KI-Boom: So stark belastet KI die Umwelt

Künstliche Intelligenz benötigt enorme Mengen an Energie und Wasser – mit Folgen für die Umwelt.
Der Boom bei Künstlicher Intelligenz sorgt weltweit für einen beispiellosen Wettlauf um neue Rechenzentren. Dabei geraten die ökologischen Folgen zunehmend in den Fokus. Aktuell steht Google in Finnland unter Druck, nachdem Behörden Vorarbeiten für zwei geplante Rechenzentren gestoppt haben. Es steht der Vorwurf im Raum, dass bereits hunderte Hektar Wald gerodet wurden, bevor überhaupt die erforderlichen Umweltverträglichkeitsprüfungen abgeschlossen waren.
Der Konflikt kommt für Google zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Erst Anfang September kündigte der Konzern Investitionen von rund 13 Milliarden Euro in Finnland an. Geplant sind die Erweiterung des bestehenden Rechenzentrums in Hamina sowie Investitionen an weiteren drei Standorten. Nordeuropa gilt aufgrund des kühlen Klimas, der vergleichsweise günstigen Stromversorgung sowie der hohen Verfügbarkeit von CO₂-armem Strom aus Kern-, Wasser- und Windkraft als besonders attraktiv für Rechenzentren. Google bezeichnet die Investition als die größte Einzelinvestition des Unternehmens in Europa. Auch in Oberösterreich entsteht aktuell ein neues Rechenzentrum, das als Baustein der europäischen Cloud- und KI-Infrastruktur dienen soll. Der Standort soll unter anderem Google-Dienste wie Search, Maps, YouTube und KI-Anwendungen unterstützen.
Neben Google zählen vor allem Microsoft, Amazon, Meta und Nvidia zu den größten Profiteuren des KI-Booms. Alle investieren zweistellige Milliardenbeträge in neue Rechenzentren, Chips und Energieversorgung. Gleichzeitig wächst aber auch die öffentliche Debatte über den ökologischen Fußabdruck dieser Entwicklung. Hinter jedem Chatbot und jeder KI-Anfrage stehen Serverfarmen, Stromleitungen, Kühlsysteme und zunehmend auch Flächen- und Umweltkonflikte. Die Systeme benötigen enorme Mengen an Energie. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) verbrauchten Rechenzentren weltweit bereits 2024 rund 415 Terawattstunden Strom und damit etwa 1,5 Prozent des globalen Stromverbrauchs. Bis 2030 könnte dieser Wert auf rund 945 Terawattstunden steigen und sich damit mehr als verdoppeln.
Ein weiterer kritischer Faktor ist aber auch der Wasserverbrauch. Rechenzentren erzeugen enorme Mengen an Abwärme und müssen rund um die Uhr gekühlt werden. Dafür wird vielerorts Wasser eingesetzt, das über Kühlsysteme zirkuliert oder verdunstet. Umweltexperten warnen deshalb eindringlich vor Nutzungskonflikten – insbesondere in Regionen, die bereits unter Trockenheit oder Wasserknappheit leiden.
