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Tagespreise passen sich an Nachfrage an

10.10.2022 • 20:34 Uhr
An solchen Tagen mit wenig Skifahrer auf der Piste die Preise günstiger sein. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
An solchen Tagen mit wenig Skifahrer auf der Piste die Preise günstiger sein. Stiplovsek

Auf Skipisten des Montafon Brandnertal gilt neues Preismodell.

Der Bergbahnen-Verbund Montafon Brandnertal führte gestern ein neues Preismodell ein. Das „Dynamic Pricing“ wurde am Montag bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Es betrifft die Schigebiete des Bergbah-Pool Montafon Brandnertal. Darunter sind Silvretta Montafon, Golm Silvretta Lünersee Tourismus, Gargellner Bergbahnen, Bergbahnen Brandnertal und Montafoner Kristbergbahn Silbertal.
Das eingeführte System der dynamischen Preisgestaltung bringt die Neuerung mit sich, dass sich die Preise für Tages- und Mehrtageskarten mit der Wintersaison 2022/23 anhand unterschiedlicher Faktoren dynamisch anpassen werden. Profitieren sollen davon laut dem Bergbahnen-Verbund Montafon Brandnertal vor allem Familien und Frühbucher. Vielfahrer mit Saisonkarte sind von der neuen Preisgestaltung nicht betroffen.

Einflussfaktoren Nachfrage und Kaufzeitpunkt

Mit dem Dynamic Pricing soll auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Gäste eingegangen werden. Im Vergleich zu einem statischen Preismodell gehen dynamische Preismodelle auf verschiedene Faktoren ein. Die Nachfrage und der Buchungszeitpunkt spielen dabei die größte Rolle. Die Preise sollen mit Hilfe eines Algorithmus täglich neu berechnet werden. Die Idee des Dynamic Pricing sei keine neue: Im Bereich der Flugreisen und Hotelbuchungen würden solche Systeme schon länger eingesetzt werden, heißt es. Skifahren werde damit an Tagen mit geringerer Auslastung günstiger. Generell gelte: Wer früher bucht, sei preislich im Vorteil. Wer jedoch flexibel sich für einen Skitag entscheiden will, kann weiterhin spontan an der Kassa sein Skiticket kaufen. Spontane Skifaher müssen dann aber mit höheren Preisen rechnen, warnt der Bergbahnen-Verbund Montafon Brandnertal. Vor allem Familien sollen vom neuen Preismodell profitieren. „Unsere Erfahrung zeigt, dass Skiurlaube vor allem mit der Familie im Voraus geplant werden. Skipässe sollen dann künftig bereits gemeinsam mit der Unterkunft gebucht werden“, so Markus Burtscher, Geschäftsführer Golm Lünersee Tourismus. So könnten Familien preislich profitieren, sagt Burtscher.
Thomas Lerch, Geschäftsführer der Gargellner Bergbahnen ergänzt: „Das bisherige Preismodell war sehr starr und wenig nachfrageorientiert. Wir haben im April Preise festgelegt, die dann ein Jahr lang halten mussten, ohne dass wir auf aktuelle Faktoren eingehen konnten.“ Durch die Steuerung des Preises über die Nachfrage könne die Auslastung optimiert werden.

Saisonkartenpreise fixiert

Ein neu gestalteter Webshop soll den Online-Kartenkauf einfacher und kundenfreundlicher machen. So sollen Anstehzeiten reduziert werden. Die Neuerung hat keine Auswirkungen auf Ermäßigungen für Senioren und Kinder. Auch die Preisgestaltung der Saison- und Jahreskarten ist nicht betroffen. Der Vorverkauf hat mit Anfang Oktober begonnen und läuft noch bis zum achten Dezember. „Für alle Vorarlbergerinnen und Vorarlberger, die regelmäßig Skifahren möchten, ist die Saisonkarte weiterhin klar die günstigste Variante“, bestätigt David Domig, Geschäftsführer Bergbahnen Brandnertal.
Der Entscheidung für Dynamic Pricing liegt ein Prozess zugrunde: „Die letzten fünf Jahre haben wir uns sehr intensiv mit dem System beschäftigt, Gespräche mit mehreren möglichen Partnern geführt und den Markt beobachtet“, erzählt Peter Marko, Geschäftsführer der Silvretta Montafon. Im Herbst vergangen Jahres sei mit Verhandlungen und Workshops mit Anbietern begonnen worden. Letztlich fiel die Wahl auf Pricenow als Umsetzungspartner. „Mit den flexiblen Preisanpassungen werden wir künftig Spitzen in der Wintersaison glätten und auf lange Sicht unsere Servicequalität verbessern“, so Peter Marko abschließend.