VVV-Tarifreform: 21.205 Euro für Bernie Webers Agentur – “Heute würden wir das infrage stellen”

Neben der SPÖ schießen auch die Grünen scharf gegen die umstrittene Vorarlberger Tarifreform. Werbeleistung für die VVV-Novelle kassierte dafür die Agentur von Kultursprecher Bernie Weber.
Die VVV-Tarifreform sorgt weiter für Schlagzeilen. Eine SPÖ-Anfrage an Landesstatthalter Christof Bitschi enthüllte nun einerseits Kosten für Werbung, Planung und Durchführung. Und brachte teilweise beträchtliche Summen zutage. So flossen hunderttausende Euro an Steuergeld ins Ausland, für Beraterfirmen und weitere Dienstleister.

Beim genauen Hinsehen findet sich auch der Betrag von 21.205 Euro für die Werbeagentur Weber, Mathis + Freunde in der Kostenauflistung 2026. Benötigt wurde das Geld für die Kampagne “Tarife neu”. Kein Überposten, betrachtet man sich aber den Adressaten der Mittel, könnte dies bei so manchen Gegnern der Reform für Kopfschütteln sorgen. Denn Bernie Weber, Landtagsabgeordneter der Grünen, und damit jener Partei, die kein gutes Haar an der Tarifnovelle findet, ist Geschäftsführer jener Agentur, welche eine Kampagne für die heiß diskutierte Tarifreform gestaltete und sich diese auch vergüten ließ.
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Dies bestätigt Bernie Weber auch im Telefonat mit der NEUE Vorarlberger Tageszeitung: “Das stimmt, neben anderen Agenturen wie dem Zeughaus zählt der Vorarlberger Verkehrsverbund zu unseren Kunden. Und wir haben uns damals auch am Vermarktungsprozess des neuen Tarifmodells beteiligt, aber als reiner Partner für die Kommunikation, und nicht in Form einer inhaltlichen oder strategische Auseinandersetzung mit der Strategie.”
Ihm sei durchaus bewusst, dass seine Funktion als Landtagsabgeordneter in Kombination mit seinem Beruf als Werbetreibendem oft für Diskrepanzen sorgen könne, dafür gäbe es aber auch strikte Vergaberichtlinien. “Als Kultursprecher habe ich beispielsweise auch schon eine gewerbliche Zusammenarbeit unserer Agentur mit der Kuges ausgeschlagen, genau aus jenen Gründen.”

“Heute das Produkt infrage sitzen”
Auf die NEUE-Anfrage, ob er die neuerliche Vermarktung der ins Visier geratenen Novelle mit dem heutigen Wissen in Betracht ziehen würde, antwortet Weber abschließend: “Mit dem heutigen Wissen würden wir auf jeden Fall das Gespräch suchen und das Produkt infrage stellen, das offensichtlich auf eine derart breite Ablehnung in der Bevölkerung stößt.”
(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)