Eine irrwitzige Mission

Mit „Good Luck, Have Fun, Don’t Die“ startet ein ebenso wahnwitziger wie verstörend aktueller Zeitreise-Film.
Alles spielt in einer nahen, keinesfalls jedoch weit entfernten Zukunft. In dieser betritt ein etwas sandlerisch gewandter Mann (Sam Rockwell) ein 08/15-Diner in LA – und erklärt den ahnungslosen Anwesenden, dass er aus einer fernen Zukunft komme, in der die KI die Gesellschaft zerstört und die Menschen letztlich zu seelenlosen Maschinen degradiert habe. Er stelle hier im Diner nun eine Gruppe von Menschen zusammen, um in einer nächtlichen Mission die Welt zu retten.
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Zeitschleifenwahnsinn
Soweit, so absurd. Konkret ist es aber bereits der 118. Versuch des zotteligen Gesellen, ist er mit den bisherigen Kombinationen an Mitstreitern doch immer gescheitert. Mit der Androhung einer Bombenexplosion gelingt es ihm, seine aktuellen Rekruten hinter sich zu vereinen. Und so zieht er dieses Mal unter anderen mit der technikallergischen Ingrid, der trauernden Mutter Susan und einem Lehrerpaar los, um die KI zu besiegen. Ein Wettrennen gegen die Zeit beginnt – und gegen Katzenzentauren und mit Schweinemasken vermummte Killer.
Wie sehr muss eine Welt im Eimer sein, in der Sam Rockwell ihre größte Hoffnung ist? Wie erstrebenswert ist ein Leben, in dem sich die Kinder bei den regelmäßigen Schulamokläufen gegenseitig töten, worauf man sie eben klont? Und wie weit entfernt ist eine zombieartige Armee an Teenagern, die von ihrem Smartphone aus gesteuert werden?
Gore Verbinski arbeitet in „Good Luck, Have Fun, Don‘t Die“ sicherlich nicht mit der feinen Klinge, wenn er die Entwicklungen unserer Social-Media-Welt zugespitzt und humorvoll an den Pranger stellt. Das wirklich Erschreckende ist aber, dass einem im Laufe des Films das Ganze zusehends weniger surreal vorkommt, als man anfangs dachte.


