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Neuer Standort für das Ärztezentrum

05.05.2021 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hier hätte das Zentrum entstehen sollen.
Hier hätte das Zentrum entstehen sollen.

Gesundheitszentrum in Bludenz wird nicht am geplanten Standort gebaut.

Das oft besprochene und heißumkämpfte Ärzte- und Gesundheitszentrum wird nach derzeitigem Stand nicht an dem geplanten Standort in der Nähe des Spitals gebaut. Der Betreiber und Initiator Daniel Gfrerer will sich dazu derzeit nicht äußern. Zu verfahren sei die Situation. Zudem ist er auch enttäuscht von der Politik. Ex-Vizebürgermeister Mario Leiter (SPÖ) betont, dass sich das die ÖVP und Simon Tschann umhängen lassen müssen. „Meines Wissens ist es nun fix, dass das Projekt nicht an diesem Platz gebaut wird. Das hätte man auch anders lösen können. Ich verstehe die schwierige Situation und die Entscheidung vom Projektgründer. Man hat es ihm nicht leicht gemacht“, führt Leiter aus.

Unklarheit

Bürgermeister Simon Tschann (ÖVP) zeigt sich erstaunt über diese Wendung: „Davon weiß ich nichts. Ich habe schon länger nichts mehr gehört von Dr. Gfrerer.“ Der Stadtvertretungsbeschluss stehe nach wie vor und man mache Gfrerer keinen Druck. Laut diesem Beschluss hat der Mediziner noch bis 2024 Zeit, dieses Projekt umzusetzen. So lange ist das Grundstück dafür reserviert. Vor allem wegen der langen Verfahrensdauer sind Gfrerer einige Projektpartner abgesprungen. Ein Grund für die lange Dauer waren auch schwierige und zähe Verhandlungen mit dem Gestaltungsbeirat. „Falls Daniel Gfre­rer früher an mich herantritt und auf das Grundstück verzichtet, weil er etwas Passenderes gefunden hat, dann werden wir von der Stadtseite überlegen, was wir damit machen.“ Derzeit wird der Platz als städtischer Parkplatz genützt. Bürgermeister Tschann werde auf jeden Fall noch einmal das Gespräch suchen.

Daniel Gfrerer ist Initiator des Ärztezentrums Bludenz
Daniel Gfrerer ist Initiator des Ärztezentrums Bludenz

Wahlkampfmanöver

Im Zuge des Bürgermeisterwahlkampfes im vergangenen Herbst ist dieses Projekt zwischen die Wahlkampffronten geraten. Und das hat dem geplanten Ärztezentrum massiv geschadet. Damals wurde vonseiten der ÖVP dem Projekt unterstellt, eine Zweiklassenmedizin zu forcieren, um dem SPÖ-Kandidaten Mario Leiter eines seiner Vorzeigeprojekte madig zu machen. „Von ‚Zweiklassenmedizin‘ war nie die Rede. Es war von Anfang an klar, dass ein gewisser Anteil an Kassenärzten dabei sein wird“, betont Ex-Vizebürgermeister Leiter. Bürgermeister Simon Tschann bedauert die schiefe Optik, die da entstanden ist. „Da ist das Projekt leider in politisches Fahrwasser gekommen. Das hat die ganze Geschichte sicher verzögert und dem Projekt geschadet. Ich habe aber gleich nach der Wahl das Gespräch gesucht. Und alle Fraktionen haben das Projekt damals unterstützt.“ Zudem habe sich Tschann auch bei Leiter entschuldigt. Leiter kritisierte noch als Vizebürgermeister die zögerliche Haltung von Bürgermeister Tschann. „Ich habe nicht das Gefühl, dass das Projekt zu 100 Prozent gewollt wird.“

Neuer Standort in Bludenz

Obwohl sich alle Beteiligten bedeckt halten, scheint es nun fix zu sein: Gfrerer wird keinen neuen Plan einreichen. Aber es könnte an einem neuen Standort in Bludenz gebaut werden. Etwas kleiner und vorzugsweise auf einer privaten Liegenschaft ohne städtische Beteiligung. Das könnte die Umsetzung erleichtern, betont ein Insider.

Rolling Stone

Der Stein ist ins Rollen gekommen. Und wohin er sich bewegt, weiß niemand. So wie es aussieht, wird das Projekt mit einer Gesamtinves­titionssumme von etwa sieben Millionen Euro in einer anderen Form und an einem anderen Standort entstehen.

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