werden daher oft begrenzt, und Privatisierungsprojekte sind gesellschaftlich und politisch umstritten. Investoren können also nicht einfach „in Wasser“ investieren, sondern eher in die Infrastruktur, die damit verbunden ist.
Gerade in entwickelten Märkten wie den USA besteht ein enormer Investitionsbedarf in die bestehende, aber hoffnungslos veraltete Infrastruktur. Dort gehen durch defekte Wasserleitungen täglich mehr als 22 Milliarden Liter Trinkwasser verloren. Die Amerikanische Gesellschaft der Bauingenieure geht davon aus, dass der gesamte Finanzierungsbedarf für die US-Wasserinfrastruktur für die nächsten 20 Jahre bei über 1,25 Billionen US-Dollar liegt.
Die immer häufiger werdenden extremen Trockenperioden haben sinkende Grundwasserstände und damit Nutzungskonflikte zwischen privaten Haushalten, Industrie und Landwirtschaft zur Folge. Letztere hat einen sehr hohen Wasserbedarf. Sie ist weltweit der größte Wasserverbraucher. Wenn Wasser knapp wird, steigen Risiken für Ernteerträge, Lebensmittelpreise und Lieferketten.
Anleger können jedoch in Unternehmen investieren, die Lösungen entlang der Wertschöpfungskette anbieten. Dazu zählen Wasserversorger, die stabile und regulierte Cashflows erwirtschaften, aber auch Industrie- und Technologieunternehmen. Beispiele sind Anbieter von Pumpen, Ventilen, Filtrationslösungen, Wasseranalyse, Aufbereitungstechnologien, digitalem Monitoring oder effizienter Bewässerung. Auch Unternehmen aus den Bereichen Sanitärtechnik, Infrastruktur und Recycling spielen eine Rolle.
