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Elektro-Lkw in Europa: Hohe Kosten bremsen den Durchbruch

26.09.2026 • 11:00 Uhr
Elektro-Lkw in Europa: Hohe Kosten bremsen den Durchbruch
AFP

Elektro-Lkw gewinnen in Europa an Bedeutung, doch hohe Anschaffungskosten und eine lückenhafte Ladeinfrastruktur bremsen bislang den großen Durchbruch.

Der Güterverkehr auf Europas Straßen steht vor einem technologischen Umbruch. Elektro-Lkws gelten als Schlüssel zur Dekarbonisierung des Transportsektors, doch der flächendeckende Durchbruch lässt noch auf sich warten. Zwar steigen die Verkaufszahlen deutlich an, gemessen am gesamten Lkw-Markt bleibt ihr Anteil jedoch noch niedrig. So wurden im Jahr 2025 in der EU rund 5000 Elektro-Lastkraftwagen neu zugelassen, was einem Marktanteil von knapp zwei Prozent entspricht. Anleger setzen darauf, dass die Elektrifizierung des Güterverkehrs mittelfristig neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnet.

Als größter Vorteil der E-Lkws gelten die deutlich geringeren CO₂-Emissionen im Betrieb sowie niedrigere Energie- und Wartungskosten. Zudem profitieren Unternehmen in mehreren Ländern von Mautbefreiungen und Förderungen. Für viele Logistiker rechnet sich der Einsatz besonders auf regionalen Strecken bereits heute. Moderne Modelle erreichen schon jetzt Reichweiten von rund 500 bis 600 Kilometern.

Dennoch bremsen mehrere Faktoren die Entwicklung. Der größte Nachteil besteht weiterhin in den hohen Anschaffungskosten, die oft mehr als doppelt so hoch liegen wie bei vergleichbaren Diesel-Lkws. Hinzu kommen Unsicherheiten hinsichtlich Ladezeiten und der Verfügbarkeit geeigneter Ladestationen. Vor allem im internationalen Fernverkehr fehlt vielerorts noch die notwendige Infrastruktur. Experten gehen davon aus, dass Europa bis 2030 zehntausende zusätzliche Hochleistungsladepunkte für den Schwerverkehr benötigt.

Mit einem Marktanteil von rund 47 Prozent war Volvo 2024 noch klarer Marktführer bei Elektro-Lastkraftwagen in Europa. Im Jahr 2025 konnte Daimler Truck jedoch stark aufholen. An der Börse ist das Unternehmen aktuell mit rund 33 Milliarden Euro bewertet. Nach einer Schwächephase Anfang 2026 hat sich der Kurs wieder erholt und liegt nun deutlich über dem 52-Wochen-Tief von knapp 33 Euro, bleibt aber unter dem Höchststand von rund 50 Euro.

Bei der Elektrifizierung des Schwerverkehrs liegt Österreich im europäischen Mittelfeld. Die geografische Lage als Transitland würde aber den Ausbau besonders wichtig machen. Erste Elektro-Lkws sind schon auf internationalen Routen im Regelbetrieb. Für einen flächendeckenden Umstieg sind jedoch weitere Schnellladeparks entlang der Hauptverkehrsachsen sowie ein Ausbau der Stromnetze erforderlich. Die Richtung ist klar: Der Elektro-Lkw hat Europa erreicht. Bis er den Diesel in größerem Stil verdrängt, dürften aber noch einige Jahre vergehen.

Christoph Flatz
Christoph Flatz, Veranlagungsspezialist in der Sparkasse.