Der rosa Pyjama – Heidi das Plüschschweinchen

Irgendwie hat er mich angefleht, ihn zu kaufen. Plüschig-rosa raunte er mich an: „Nimm mich mit, nimm mich mit!“ Und ich, in Trance versetzt, konnte nicht widerstehen – oder ich wurde eben manipuliert, zuzugreifen.
Denn er war innerhalb von 0,05 Sekunden in meiner Einkaufstasche, der Pyjama, den ich eigentlich nicht brauchte und nach dem ich auch keinesfalls auf der Suche gewesen war. Schon gar nicht in dieser, sagen wir mal eher jugendlichen Farbgebung.
Nun bin ich also Besitzerin eines rosaroten Schlafanzugs mit Plüschoberteil. Daheim angekommen war mein erster Reflex nach dem Auspacken meines Jagdguts, mir an den Kopf zu greifen. Und zwar mehrmals, sowie dabei – ebenso mehrmals – seufzend von mir zu geben, was für ein Dödel ich doch bin, mir so etwas zuzulegen. Was hat dich denn da geritten?
Nun gut, machst du dir also den Spaß und probierst ihn an (wohlgemerkt: Ich hatte ihn beim Kauf nicht einmal davor an meinen Körper gehalten, um eine Vorstellung davon zu bekommen, ob dieses Schlafgewand nun wirklich meiner Natur entspricht. Geschweige denn, dass ich in eine Kabine gegangen wäre, um mich gründlich in der zum Kauf feilgebotenen Nachtbekleidung zu begutachten. Oh nein. Zack, ab in die Tasche. Wird schon passen).
Da stand ich nun, von oben bis unten in feines, flauschiges Rosa gehüllt, und betrachtete mich im Spiegel. Irgendwie sah ich aus wie ein zu groß geratenes Neujahrsglücksschweinchen aus Stoff. Jessas! Ich strich einmal über die Ärmel und war erstaunt. Extrem hässlich, aber – auf gut Wienerisch – ur-angenehm weich, bitte! Aus „Jessas“ wurde sofort ein „Oida!“ Wie fein ist denn das, „i pack’s ned!“.
Eventuell sollte ich meinem Lieblingsmenschen auch so ein Ding kaufen, weil für winterkühle Nächte perfekt, und ich will ja, dass es ihm immer und überall gut geht. Außerdem hätte es doch fast ein bissi Charme. Nachdem ich aber davon ausging, dass die Freude – oder sagen wir das herzhafte Lachen – über den neuen Pyjama nur auf meiner Seite wäre, habe ich den Gedankengang wieder ad acta gelegt.
Was ich aber getan habe: mich mit dem schweinefarbenen Anzug ins Bett gekuschelt und eine wahnsinnige Freude dabei gehabt. Dass ich damit bei Heidi Klum nix reißen würde, war mir klar (liegt aber ehrlicherweise nicht nur am Gewand), aber er war zu unglaublich angenehm, dass er wohl zu meinem Winterlieblingsschlafoutfit wird.
Was will uns das sagen? Nicht jeder Spontankauf ist ein Blödsinn. Es ist nicht immer die Optik, die es ausmacht. Und vor allem: Wer kann schon etwas gegen flauschige Glücksschweinchen haben, ernsthaft!