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Familientradition am Bodensee

01.05.2026 • 17:30 Uhr
Familientradition am Bodensee
Ein Team, das mit Leidenschaft kocht und arbeitet. Alexandra Serra

Sonne, Seeluft und ofenfrische Pizza in Bregenz – bei DaGiuseppe treffen Tempo, Qualität und italienischer Geschmack aufeinander.

Schönes Wetter, die sanfte Brise des Bodensees und der Duft einer ofenfrischen, saftigen Pizza. Wer in Vorarlbergs Landeshauptstadt unterwegs ist und an der Pizzeria DaGiuseppe vorbeischlendert, dem steigt der Duft frischer Pizza- und Pastagerichte in die Nase.“ Die offen präsentierte Speisekarte lockt mit einer Auswahl an italienischen Klassikern, die gerade auf dem Weg zum Seeufer den Appetit wecken. Doch hinter den Kulissen steckt weit mehr als nur ein Gastronomiebetrieb. Es ist die Geschichte einer Familie, die sich mit Haut und Haar dem Bewirten von Gästen verschrieben hat.

Familientradition am Bodensee
Das Restaurant befindet sich ganz nah beim Bodensee. Alexandra Serra

Hinter dem Erfolg des Restaurants stehen die beiden Geschäftsführer Agron Zulbehari und Limo Sabani. Für den 38-jährigen Zulbehari, der seit 25 Jahren in Bregenz lebt, ist die Gastronomie kein zufällig gewählter Berufsweg, sondern ein Familienerbe. „Für mich ist in der Familie ein bisschen traditionell die Gastronomie, mein Opa hat das schon gemacht, mein Vater, und jetzt ich“. Sein Vater eröffnete den Betrieb im Jahr 2001. Nachdem Agron im Jahr 2007 die Handelsschule abgeschlossen hatte, kam für ihn nichts anderes infrage, „außer diesen Betrieb fortzuführen.“
Seit dem Jahr 2006 ist er nun bereits fest angestellt und blickt auf 20 Jahre Erfahrung zurück. Für ihn ist diese Arbeit eine Berufung: „Ich fühle mich diesem Job sehr verbunden, ich möchte nichts anderes tun.“

Ein Familienbetrieb mit Herz und Beständigkeit

Die Pizzeria DaGiuseppe ist im Kern ein echter Familienbetrieb, was sich besonders in der Mitarbeiterstruktur widerspiegelt. Im Durchschnitt sorgen 15 Angestellte für den reibungslosen Ablauf, wobei die meisten von ihnen zum engen Kreis gehören. „Die Angestellten sind meist Bekannte oder Verwandte. Dies bietet den Vorteil, dass man bereits weiß, „was sie können und was sie nicht können”, erläutert Zulbehari. Dennoch betont die Geschäftsführung ihre Offenheit für neue Mitarbeiter: „Natürlich sind wir offen für jede Person, die sich bei uns bewerben möchte.“ Um den Betrieb an sieben Tagen die Woche aufrechtzuerhalten, wird in einem Rotationsprinzip gearbeitet. Die Mitarbeiter arbeiten in der Regel fünf bis sechs Tage bei einer 40-Stunden-Woche.

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Panna Cotta wird jeden Tag frisch gemacht. Alexandra Serra

In einer schnelllebigen Zeit setzt die Pizzeria auf eine beeindruckende Beständigkeit. Während viele Restaurants ihre Konzepte ständig ändern, vertraut man hier seit etwa zwei Jahrzehnten auf das bewährte Sortiment: „Wir haben seit circa 20 Jahren dieselbe Speisekarte.“ Eine Kontinuität, die die Kundschaft offenbar schätzt, denn rund 90 Prozent der Gäste sind Stammkunden aus Vorarlberg, aber auch aus der Schweiz und Deutschland. Das absolute Markenzeichen des Hauses ist die Kombination aus Qualität und Geschwindigkeit. Laut ­Zulbehari soll sich die Pizzeria „ganz klar durch die Schnelligkeit der Küche“ abheben. An normalen Tagen bekomme man das Essen „innerhalb von 10 Minuten schon an den Tisch, frisch serviert.“

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Pizza, die mit Liebe gemacht ist. Alexandra Serra

Handwerk, das man schmeckt

Das Fundament dieser Qualität ist laut dem Chef echte Handarbeit. Spezielle Pastasorten wie die flachen Bandnudeln selbst hergestellt: „Tagliolini machen wir selbst. Natürlich ist auch unser Pizzateig hausgemacht.“ Bei den Desserts setzt das Team ebenfalls auf Eigenproduktion: „Panna Cotta machen wir selbst, Tiramisu auch.“ Während Weine von einem italienischen Händler bezogen werden, liefern lokale Partner die Grundnahrungsmittel. Produkte wie Milch und Käse stammen von einheimischen Firmen.

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Tiramisu nach Familienrezept. Alexandra Serra

Auch auf moderne Ernährungsbedürfnisse wird sensibel eingegangen. Es gibt sowohl vegetarische als auch vegane Angebote. Besonders bei veganen Wünschen wird streng auf eine separate Zubereitung geachtet: „Die vegane Pasta muss separat gekocht werden.“ Die Gerichte werden grundsätzlich frisch auf Bestellung zubereitet.“

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Pasta, die hungrig macht. Alexandra Serra

Die Lage des Hauses hat sich über die Jahre zu einem echten Pluspunkt entwickelt. Durch städtebauliche Veränderungen der Umgebung wurde das Eckchen, an dem sich die Pizzeria befindet, immer attraktiver. Das Restaurant bietet insgesamt 60 Sitzplätze, wobei sich 40 davon im oberen Stockwerk befinden. Der obere Bereich wird bei Schlechtwetter genutzt, kann aber auch für Geburtstage und sonstige private Feierlichkeiten reserviert werden. Und auch die Nähe zum See hat natürlich Vorteile: „Viele nehmen die Pizza mit und genießen die am See.“ Das sieht man besonders im Sommer, wenn der ansturm an Kunden am höchsten ist.

Inklusion und Blick nach vorn

Trotz des anhaltenden Erfolgs verschließt Agron Zulbehari nicht die Augen vor den aktuellen Herausforderungen. Besonders die Inflation und die steigenden Einkaufspreise fordern den Betrieb heraus. Die größte Kunst bestehe derzeit darin, „die Mitte zu finden zwischen Preiserhöhung beim Einkauf und beim Verkauf, sodass man nicht die Gäste sehr belastet.“
Große Expansionspläne hegt das Team derzeit nicht: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Geschäft und wir wollen einfach konstant bleiben.“ Ziel ist es, das Erreichte fortzuführen: „Wir sind zufrienden mit dem, was wir bis jetzt erreicht haben. Wir wollen einfach weiterhin so schnell, effizient und gastfreundlich sein, wie wir es bis jetzt sind.“

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Eine gute Auswahl an Speisen. Alexandra Serra