Massieren mit Erfahrung und Intuition

In ihrer Massagepraxis hat Bea Kresser sich auf Sport- und Heilmassage spezialisiert.
Auf der Massageliege sitzt niemand Geringeres als Eva Pinkelnig. Frech grinst die bekannte Skispringerin in die Kamera und lässt sich fürs Foto Schröpfgläser rund ums Knie ansetzen. Die Schröpfgläser setzt Sport- und Heilmasseurin Bea Kresser an. Die beiden kennen sich von Kressers Zeit am Olympiazentrum Vorarlberg, die Sportlerin ist der Masseurin bis jetzt treu geblieben. Denn nach elf Jahren als Masseurin am Olympiazentrum Vorarlberg und einem Jahr Auszeit, um die Welt zu bereisen, hat sich Bea Kresser vor einem guten Jahr selbständig gemacht. Ihre Praxis hat sie in der Moosmahdstraße in Dornbirn, knapp vor der Baustelle.
Einmal eingetreten, vergisst man das Draußen und fühlt sich dank warmem Licht, ruhiger Musik und einem herzlichen Empfang gut aufgehoben. Die Einrichtung ist unaufdringlich und heimelig. „Meine Kundinnen und Kunden sollen sich fühlen, wie in einem schönen Wohnzimmer“, sagt die Masseurin. Ein Kompliment, das ihr häufiger gemacht wird, ist: „Hast du’s schön da!“ Es soll angenehm, aber funktional und weder medizinisch noch esoterisch sein.

Zwei Monate Wartezeit
Schon nach der kurzen Zeit ihrer Selbstständigkeit hat sich Kressers Können herumgesprochen: Zwei Monate Wartezeit müssen neue Klientinnen und Klienten mindestens einrechnen. Laut ihrem Angebot beziehungsweise je nach Verschreibung massiert sie 25, 45 oder 60 Minuten lang. Dabei kommt vieles zusammen, das ihr sagt, wie sie massieren soll: Was die Kunden erzählen und was sie für ein Anliegen und für eine Vorgeschichte haben, wie viel Zeit ist und was sie aus ihrer Erfahrung, ihrem Wissen und ihrem Gespür beitragen kann. „Oft merke ich eher, als dass sie es mir sagen, ob sie gerne sanfteren oder kräftigeren Druck hätten.“ Sie folgt beim Massieren keinem strukturierten Ablauf, sondern lässt sich von ihrer Intuition und dem, was die Muskeln unter ihren Händen erzählen, leiten. Bei der Sportmassage kommt außerdem hinzu, in welchem Trainingszustand der- oder diejenige sich befindet, ob die Massage regenerativ sein soll oder zum Beispiel bald ein Marathon ansteht. „Meine Klientinnen und Klienten entscheiden letztendlich, was gemacht wird. Immerhin stecken sie in ihrem Körper und nicht ich. Zusätzlich lasse ich zum Beispiel auch eine Fußreflexzonenmassage oder Faszientechniken oder das Schröpfen mit einfließen.“ Denn Kresser hat eine medizinische Masseurausbildung in Bludenz, eine Sportmasseurausbildung in Graz und eine Heilmasseurausbildung in Innsbruck gemacht. Außerdem hat sie zusätzliche Schwerpunkte wie Wellnessmassage oder Lymphdrainage, verschiedene Zugänge, die ihr einen Rundumblick verschaffen.

Selbstständigkeit als Lehrmeister
Begonnen hat sie ihre Arbeit auf Saisonarbeit, also in mehreren Hotels, in Lech und Zürs. Weitere Stationen waren der Handballverein Bregenz und das Stadtbad Dornbirn sowie wie erwähnt das Olympiazentrum Vorarlberg. Danach wollte sie erst mal was komplett anderes machen und hat alle Kontinente bereist außer Afrika – allein. Was sie aus diesen Erfahrungen mitnimmt? „Mit wie wenig man auskommen kann, dass man Probleme oft einfach lösen kann, wenn man eben muss, und dass die Welt ein freundlicher Ort ist.“ Großformatige Fotografien an den Wänden erzählen von dieser Zeit, den Kresser als „meinen besten Lehrmeister“ bezeichnet. Ein Lehrmeister ist für sie auch ihre Selbständigkeit. Einerseits sei man frei, für sich Entscheidungen zu treffen, und wenn es eine gute Entscheidung war, kann man den Erfolg für sich verbuchen. Man kann sich die Zeit frei einteilen und umsetzen, was man will – auch das Schwierige macht man lieber als als Angestellte, weil man es ebenfalls für sich tut. Andererseits muss man auch unliebsamere Dinge erledigen, in Kressers Fall ist das die Buchhaltung und das Putzen der Praxis. Neben ihrer Kernarbeitszeit muss sie außerdem Wäsche waschen und die Terminbuchungen erledigen. „Man hat keinen Chef, hinter dem man sich verstecken kann, und man kann niemandem die Verantwortung für was auch immer geben. Man ist immer selbst dran, im Guten wie im Schlechten“, bringt es die Dornbirnerin auf den Punkt.

Ihr Anspruch an sich: „Für mich ist es wichtig, dass die Menschen mit einem guten Gefühl rausgehen, dass sie sich besser fühlen, als sie gekommen sind.“ Dazu spielt ihrer Erfahrung nach nicht nur die körperliche Ebene eine zentrale Rolle, sondern auch die psychische. Manchen sei es ein Bedürfnis zu reden und auf diese Weise Dinge loszuwerden. Andere wiederum wollten lieber nicht denken, nicht reden, sondern einfach abschalten und Ruhe finden. „Das ist beides für mich voll okay“, betont die Masseurin. Manche Feedbacks hat sie nicht vergessen, zum Beispiel „So fühlt es sich also an, wenn nichts wehtut“. Dann weiß Bea Kresser, weshalb sie ihre Arbeit tut.
Kontakt
Curo Massage
Bea Kresser
Moosmahdstraße 26, Dornbirn
Tel: 0670 18 18 413
E-Mail: bea.kresser@curomassage.com
Web: www.curomassage.com