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300.000 Jobs sind zurzeit vakant

02.05.2022 • 22:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beim AMS waren Ende April<strong> </strong>128.777 offene Stellen<strong> </strong>als sofort verfügbar gemeldet. <span class="copyright">Hartinger</span>
Beim AMS waren Ende April 128.777 offene Stellen als sofort verfügbar gemeldet. Hartinger

Österreich meldet mit 327.300 niedrigste Arbeitslosenquote seit 2008.

Es ist ein jovialer Austausch, der sich auf der Instagram-Seite des Arbeitsministers finden lässt. Im Dialog besprechen Martin Kocher und AMS-Chef Johannes Kopf – im betont wertschätzenden Per-Du – die aktuelle Lage am heimischen Arbeitsmarkt. Der schnell zusammengefasste Befund des Duos: Viel Sonnenschein, viele gute Zahlen und ein großes Fragezeichen. Unvorhersehbar seien nämlich weiter die Auswüchse des Kriegs in der Ukraine, ein Problem mit der Gasversorgung etwa könnte die Situation am Arbeitsmarkt schnell ändern.

Noch sind die Zahlen dort aber sehr robust. Mit rund 327.300 Menschen ohne Job gibt es österreichweit etwa die niedrigsten April-Arbeitslosenzahlen seit 2012 und mit 6,1 Prozent die geringste April-Arbeitslosenquote seit 2008. Einzig die Zahl der Arbeitslosen stieg im Vergleich zur Vorwoche um 2300 Personen. Der Großteil dieses Wachstums ist laut Arbeitsministerium auf Effekte in der Zwischensaison vor dem Sommer in den Branchen Beherbergung und Gastronomie zurückzuführen.

Arbeitslosenzahl im April gesunken

Die Zahl der Menschen ohne Job ist im April trotz des Krieges in der Ukraine im Monatsvergleich gefallen. Ende April waren demnach 327.308 Personen arbeitslos oder in Schulung. 254.755 suchten einen Job, weitere 72.553 waren in Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice (AMS). Die Arbeitslosenquote betrug 6,1 Prozent, die niedrigste April-Arbeitslosenquote seit 2008. Im Wochenvergleich hat es aber einen leichten Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen gegeben.

Für Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) ist die Situation am Arbeitsmarkt „nach wie vor gut“. Man verzeichne die niedrigsten Arbeitslosenzahlen Ende April seit 2012. „Im Monatsrückblick ist erkennbar, dass der Krieg in der Ukraine und die dadurch notwendig gewordenen Wirtschaftssanktionen gegen Russland die positive Dynamik insgesamt bisher nur wenig gebremst haben“, sagte Kocher gestern bei der Präsentation der Arbeitsmarktzahlen in Wien.

128.777 offene Stellen

Beim AMS waren Ende April 128.777 offene Stellen als sofort verfügbar gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 59 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Bekämpfung des Fachkräftemangels hat für Kocher hohe Priorität. Er verwies unter anderem auf den Ausbau der Qualifizierungsmaßnahmen und die Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte. Kocher erwartet bis zum Herbst „eine niedrige fünfstellige Zahl“ von ukrainischen Flüchtlingen am österreichischen Arbeitsmarkt. Es sei derzeit nicht abschätzbar, ob es 15.000 bis 20.000 oder mehr werden. Insgesamt haben bisher 1.797 Ukrainerinnen und Ukrainer eine Beschäftigungsbewilligung erhalten, davon entfielen 1.417 Bewilligungen auf Frauen und 380 auf Männer. Die meisten Beschäftigungsbewilligungen gab es in Oberösterreich (418). Zudem sind derzeit 3.644 Vertriebene aus der Ukraine beim AMS vorgemerkt.

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