Kleine Klimahelden: Wie Vorarlbergs Kindergartenkinder das Klima schützen lernen

Ein Projekt des Energieinstituts Vorarlberg bringt bereits den Jüngsten ein Thema nahe, das ihre Zukunft wesentlich mitbestimmt.
Dass auch kleine Hände Großes bewirken können, zeigt das Projekt „kleiner Daumen – große Wirkung“ des Energieinstituts Vorarlberg. Gemeinsam mit Elementarpädagoginnen werden Kindergartenkindern die Themen Klimaschutz und Klimawandel auf spielerische Weise nähergebracht. Die Kinder lernen auf Ausflügen in die Natur, durch Experimente, Geschichten und gemeinsame Aktionen Grundlegendes zum Thema Klima und wie jeder dazu beitragen kann, es zu schützen.
Das Projekt ist Teil des seit gut zehn Jahren laufenden Programms „Energieautonomie begreifen“, einem Bildungsprogramm zu Energie und Klima für Vorarlberger Kindergartenkinder, Schülerinnen und Pädagogen, das von Illwerke vkw, Land Vorarlberg und dem Energieinstitut Vorarlberg getragen wird. Durch unterschiedliche Projekte werden jährlich etwa 3600 Kinder und Jugendliche erreicht.

Klimatasche, Solarkocher und Ökotrainer
Pro Jahr begleitet und betreut das Energieinstitut bis zu 20 Kindergärten bei der Umsetzung von „Kleiner Daumen – große Wirkung“. Die Pädagoginnen absolvieren eine eintägige Schulung zur Vermittlung des Klimathemas. Damit die Arbeit im Kindergarten möglichst unkompliziert gelingt, erhalten die Einrichtungen eine sogenannte Klimatasche mit ausgesuchten Materialien. Ein Praxishandbuch beinhaltet viele Ideen – von Experimenten bis zu Bastelvorschlägen. Außerdem können die teilnehmenden Kindergärten beim Energieinstitut Solarkocher oder Ökotrainer-Fahrräder zur Stromerzeugung ausleihen und werden während des Kindergartenjahres fachlich betreut.

„Die Kinder tragen ihre Erfahrungen nach Hause und beeinflussen ihr Umfeld auf spielerische und positive Weise.“
Daniela Hagspiel, Kindergartenpädagogin
Die Selbstwirksamkeit der Kinder ist ein großes Thema: „Die Kinder sollen möglichst viel aus dem Kindergarten mitnehmen, bei dem sie merken, dass sie selbst etwas tun können“, erklärt Carmen Jungmayr, Leiterin der Bildungsabteilung beim Energieinstitut Vorarlberg. Eine passende Rahmengeschichte führt durch das Jahr: Ein König führt ein klimaschädliches Leben, bis sein Daumen erwacht und fortan als sein Klimagewissen fungiert. Der Daumen steht stellvertretend für ein kleines Körperteil mit großer Wirkung, denn ohne Daumen fiele uns vieles schwer. Zugleich vermittelt er den Kindern: auch wenn ihr klein seid, hat euer Beitrag eine große Wirkung.

Kindergärten gestalten das Projekt individuell
Ein wichtiger Baustein für den Erfolg des Projektes ist die weitgehende Autonomie der Kindergärten bei der Integration des Projekts in ihren Alltag: „Die Umsetzung ist individuell, wie es für den jeweiligen Kindergarten am besten passt. Manche bearbeiten zu jeder Jahreszeit ein Thema, andere haben einen fixen Tag in der Woche, den sie dem Klima widmen, andere wiederum setzten es in Schwerpunktwochen um“, erläutert Jungmayr. Die Kindergärten können dabei aus unterschiedlichen Modulen wählen: Konsum, Lebensmittel, Mobilität, Energie und Abfall.

Die Kinder sind mit viel Begeisterung bei der Sache. Pädagogin Daniela Hagspiel von der EVO Kindergartengruppe Alberschwende beschreibt ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Projekt positiv: „Die Kinder tragen ihre Erfahrungen nach Hause und beeinflussen ihr Umfeld auf spielerische und positive Weise. Die Rückmeldungen der Eltern waren durchwegs positiv, und die Inhalte des Projekts wurden von den Familien aktiv mitgetragen.“ Der damals 5-jährige Valentin aus ihrer Gruppe begeisterte sich sehr für den Klimaschutz und gestaltete mit seiner Schwester Plakate, die er an unterschiedlichen Orten in Alberschwende anbrachte. Zu seinem Geburtstagsfest veranstaltete der kleine Klimaheld gemeinsam mit seinem Großvater und anderen Kindern eine Baumpflanzaktion – ein weiterer kleiner Beitrag mit großer Wirkung.
Christine Moosmann-Hämmerle