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Eine Wanderung zur Magie der Bücher

10.10.2024 • 07:00 Uhr
Filmstarts, Filme der Woche, Der Buchspazierer
Eine zauberhafte Reise durch die Welt der Literatur, bei der Bücher mehr als nur Worte sind. constantin film

Aus einem Buch einen Film zu machen, ist kein leichtes Unterfangen. Bei „Der Buchspazierer“ wird es dennoch probiert.

Christoph Maria Herbst spielt darin einen ziemlich kontaktscheuen und knorrigen alten Mann, der, so könnte man es auch nennen, einen Lieferdienst betreibt. Allerdings zu Fuß – und in seinem Rucksack hat er keine Warmhaltebox mit Essen, sondern viele Bücher. Carl Kollhoff, so heißt die Figur, beliefert Stammkunden eines Buchladens mit gedruckter Ware. Irgendwann begegnet ihm das junge Mädchen Schascha, das von dieser Tätigkeit fasziniert ist. Sie nennt ihn „Buchspazierer“ und begleitet ihn – was der Eigenbrötler, der sich in seiner Einsamkeit eingerichtet hat, gar nicht gut findet.

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Literatur

Seine Familie sind seine Bücher. Bald zeigt sich aber, dass den alten Mann und das junge Mädchen mehr Schicksal verbindet, als man denkt – ohne zu viel zu verraten. Kollhoff ist ein alter Mann, dessen Welt zerbröselt. Stoisch merkt er, wie sein alter Buchladen von einer seelenlosen Bückerkette übernommen wird. Segway-Fahrer düsen vorbei, ein Fanal der neuen Zeit. Kollhoff aber klammert sich an seine geliebte Literatur. Die Aufgabe, als 58-Jähriger einen Mann zu spielen, der über 70 ist, nimmt er dabei genussvoll an. Gang, Habitus, Altersflecken – alles stimmt. Dadurch vergisst man auch schnell jeden Gedanken an das Büroekel Stromberg aus der gleichnamigen Comedyserie – Herbsts Rolle des Lebens, die sich bei vielen so eingebrannt hat, dass sie Fluch und Segen zugleich ist. Der Film „Der Buchspazierer“ ist gespickt mit unzähligen literarischen Querverweisen und Metaebenen, die man als Büchernerd aufsammeln kann, aber nicht muss. Seien es die Spitznamen von Kollhoffs Kunden, die ihre Abgründe bereits andeuten. Seien es die Figurenkonstellation, etwa zwischen dem verschlossenen alten Mann und dem jungen Mädchen, das ihn mit seiner urwüchsigen Lebensfreude nach und nach erweicht. „Was aber geblieben ist, ist die Poesie.“

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Constantin Film
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