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Lust auf Veränderung – zwischen Möbelrücken und Selbstfindung

03.01.2026 • 11:00 Uhr
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Das neue Jahr ist noch in den Anfängen, und mich überkommt schon das Bedürfnis nach Veränderung. Das äußert sich bei mir gerne in einem unbändigen Drang nach Ortswechsel. Immer mal wieder überkommt Frau Salmhofer die Lust, eine neue Wohnung zu beziehen. In meinem Vorleben war ich hundertprozentig Nomadin, fahrende Schaustellerin oder etwas in dieser Richtung.

Was tun mit diesem Wunsch nach Veränderung, der sich in rhythmischen Abständen von sechs bis zwölf Monaten bemerkbar macht? Letztes Jahr um diese Zeit habe ich meine Wohnung in einer Nacht-und-Nebel-Aktion komplett umgestellt und mir danach zufrieden eingeredet, dass ich nun vorgesorgt habe und das nächste Verlangen sicher länger auf sich warten lässt. Weit gefehlt. Jetzt sitze ich wieder in meiner Küche, durchforste träumerisch Immobilienangebote, fantasiere von Häuschen mit Veranda, auf der ein Schaukelstuhl wippt. Währenddessen rechne ich parallel aus, ob sich das mit einem Doppeljackpot im Lotto ausgehen könnte. Spoiler: Die monetäre Glücksfee war mir bislang nicht hold, und das Verandahaus bleibt ein Luftschloss.

Also sitze ich da, mit nervös zittrigen Beinen und angespannten Armen, die sich innerlich schon bereitmachen zum Möbelrücken, und frage mich: Woher kommt dieses unsägliche Bedürfnis, den Raum um mich immer wieder umzugestalten, neu zu erfinden und der gewohnten Umgebung – ich möchte fast sagen – zu entfliehen? Und dann keimt ein Gedanke auf, der sich leise, aber beharrlich einnistet: Vielleicht geht es gar nicht um die Wohnung. Vielleicht geht es um mich. Ich habe mich so festgefahren in meinen Mustern, vielleicht fast ein wenig zu bequem zurückgelehnt und kein einziges Möbelstück meiner Lebensplanung verrückt. Kein Wunder, dass alles gleich bleibt. Jetzt wird es Zeit für Umstellen und Umziehen meiner Lebensmuster. Ergo: Ich werde heuer ganz bewusst nicht einen Kasten verschieben, sondern mich hinsetzen und meinen neuen Wohnraum für mein Leben neu zeichnen.

Vielleicht ist das also meine Veränderung für dieses Jahr – ein leises Umstellen meiner Lebensmuster, Masche für Masche neu gehäkelt, mit dem Mut, alte Bequemlichkeiten zu hinterfragen und neue Gedanken zuzulassen. Und falls mich doch wieder der unbändige Drang nach Veränderung packt, setze ich mich einfach kurz hin, atme tief durch und frage mich, ob ich gerade wirklich die Wohnung wechseln will – oder doch nur mein Leben ein kleines Stück weiter neu denken… aber: Die Kommode im Wohnzimmer würde super ins Schlafzimmer passen, vielleicht sollte ich… Nein!