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Warum Bachmann für kleine Bauteile große Vorräte anlegt

07.11.2026 • 17:01 Uhr
Warum Bachmann für kleine Bauteile große Vorräte anlegt
Daniel Pfeifer zeigt ein Steuerungsmodul von Bachmann electronic. Die Produktion in Feldkirch soll auch künftig ein zentraler Teil des Unternehmens bleiben. Hartinger

Bachmann electronic will seine Kunden trotz angespannter Lieferketten zuverlässig beliefern. Dafür kauft das Unternehmen Bauteile auf Vorrat und bindet Kapital, das andernorts eingesetzt werden könnte. Geschäftsführer Daniel Pfeifer spricht auch über die Zukunft des Standorts Feldkirch.

Die Produktion von Bachmann electronic soll in Feldkirch bleiben. „Wir haben keine Ambitionen, relevante Produktionsverlagerung zu machen“, sagt Geschäftsführer Daniel Pfeifer am Firmensitz. Warum Bachmann viel Geld in seine Lieferfähigkeit steckt, macht er an einem Bauteil für drei Euro deutlich.
Denn fehlt dieses Teil in einer Bachmann-Steuerung, kann eine Maschine im Wert von zwei Millionen Euro nicht ausgeliefert werden. Um solche Ausfälle zu vermeiden, kauft das Unternehmen elektronische Komponenten auf Vorrat. Die Kunden sollen ihre Steuerungen weiterhin zu den üblichen Lieferzeiten bekommen.

Warum Bachmann für kleine Bauteile große Vorräte anlegt
Daniel Pfeifer beim Gespräch mit der NEUE am Sonntag am Firmensitz in Feldkirch. Hartinger

Bachmann-Technik arbeitet häufig im Verborgenen: in Windkraftanlagen, Kraftwerken und Industriemaschinen. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz der Bachmann electronic GmbH um knapp sechs Prozent auf 104 Millionen Euro. Der Betriebserfolg erhöhte sich von 7,25 auf 11,24 Millionen Euro. Gleichzeitig ging der Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit vor Steuern von 20,1 auf 10,6 Millionen Euro zurück.

Lieferfähig bleiben

Pfeifer führt den Rückgang vor allem auf die Beschaffung zurück. Seit der Corona-Krise hätten sich die Lieferketten für Elektronik grundlegend verändert. Derzeit verschärften nach seiner Beobachtung die großen Investitionen in Rechenzentren den Wettbewerb um Chips. „Wir holen Material rein, was geht“, sagt er. „Uns ist es wichtiger, dass wir auf unserer Kundenseite nach wie vor Standardlieferzeiten anbieten können und nach wie vor lieferfähig sind.“

Das bindet Kapital, soll aber Ausfälle bei den Kunden verhindern. Pfeifer spricht von einem Lageraufbau „bis sprichwörtlich unter die Decke“. Der Jahresabschluss zeigt unterschiedliche Bestandsarten: Die Rohmaterialbestände lagen am Bilanzstichtag 2025 unter dem Vorjahreswert, fertige Erzeugnisse und Waren darüber. Aus diesen Stichtagswerten allein lässt sich nicht ablesen, wie viel Material Bachmann im Verlauf des Jahres eingekauft und wieder verarbeitet hat. Pfeifers Erklärung beschreibt die Beschaffungsstrategie des Unternehmens.

Warum Bachmann für kleine Bauteile große Vorräte anlegt
Geschäftsführer Daniel Pfeifer sieht in der Energieautomatisierung weiter Wachstumsmöglichkeiten für Bachmann. Hartinger

Den höheren Betriebserfolg erklärt er mit mehr verkauften Stückzahlen und damit günstigeren Konditionen in Einkauf und Fertigung. Hinzu kämen Verbesserungen in den Prozessen sowie Softwareprodukte, die höhere Margen ermöglichten. Deren wirtschaftliche Bedeutung sei aber noch begrenzt: „Wir sind ein Hardware-Unternehmen mit einem umfangreichen Software-Stack“, betont Pfeifer.

Standort und Personal

In Feldkirch befinden sich nach Pfeifers Angaben Produktion, Entwicklung und die meisten zentralen Funktionen der Unternehmensgruppe. Die Zahl der Beschäftigten am Standort beträgt rund 360. International stellt Bachmann ebenfalls Personal ein, etwa für Vertrieb und technische Betreuung in Indien. „Wir bauen international auf, aber die Bedeutung von Feldkirch als Hauptsitz wird dadurch nicht geringer“, sagt er.

Wie nahe die Produkte dem Vorarlberger Alltag sind, zeigt er an Beispielen: Bachmann-Technik werde in der Trinkwasserversorgung eingesetzt und stecke in Anlagen zur Stromerzeugung. In Seilbahnen komme Technologie des Unternehmens für die Anzeige und Bedienung der Steuerung zum Einsatz. Meistens arbeitet die Bachmann-Steuerung im Hintergrund, sodass es gar nicht einfach ist, alle Anwendungen zu erkennen.

Warum Bachmann für kleine Bauteile große Vorräte anlegt
Bachmann-Geschäftsführer Daniel Pfeifer spricht über die Entwicklung des Unternehmens und seine Pläne für den Standort Feldkirch. HARTINGER

Die Märkte entwickeln sich für Bachmann unterschiedlich. Das Geschäft in den USA beschreibt Pfeifer für 2026 als volatil, in China steige der Kostendruck. Indien sieht er als Wachstumsmarkt. Konkrete Zahlen zu Umsatz, Auftragseingang oder Ergebnis des laufenden Jahres nennt er nicht. Besonders große Chancen sieht er weiterhin in der Energieautomatisierung: Steuerungen für Wind- und Wasserkraft, Blockheizkraftwerke, große Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher.

Die neue Plattform

Eine wichtige Entscheidung für die kommenden Jahre ist die Einführung der Steuerungsplattform M100. Nach Tests bei ungefähr zehn Pilotkunden soll sie ab Dezember regulär lieferbar sein. Bachmann will damit auch Kunden gewinnen, die mit der bisherigen Plattform M200 nicht erreicht wurden. Diese bleibt weiter in Produktion.

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Daniel Pfeifer am Firmensitz in Feldkirch: Die neue Steuerungsplattform M100 soll weitere Kunden erschließen. Hartinger

Für die Entwicklung von Software sucht Bachmann auch außerhalb Vorarlbergs Personal. Der neue Standort in Wien soll unter anderem die Tochtergesellschaft Bachmann Visutec in Eisenstadt unterstützen. Pfeifer betont jedoch, dass dort künftig auch andere Funktionen Platz finden können, falls sich geeignete Beschäftigte nicht in Feldkirch finden lassen. Wo jemand arbeitet, hänge zunehmend davon ab, wo das Unternehmen Fachkräfte gewinnen kann.

Pfeifer dämpft zugleich die Erwartung, dass sich der Erfolg der M100 bald in den veröffentlichten Geschäftszahlen ablesen lässt. Selbst 2027 werde ihr Umsatzbeitrag dafür voraussichtlich zu klein sein. Entscheidend sei zunächst, wie Kunden auf die neue Plattform reagieren. Wachstum bei Stückzahlen und Umsatz bleibe wichtig, ebenso ein Ergebnis, das weitere Investitionen ermöglicht. Daran, sagt Pfeifer, könne man erkennen, ob Bachmann auf Kurs ist.

Bachmann in Zahlen

Die Bachmann electronic GmbH erzielte 2025 einen Umsatz von 104,03 Millionen Euro und einen Betriebserfolg von 11,24 Millionen Euro. Sie beschäftigte im Jahresdurchschnitt 396 Menschen, darunter 26 Lehrlinge. Diese Werte stammen aus dem Einzelabschluss der GmbH; sie sind weder Konzernzahlen noch ausschließlich Feldkircher Standortzahlen. Pfeifer neuut die aktuelle Beschäftigtenzahl in Feldkirch mit rund 360.