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EU und Kanada stärken Partnerschaft: Diese Branchen zählen zu den Gewinnern

31.10.2026 • 11:00 Uhr
EU und Kanada stärken Partnerschaft: Diese Branchen zählen zu den Gewinnern
AFP

Kanada und die EU rücken wirtschaftlich enger zusammen. Davon könnten zahlreiche Branchen und Unternehmen profitieren.

Kanada und die Europäische Union wollen ihre Zusammenarbeit deutlich ausbauen. Hintergrund sind neben den geopolitischen Spannungen mit China vor allem die zuletzt verschlechterten Beziehungen zu den USA unter Präsident Donald Trump. Die Partnerschaft soll weit über den Handel hinausgehen und Bereiche wie kritische Rohstoffe, künstliche Intelligenz, Halbleiter, Finanzdienstleistungen, saubere Energien, Weltraumkommunikation und digitale Zahlungssysteme umfassen. Auch der Austausch von Studierenden und Fachkräften soll erleichtert werden.

Für die EU eröffnet dies attraktive Perspektiven. Europa bemüht sich seit Jahren, seine Lieferketten breiter aufzustellen und die Abhängigkeit von China bei strategisch wichtigen Rohstoffen zu reduzieren. Kanada verfügt über große Vorkommen von Lithium, Nickel, Kobalt, Kupfer und Uran, die für Batterien, Elektromobilität und moderne Technologien unverzichtbar sind. Von einer engeren Kooperation könnten daher kanadische Rohstoffunternehmen wie Teck Resources, Lundin Mining oder Cameco profitieren. Auf europäischer Seite könnten vor allem Autobauer wie Volkswagen, BMW, Mercedes-Benz und Stellantis langfristig ihre Rohstoffversorgung verbessern.

Auch die Energiebranche zählt zu den möglichen Gewinnern. Kanada verfügt über umfangreiche Erdgas- und Wasserstoffressourcen und könnte damit einen wichtigen Beitrag zur europäischen Energiesicherheit leisten. Chancen ergeben sich für Unternehmen wie Enbridge oder TC Energy sowie für Betreiber von LNG- und Wasserstoffprojekten. Gleichzeitig könnte Kanada vom europäischen Know-how bei erneuerbaren Energien und Klimatechnologien profitieren.

Diskutiert wird zudem ein stärker integrierter Markt für Finanzdienstleistungen. Davon könnten große kanadische Banken wie RBC, TD Bank oder die Bank of Montreal Nutzen ziehen. Auch die Verteidigungs-, Luftfahrt- und Raumfahrtindustrie könnte durch die engere Zusammenarbeit neue Marktchancen erhalten, was für CAE, Bombardier sowie europäische Konzerne wie Airbus, Leonardo, Thales oder Rheinmetall von Vorteil wäre.

Sollte die Kooperation tatsächlich vertieft werden, könnte ein neuer Wirtschaftsraum mit rund 520 Millionen Menschen und mehr als ein Viertel der weltweiten Wirtschaftsleistung entstehen. Die engere Zusammenarbeit würde Lieferketten diversifizieren, die Abhängigkeit von einzelnen Wirtschaftsmächten reduzieren und die Position eines demokratischen Wirtschaftsraums zwischen den dominierenden Machtblöcken USA und China stärken.

Christoph Flatz
Christoph Flatz, Veranlagungsspezialist in der Sparkasse.