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Umzug nach elf Jahren: “Wir haben uns nicht mehr wohlgefühlt”

29.08.2026 • 12:00 Uhr
Umzug nach elf Jahren: "Wir haben uns nicht mehr wohlgefühlt"
Julia und Patricia Mitterer bringen mit dem „Miles Diner“ amerikanisches Lebensgefühl in den Bregenzerwald. Hartinger

Das „Miles Diner“ hat in Vorarlberg, zumindest im Unterland, fast schon Kult-Status. Das Lokal hatte seinen Standort nun knapp elf Jahre lang in Bregenz. Seit Dezember letzten Jahres ist das allerdings Geschichte, denn Julia (36) und Patricia (39) Mitterer sind mit ihrem Lokal nach Langenegg umgezogen.

Von Hannah Swozilek
neue-redaktion@neue.at

Das „Miles Diner“ bedient alle amerikanischen Klischees: Route 66-Patches hängen an der Wand, Kennzeichen aus allen amerikanischen Bundesstaaten sind an die Bar getackert, eine große rote Popcorn-Maschine und Football-Jerseys runden das Bild ab. Ansonsten ist das Lokal in der Farbe Rot gehalten: Sitzbezüge und Beleuchtung, sowie Jerseys und die Bar strahlen im Rot-Ton, der dem der Cansas City Chiefs schon relativ nahekommt. Das Auge hat jedenfalls vieles zu entdecken, wenn man das Lokal betritt. Der neue Standort in Langenegg ist hell, wird von Tageslicht geflutet und ist von der Straße gut einsehbar. Das Lokal kommt nun eher einem „Roadhouse“ näher und erinnert kaum noch an das ehemalige Diner in Bregenz. Von der Bushaltestelle „Langenegg Zentrum“ sind es etwa fünf Meter bis zur Eingangstüre des Diners. Im Vergleich zum Standort in Bregenz ist jetzt vieles anders.

Umzug nach elf Jahren: "Wir haben uns nicht mehr wohlgefühlt"
Viele kleine Details: Im ganzen Lokal finden sich amerikanisch angehauchte Schriften und Symbole. Hartinger

Alkohol, Drogen und Sachbeschädigung

Das Restaurant ist circa gleich groß, wie der ehemalige Betrieb in Bregenz. Doch für die Betreiberinnen hat sich seit dem Umzug einiges zum Positiven verändert, denn mit dem Standort Bregenz waren die Mitterers schon seit längerem nicht mehr glücklich. „Wir hatten zunehmend mit Themen wie Sachbeschädigung, Diebstahl, Alkohol und Drogen zu kämpfen. Wir haben uns nicht mehr wohlgefühlt“, schildern sie. Zudem rückte auch das Thema der Massenabfertigung zunehmend in den Fokus. „Uns wurde es zunehmend wichtig, dass die Gäste auch länger sitzenbleiben, oder auch nur auf einen Drink vorbeikommen können. Das war in Bregenz nicht mehr möglich, weil wir die Tische so schnell vergeben mussten.“ Die beiden Frauen leben privat in Langenegg, somit war auch die Parkplatzsuche in Bregenz ein tägliches Thema. 

Umzug nach elf Jahren: "Wir haben uns nicht mehr wohlgefühlt"
Das Lokal ist mitten im Zentrum und direkt mit dem Bus erreichbar. hartinger

Wert auf Regionalität

Doch wem jetzt der Gedanke kommen mag, dass sich mit dem Umzug in den Bregenzerwald alles grundlegend verändert hat, der liegt falsch. „Viele der Stammgäste haben jetzt sogar einen kürzeren Weg zu uns, weil sie sowieso in Langenegg und Umgebung wohnen. Andere kommen zwar nicht mehr so häufig, bleiben uns aber trotzdem treu“, so Julia Mitterer. „Manchmal ist auch das komplette Lokal voll mit Frauen. Ich glaube, dass das schon eine gewisse Dynamik erzeugt, dass unser Diner nur von Frauen geführt wird“, sagt Julia Mitterer.   

Umzug nach elf Jahren: "Wir haben uns nicht mehr wohlgefühlt"
Neben Kuchen und Donuts finden sich auch Pancakes auf der Speisekarte. hartinger

„Die Menschen hier sind ganz anders, wir erfahren eine völlig neue Art von Wertschätzung. Viele parken jetzt mit ihren Oldtimern vor unserem Diner, das ist ein richtiges Event geworden und sieht auch super aus. In Bregenz hatten wir nicht mal Parkplätze.“ Sie erzählen, dass sie bereits von Menschen in Langenegg angesprochen wurden, warum sie denn nicht ihren Standort wechseln wollen, noch bevor der Umzug zum konkreten Gesprächsthema für die beiden wurde.

Umzug nach elf Jahren: "Wir haben uns nicht mehr wohlgefühlt"
Bei den Burgern kommt niemand zu kurz: Hier isst auch das Auge mit. Hartinger

Um seinem Namen gerecht zu werden, findet man neben der Einrichtung auch in kulinarischer Hinsicht alles, was man mit den USA verbinden würde: Milchshakes, Burger, Hot Dogs, Donuts, Pancakes, Philly-Cheese-Steak-Sandwiches und Fries. Doch die beiden Inhaberinnen legen Wert darauf, dass jede und jeder bei einem Besuch in ihrem Restaurant etwas zu Essen findet. So sind auch Salate und vegetarische, sowie vegane Alternativen zu den klassischen Burgern auf der Speisekarte vorhanden. „Wir haben auf jeden Fall angefangen, im Laufe der Zeit mehr Wert auf Regionalität zu legen. Jetzt holen wir unseren Käse gegenüber vom Lokal in einer Sennerei“, erzählen die beiden. Seit dem Umzug nach Langenegg ist das Thema noch präsenter geworden.  

Umzug nach elf Jahren: "Wir haben uns nicht mehr wohlgefühlt"
hartinger

Zusätzlich zur Speisekarte gibt es jeden Montag ein wechselndes Mittagsmenü, auf dem man, entgegengesetzt dem eigentlichen Schwerpunkt des Lokals, Hausmannskost findet. 

Kartenspiele und NFL

Ein weiteres Highlight des „Miles Diner“ ist die Kartenecke. Hier finden Gäste alle möglichen Karten- und Brettspiele, für die kleinen Gäste gibt es außerdem Ausmalbilder. „Diese Möglichkeit wird von unseren Gästen sehr geschätzt. Wir haben Gruppen von Mitte-Zwanzig-Jährigen, die sich hier treffen, um einfach nur eine Runde Karten zu spielen. Sie müssen auch nichts konsumieren, wir bieten diese Möglichkeit gerne an.“ Auch einen großen Bildschirm gibt es im Lokal, auf dem auf Nachfrage Spiele der NFL oder Fußballspiele gezeigt werden. 

Umzug nach elf Jahren: "Wir haben uns nicht mehr wohlgefühlt"
Ein Klassiker des “Miles Diner” ist der Hot Dog. Hartinger

Das Ziel der Betreiberinnen ist es, ihre Gäste wieder verstärkt zu handyfreier Kommunikation zu animieren und Erlebnisse außerhalb der digitalen Welt zu fördern. 

miles Diner

Adresse: Bach 201, 6941 Langenegg

Öffnungszeiten: Montag: 11.00 bis 14.00 Uhr; 16.00 bis 21.00 Uhr

Dienstag / Mittwoch: Ruhetag

Donnerstag: 11.00 bis 14.00 Uhr; 16.00 bis 21.00 Uhr

Freitag: 14.00 bis 23.00 Uhr

Samstag: 14.00 bis 23.00 Uhr

Sonntag: 14.00 bis 21.00 Uhr

Telefonnummer: 0664 3006674

Reservieren: per WhatsApp, oder einfach vorbeikommen