Echte Modelnamen, falsches Shooting: Krumbacher warnt vor Instagram-Masche

Das angebliche Shooting klang nach Chance. Für die Modelagentur eines Vorarlbergers wurde die Einladung jedoch zur Warnung.
Ein Screenshot eines Fotografen hat Dominik Wachta alarmiert. Der aus Krumbach stammende Inhaber der Modelagentur 1st Place Models erhielt die Nachricht kürzlich zugeschickt: Ein Instagram-Account lud darin zu einem Fotoshooting am 22. September in Wien ein. Als angeblich beteiligte Models
wurden mehrere Frauen genannt, darunter auch Emilia Dominguez aus
Schwarzenberg, welche bei 1st Place Models unter Vertrag steht. Doch weder sie
noch die Agentur hätten von dem Termin gewusst, sagt Wachta im Gespräch mit der NEUE.

Der Account habe sich als Anbieter eines Fotoevents ausgegeben und unter anderem Fotografen angeschrieben. In der Nachricht wird ein Shooting in einem Wiener Studio beworben, verbunden mit der Frage, ob die Empfänger daran teilnehmen möchten. Wachta warnt davor, auf das Angebot einzugehen oder gar Geld zu überweisen. Es werde ein Projekt beworben, von dem weder die Agentur noch die genannten Models Kenntnis hätten.

„Es wird etwas versprochen, was nicht den Tatsachen entspricht“, sagt Wachta. Er gehe deshalb davon aus, dass Fotografen womöglich dazu gebracht werden sollen, für eine Teilnahme oder eine Anzahlung zu bezahlen. Ob und in welcher Höhe bereits Geld geflossen ist, sei derzeit nicht bekannt. Auch wer hinter dem Instagram-Profil steht, ist noch unklar.

Nach den ersten Berichten österreichweiter Medien über die Warnung hätten sich weitere Betroffene bei ihm gemeldet, erzählt Wachta der NEUE exklusiv. Darunter seien nicht nur Fotografen, sondern auch Models. Ein weiterer Screenshot, der der Redaktion vorliegt, zeigt, dass der betreffende Account auch ein Model für das vermeintliche Shooting gewinnen wollte. In der Nachricht werden wiederum mehrere Fotografen als mögliche Teilnehmer angeführt.

Besonders problematisch sei, dass in den Einladungen Namen und Instagram-Profile realer Models verwendet werden. Diese hätten dem Shooting jedoch nach Angaben Wachtas nicht zugestimmt. Emilia Dominguez, die aus Schwarzenberg stammt und für 1st Place Models arbeitet, sei zum angegebenen Termin nach Wissen der Agentur nicht einmal in Wien. Auch weitere in den Nachrichten genannte Frauen gehörten teils gar nicht zum Portfolio von 1st Place Models.
Rechtliche Schritte
Mit einigen dieser Models sei Wachta inzwischen in Kontakt. Von einer Betroffenen wisse er, dass auch sie gegen die Person hinter dem Account vorgehen wolle. Wachta selbst habe nach eigenen Angaben einen Namen, den er mit dem Fall in Verbindung bringt. Diesen habe er bereits seiner Rechtsvertretung übermittelt. Nun werde geprüft, welche rechtlichen Schritte möglich seien. Eine Anzeige wegen mutmaßlichen Betrugs stehe im Raum.
Falsche Scouts
Für die Agentur ist es nicht der erste Fall dieser Art. Bereits vor einigen Jahren warnten Wachta und 1st Place Models vor Personen, die sich als Scouts der Agentur ausgegeben haben sollen. Damals sollen junge Frauen in Wien und Kärnten mit selbst gemachten Visitenkarten angesprochen und zu kostenpflichtigen Coachings gelockt worden sein. Die Agentur betonte schon damals, dass solche Angebote nichts mit ihr zu tun hätten.
Der aktuelle Fall unterscheidet sich insofern, als offenbar nicht nur potenzielle Models, sondern auch Fotografen kontaktiert werden. Gerade in sozialen Netzwerken sei es für Außenstehende schwierig, echte von nachgemachten Accounts zu unterscheiden, sagt Wachta. Seriöse Anfragen sollten daher über die offiziellen Kontaktwege der Agentur überprüft werden.
Immer überprüfen
Wachta rät allen angeschriebenen Fotografen und Models, keine Anzahlungen zu leisten, keine persönlichen Daten weiterzugeben und verdächtige Profile zu melden. Wer eine ähnliche Nachricht erhalten habe, solle Screenshots sichern und sich direkt bei den genannten Models oder der Agentur erkundigen. So lasse sich rasch klären, ob ein Angebot tatsächlich existiert oder ob jemand mit fremden Namen und einer vermeintlichen Chance auf ein Shooting Geld verdienen will.