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Schallenberg warnt vor Lockdown

11.11.2021 • 16:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) kündigt einen ungemütlichen Winter für Ungeimpfte an.
Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) kündigt einen ungemütlichen Winter für Ungeimpfte an. APA/HERBERT NEUBAUER

Man stehe wenige Tage vor dem “Lockdown für Ungeimpfte”, so der Kanzler.

Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) hat sich am Donnerstag zu einem Arbeitsgespräch mit dem Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) getroffen. Beide wollen einen generellen Lockdown verhindern, man stehe aber nur aufgrund der Spitalsauslastung nur wenige Tage vor dem Lockdown für Ungeimpfte, betonte Schallenberg.

Winter ungemütlich für Ungeimpfte

Klar sei, dass der Winter und Weihnachten für Ungeimpfte “ungemütlich” werden würde. Man stehe nur wenige Tage vor dem “Lockdown für Ungeimpfte” laut Stufenplan, auch wenn das niemand wolle. Auch sehe man aktuell “Weihnachten unter 2G” entgegen, sagt Schallenberg. Die Ungeimpften dürften dabei ihre Verantwortung nicht auf die Gesamtbevölkerung abwälzen, so Schallenberg. Er hofft, dass die “Drohkulisse” eines Lockdowns für Ungeimpfte wirken werde.

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Jeder sollte den Erzählungen von Ärztinnen und Ärzten lauschen und sich fragen, ob er sich auf das Risiko einer Infektion einlassen wolle, sagte Schallenberg und appellierte “an die Vernunft der Menschen, sich selber, ihre Familie, ihre Freunde zu schützen“.
“Wir alle sind die Pandemie leid, wir sind sie aber noch nicht los”, sagt Schallenberg. Der einzige Ausweg sei die Impfung, das zeige auch der internationale Vergleich.

Kein Lockdown für Geimpfte

Der Kanzler betonte erneut: “Es soll keinen Lockdown für die Geimpften geben aus Solidarität mit den Ungeimpften.” Er sehe nicht ein, warum zwei Drittel der Bevölkerung für die Ungeimpften in einen Lockdown gehen sollten. Die Impfquote sei in Österreich “beschämend niedrig”, er appellierte erneut: “Bitte lassen Sie sich impfen!” Die Impfung sei der “Wellenbrecher”, er könne nicht nachvollziehen, warum man ihn nicht nutze.

“Wir wissen alle, dass zurzeit sehr viel auf dem Spiel steht”, sagte Schallenberg mit Blick auf die höchsten Neuinfektionszahlen seit Beginn der Pandemie. Man brauche jetzt konstant den Austausch zwischen Bund und Länder.

Apropos Länder: Der steirische LH Hermann Schützenhöfer sprach sich am Donnerstag gegen einen harten Lockdown aus. “In der Steiermark ist die Lage natürlich besorgniserregend, aber unter Kontrolle.” Die 2G-Regel und weitere Maßnahmen würden wirken.

Mittlerweile ist bekannt, dass Oberösterreich ab Montag einen Lockdown für Ungeimpfte verhängen wird. 461 Patienten auf der Normalstation und 89 auf der Intensivstation, dazu eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1193, so die von Landeshauptmann Thomas Stelzer in Zahlen ausgedrückte “dramatische Situation” in seinem Bundesland, die ihn zu der Maßnahme eines regionalen Lockdowns veranlassten.

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Dritter Stich gegen vierte Welle

Im Vergleich zu anderen Bundesländern sei die Corona-Situation in Vorarlberg weniger dramatisch, sagte Wallner. Doch auch im Ländle steigen die Infektionszahlen, immer mehr Menschen müssen intensivmedizinisch betreut werden. Wallner betonte die Impfoffensive und die Wichtigkeit des dritten Stichs im Kampf gegen die vierte Welle der Pandemie.

“Wir werden wahrscheinlich den sichersten Wintertourismus haben”, sagte Schallenberg. Ungeimpfte Gäste könnte es durch die 2G-Maßnahmen etwa gar nicht geben.

Wallner richtete auch an das Gesundheitsministerium aus, dass es eine klare, langfristige Strategie brauche. “Lockdown, Welle, Lockdown, das wird langweilig”. Der Ausweg sei die Impfung, deshalb plädiere er auch so stark für den ersten, zweiten und vor allem dritten Stich.

Kanzler und Landeshauptmann redeten in ihrem Arbeitsgespräch auch über die Wirtschaftsentwicklung. Wallner sprach auch weitere Projekte an, unter anderem den Bau der S18, der von Klima- und Infrastrukturministerin Leonoe Gewessler (Grüne) erneut geprüft wird.

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