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European Lithium muss hohe Strafe zahlen

16.06.2021 • 12:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Explorationsarbeiten im Traudi Stollen auf der Weinebene
Explorationsarbeiten im Traudi Stollen auf der Weinebene Schmerlaib

Grund: Verstoß gegen das Verbot der Marktmanipulation.

Die Finanzmarktkaufsicht (FMA) hat am Mittwoch bekannt gemacht, dass gegen das Unternehmen European Lithium wegen des Verstoßes gegen das Verbot der Marktmanipulation eine Geldstrafe in Höhe von 160.000 Euro verhängt wird. Durch „die Verbreitung von Informationen und Nachrichten, die falsche und irreführende Signale in Bezug auf ein Finanzinstrument an den Markt ausgesendet haben“, lautet die Begründung der FMA.

Hintergrund ist laut Dietrich Wanke von European Lithium der Rechtsstreit, welchen das australische Unternehmen über mehrere Jahre mit der Glock Gut- und Forstverwaltung als Eigentümerin der Liegenschaft geführt hat. Und die, so Wanke, 2019 in dem Zusammenhang getätigte Aussage eines mittlerweile ehemaligen Managers, dass es kein Gerichtsverfahren gebe. Eine Meldung, die aus Sicht der FMA wohl als irreführend für Aktionäre anzusehen ist.

„Strafe unverhältnismäßig“

Wanke sieht „die hohe Geldstrafe“ aber als „unverhältnismäßig“. Als Konsequenz habe sich European Lithium von der Wiener Börse abgemeldet, und sei jetzt nur noch in Sydney und Frankfurt gelistet. Es sei ohnehin „nur ein Service für die österreichischen Aktionäre“ gewesen.

European Lithium muss hohe Strafe zahlen
Dietrich Wanke: Strafe unverhältnismäßig hochKleine Zeitung

Abbau um Jahre verzögert

Unabhängig davon scheint der mögliche Lithium-Abbau aber ohnehin in weite Ferne gerückt zu sein. Wanke spricht jetzt von einem Zeitplan bis mindestens 2024, zu dem „vielleicht mit der Produktion begonnen werden kann„. Das sei aber alles noch „hochspekulativ“. Als einen der wesentlichen Gründe für die Verzögerungen nennt er die Pandemie.

Alleine um die endgültige Machbarkeitsstudie für den Abbau fertigzustellen, seien weitere Explorationsarbeiten nötig, heißt es seitens des Unternehmens. Im Juni aber will man fertig sein. Eine Machbarkeitsstudie ist notwendig, um überhaupt erst mit den behördlichen Genehmigungsverfahren starten zu können.

Der Rechtsstreit mit der Glock Gutverwaltung

Im Rechtsstreit mit der Glock Gut- und Forstverwaltung als Eigentümerin der Liegenschaften ging es laut der ECM Lithium AT GmbH um Grubenmaße und Schürfrechte und darum, wo Schürftätigkeiten in Zukunft stattfinden und lithiumhaltiges Erz abgebaut werden kann. Dieser Rechtsstreit wurde laut European Lithium vor wenigen Wochen beendet. „In diesem Zusammenhang konnte gutachterlich geklärt werden, dass eine Gefährdung des Grund- und Quellwassers von in der Nähe befindlichen Gemeinden in der Steiermark zu keinem Zeitpunkt gegeben war, da sich das Lithiumvorkommen auf der anderen Seite der Koralpe befindet und daher keine Beeinträchtigungen gegeben sind“, heißt es seitens European Lithium.

Zweiter Stolleneingang

Als Konsequenz muss ein zweiter Stolleneingang geschaffen werden. Der Haupteingang wird wohl nicht wie ursprünglich von European Lithium angedacht, auf dem Besitz von Glock sein. Laut Wanke seien ohnehin zwei Stolleneingänge vorgesehen gewesen.